Ökologischer Ausgleich
Mit rund 50'000 Pflanzen- und Tierarten weisst die kleine Schweiz eine hohe biologische Vielfalt auf. Die Gebirgsregionen sind bedeutend artenreicher als das Schweizer Mittelland. Mindestens 40% der in der Schweiz vorkommenden Tierarten sind gefährdet. Die am meisten gefährdeten Arten leben in mageren Wiesen und Weiden sowie in Auen und Mooren. Die Schweiz hat sich mit der Unterzeichnung der Biodiversitätskonvention verpflichtet bis 2010 den Rückgang bedrohter Tier- und Pflanzenarten im eigenen Land zu stoppen. Qualitativ hochwertige, optimal positionierte und gepflegte Ökoflächen in der Landwirtschaft tragen dazu bei, dieses Ziel zu erreichen.
Der ökologische Ausgleich
Rund 10% der landwirtschaftlichen Nutzflächen (121'000 ha) sind ökologische Ausgleichsflächen. Diese Flächen könnten bei richtiger Pflege und standortgerechter Lage zu einem stabilen Ökosystem bei, indem:
- in diesen Flächen die Biodiversität moderat erhöht wird.
- unter diesen Flächen unser Trinkwasser gereinigt wird.
- auf diesen Flächen die Bodenfruchtbarkeit erhalten wird.
Das Ziel, mit dem Ökoausgleich den Rückgang der gefährdeten Arten zu stoppen, wurde indess nicht erreicht (Evaluation der Ökomassnahmen Beriche Biodiversität, Schriftenreihe FAL 56).
Dazu kommt, dass:
- bis ins Jahr 2005 im Talgebiet 65’000 qualitativ wertvolle Hektaren als ökologische Ausgleichsflächen hätten ausgeschieden sein müssen. Heute haben nur gut 20'000 Hektaren ökologische Ausgleichsflächen eine gute Qualität im Talgebiet.
- die Ziele im ökologischen Ausgleich zur Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt wenig konkret und somit schwer zu überprüfen sind.
Die gesetzlichen Verpflichtungen und die internationalen Abkommen, werden unter den heutigen Rahmenbedingungen nicht erfüllt. Die bisherigen Bemühungen der Landwirtschaft reichen nicht, um die Biodiversität im Kulturland zu erhalten. Abhilfe schaffen könnte die konsequente Umsetzung der Umweltziele Landwirtschaft.
Hauptgründe für ungenügende Zielerreichung sind
- Die Flächen, welche für den Ökoausgleich ausgeschieden wurden, sind oft so nährstoffreich, dass sich erst nach vielen Jahren eine Rückführung in eine artenreiche Fläche erfolgreich einstellt.
- Missverhältnis hoher allgemeiner Direktzahlungen (2'000 Mio. Fr.) zu Ökobeiträgen (200 Mio. Fr.).
- Ungenügende Zielformulierung für den Ökoausgleich.
Verbesserungen Ökoausgleichsflächen
Die Biodiversitätsziele im Bereich Landwirtschaft können nur dann erreicht werden, wenn Qualität und Vernetzung der ökologischen Ausgleichsflächen in der landwirtschaftlichen Nutzfläche stark verbessert wird und Fehlanreize im Gesetz ausgeräumt werden.
Um die Effektivität der ökologischen Direktzahlungen so zu verbessern, dass ein Anreiz besteht, eine möglichst hohe Qualität zu erzielen ist nach folgendem Grundsatz vorzugehen: Je besser die Qualität und je grösser der Pflegeaufwand, desto höher die Beiträge.

