Keine Pestizide in unseren Gewässern

Unsere Flüsse und Bäche sehen klar und sauber aus, doch der Schein trügt. Ein Grossteil der Schweizer Gewässer ist mit Pestiziden belastet. Die Verunreinigung durch Pestizide ist teilweise so hoch, dass sie für Wasserorganismen lebensbedrohlich sein kann. Doch auch für den Menschen sind Pestizide eine Gefahr. Mit ihrer Kampagne «Keine Pestizide in unseren Gewässern!» fordert Pro Natura eine deutliche Anwendungsreduktion dieser Mittel in der Landwirtschaft.

 

Pestizide töten unerwünschte Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen. In der konventionellen Landwirtschaft werden aber Pestizide immer häufiger eingesetzt. Mit verheerenden Folgen für Natur und Mensch. Die Wirkung der Gifte lässt sich nicht kontrollieren und sie werden somit zu einer Gefahr für die biologische Vielfalt. Die giftigen Pestizide gelangen auch zu uns Menschen. Sie befinden sich in der Umwelt, als Rückstände auf und in Nahrungsmitteln und in unseren Gewässern.

Pestizid-Cocktail im Bach
Rundschau vom 14.10.2015

Eine Studie des Bundsamtes für Umwelt BAFU aus dem Jahr 2015 zeigt: Ein Grossteil der Gewässer in den intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen des Mittellandes ist mit Pestiziden belastet. Die behördlich festgelegte Toleranz für Pestizide liegt bei 0.1 Mikrogramm pro Liter Wasser. Ein Gramm Wirkstoff eines Pestizids kann 10‘000 m3 Oberflächen- oder Grundwasser verunreinigen. Das entspricht einer Bachlänge von 10 Kilometern.

 

Jährlich werden über 2‘000 Tonnen Pestizide in die Umwelt ausgebracht. Hauptsächlich durch die Landwirtschaft, aber auch durch Private im ihren Gärten oder durch die Bahnbetreiber auf Geleisanlagen.