Mediencommuniqué

Die Schweiz auf naturschützerischen Abwegen

Donnerstag, 17.11.2011

Am 16. November hat der Bundesrat einen Vorschlag zur Änderung der Berner Konvention vorgelegt. Wird dieser von den Mitgliedstaaten nicht angenommen, soll die Schweiz aus dem wichtigsten internationalen Artenschutzabkommen austreten. Dies hatte das Parlament mit der Motion des Walliser Ständerates Fournier (10.3264) verlangt. Dieses Ansinnen steht in klarem Widerspruch zur ebenfalls vom Parlament in Auftrag gegebenen, längst überfälligen Biodiversitätsstrategie.

 

Bedenklicher Schlingerkurs

Erst kürzlich konnten sich Bundesrat und Parlament endlich durchringen, eine nationale Biodiversitätsstrategie zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt sowie ihren Lebensräumen vorzulegen. In der Strategie schreibt der Bundesrat nun deutlich, dass es der Biodiversität schlecht gehe und die Schweiz zu ihrem Erhalt und der Förderung mehr als heute tun müsse. Mit dem Entscheid zur Änderung der Berner Konvention nimmt die offizielle Schweiz nun nicht nur in Kauf, den Ruf der Schweiz beim Biodiversitätsschutz weiter zu verschlechtern. Künftig würden auch bedrohte Tier- und Pflanzenarten und ihre Lebensräume in der Schweiz schlechter geschützt. Die Schweizer Naturschutzpolitik

schlingert, obwohl jetzt deutliche Zeichen und Anstrengungen zum Schutz der Biodiversität nötig wären.

 

Für die Schweiz, die immer wieder stolz mit ihren Naturwerten wirbt, wäre ein möglicher Austritt aus der Berner Konvention eine tragische Entwicklung. «Wegen einer einzigen Art, bei deren natürlicher Rückkehr in der Schweiz Lösungen greifbar sind, riskiert die Schweiz den Schutz von bedrohten Arten und Lebensräumen zu schmälern.», macht Mirjam Ballmer von Pro Natura deutlich. Pro Natura werde sich entschieden gegen einen Austritt wehren.

 

Weitere Auskünfte:

Mirjam Ballmer, Projektleiterin Naturschutzpolitik, 061 317 92 08, mirjam.ballmer@pronatura.ch

Medienstelle: Roland Schuler, Tel. 061 317 92 24, 079 826 69 47, roland.schuler@pronatura.ch

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