Amphibientümpel für Gemeinden

Mit gut schweizerischer Gründlichkeit wurden über Jahre Feuchtgebiete, darunter Auen, Tümpel, Teiche und Feuchtwiesen entwässert und zubetoniert. 90% der ursprünglichen Feuchtgebiete sind heute verschwunden, mit gravierenden Folgen für die Amphibien, die auf diese Lebensräume angewiesen sind. Die Bestände von Kreuzkröte, Geburtshelferkröte, Gelbbauchunke, Laubfrosch, Kammmolch und Teichmolch sind in den letzten 20 Jahren um die Hälfte zurückgegangen, ihre bevorzugten Lebensräume – temporär austrocknende Gewässer − sind praktisch ganz verschwunden.

 

Als temporär austrocknende Gewässer werden schwach bewachsene Teiche, Tümpel oder Wasserlöcher bezeichnet, die nicht ständig Wasser führen. Im Herbst bzw. Winter werden sie mit Niederschlag und im Frühling mit Schmelzwasser gefüllt, trocknen dann aber alle zwei bis drei Jahre Ende Sommer bzw. im Herbst wieder aus. Darin entwickeln sich ab Frühling Kröten und Frösche, die später das Wasser vor dem Austrocknen der Wasserstelle verlassen, um sich an Land eine geeignete Bleibe zu suchen und sich dort weiterzuentwickeln. Das periodische Austrocknen der Laichgewässer begünstigt die Fortpflanzung von Amphibien, weil ihre natürlichen Feinde, die ans Wasser gebunden sind, regelmässig dezimiert werden. In der Schweiz sind Lebensräume dieser Art jedoch sehr selten geworden.

 

Pro Natura unterstützt Gemeinden beim Tümpelbau

Pro Natura hat im Rahmen ihrer Tümpelbauoffensive zwischen Anfang 2013 und Mitte 2014 schon an 84 Standorten Tümpel gebaut. Bis Ende 2015 dürften es an die 200 solcher Kleingewässer sein. Das sind viele, aber nicht genug. Deshalb wendet sich Pro Natura auch direkt an die Gemeinden und bittet sie, ebenfalls für Frosch & Co. aktiv zu werden.

 

Gemeinden als ideale Partner

Die politischen Gemeinden und Bürgergemeinden sind die idealen Partner. Dank ihrer Ortskenntnis können die Tümpelbauprojekte lokal verankert und der Unterhalt der neuen Weiher und Tümpel nachhaltig gewährleistet werden. Gemeinden, die temporäre Gewässer für die am stärksten bedrohten Arten Laubfrosch, Gelbbauchunke, Geburtshelferkröte, Kreuzkröte, Kamm- oder Teichmolch ausheben, bekommen von Pro Natura eine Prämie von 2000 Franken und profitieren von konkretem Knowhow. Unterstützt wird das Projekt durch die karch, die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz und durch die kantonalen Sektionen von Pro Natura.