Naturschutzprojekte im Ausland

Mit ihrem Fokus auf Biodiversität setzt sich Pro Natura für eine nachhaltige Entwicklung zum Schutz der natürlichen Ressourcen ein. Sie verfolgt dieses Ziel schwergewichtig in der Schweiz, bekennt sich aber auch zur internationalen Zusammenarbeit als wichtigem Tätigkeitsfeld. Pro Natura ist das Schweizer Mitglied von Friends of the Earth International (FoEI) und gehört den internationalen Netzwerken IUCN und CIPRA an.

 

In der internationalen Naturschutzarbeit unterstützt Pro Natura Projekte zu den Themen Schutzgebiete, Artenvielfalt sowie Landschaftsschutz. Sie gibt ihr Wissen im praktischen Naturschutz vor Ort weiter und hilft so, ein entsprechendes Know-how aufzubauen.

 

Grundsätze der Zusammenarbeit

Pro Natura legt in ihrer internationalen Zusammenarbeit Wert darauf, lokale, regionale oder nationale Organisationen in den Zielländern, die sich für den Schutz der Natur engagieren, zu stärken.

Sie fördert beispielsweise den Dialog zwischen lokalen Partnern und staatlichen Institutionen und baut die dafür nötigen Kapazitäten in der Zivilgesellschaft auf. Pro Natura stellt zur Unterstützung der Projekte und Programme eigene finanzielle Mittel zur Verfügung.

 

Partner

Pro Natura konzentriert ihre internationale Naturschutzarbeit auf das Netzwerk der «Friends of the Earth (FoE)» in Zentral- und Osteuropa. Sie arbeitet dort auch mit bekannten Partnerorganisationen ausserhalb des FoE-Netzwerkes zusammen, mit denen Pro Natura Projekterfahrung gesammelt hat – beispielsweise der «Bulgarian Biodiversity Foundation».

Projekte
Bulgarien

Zwischen 1995 und 2005 hat Pro Natura in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz das bulgarisch-schweizerische Programm zum Schutz der Biodiversität (Bulgarian-Swiss Biodiversity Conservation Programme) umgesetzt.

 

Dank dem vom Bund (DEZA – Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit) finanzierten Programm, konnte die Zusammenarbeit zwischen dem Staat Bulgarien und den dort ansässigen NGOs verbessert werden.

Des Weiteren wurden für zahlreiche Schutzgebiete Pflegekonzepte entwickelt und Besucherzentren für Touristen und die lokale Bevölkerung errichtet. Heute werden zum Beispiel Bildungseinheiten für Schulklassen angeboten.

 

Dieses Programm mündete in der Gründung der «Bulgarian Biodiversity Foundation BBF», welche heute in Bulgarien eine aktive Rolle spielt.

 

> Bulgarian Biodiversity Foundation BBF (auf Englisch)

Mazedonien

Von 2000 bis zu 2006 hat sich Pro Natura beteiligt an der Errichtung und Betreuung des «Pelister Mountain Conservation Project», ein Projekt der DEZA. Für den Pelister-Nationalpark, einen der ältesten Pärke der Region, wurde auf partizipativer Basis ein Parkmanagementskonzept entwickelt.

 

Im Rahmen dieses Projektes wurde auch der ländliche Tourismus mitaufgebaut. Dieser richtet sich bewusst an Besucherinnen und Besucher, die Naturschätze beziehungsweise die regionale Kultur kennenlernen wollen. 

Pelister Mountain Conservation Project
Managing natural resources together Managing natural resources together (1,3 MiB)
«Green Belt»

Wo einst der «Eiserne Vorhang» verlief - vom Eismeer bis ans Schwarze Meer, schlängelt sich heute ein Band voll wertvoller Lebensräume durch Europa. Die Initiative «Green Belt» hat sich zum Ziel gesetzt, den grössten grenzüberschreitenden Biotopverbund Europas zu erhalten. Pro Natura unterstützt das entsprechende Programm im Balkan.

 

Der «Green Belt» tangiert 23 Länder und erstreckt sich über ungefähr 8500 km. Grenzüberschreitende Pärke und einzigartige Naturschätze sind darin zu finden. Nach der Wiedervereinigung in Deutschland gestartet, hat sich die Vision des «Green Belt» auf weitere europäische Staaten ausgedehnt. Die ehemalige Sperrzone könnte damit der erste und grösste grenzüberschreitende Biotopverbund Europas werden.

 

Bereits existierende Naturschutzgebiete sollen als Kerngebiete erhalten und weiterentwickelt werden. Es soll allerdings nicht nur der Naturschutz gefördert, sondern auch die nachhaltige Entwicklung der – oft abseits von den Boom-Regionen stehenden – lokalen Bevölkerung unterstützt werden.

 

Seit 2007 unterstützt Pro Natura das entsprechende Programm «Osogovo – Balkan Green Belt» im Grenzgebiet Bulgarien-Mazedonien, wo ein grosses Schutzgebiet entstehen soll. Pro Natura unterstützt dabei insbesondere Aktivitäten, welche die lokale Bevölkerung zur künftigen Parkbewirtschaftung miteinbezieht.

 

> European Green Belt