Steinbruch Campiun: eine unerfreuliche Entwicklung

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Der ehemalige Steinbruch Campiun befindet sich oberhalb von Rans bei Sevelen und wurde bereits vor Jahren stillgelegt. Die Basaltstein AG hat im Jahr 1997 ein Gesuch für die Erweiterung des Steinbruchs eingereicht, dies obwohl die neue Abbaufläche im national geschützten BLN-Gebiet «Speer-Churfirsten-Alvier» und in einem kantonalen Lebensraumkerngebiet liegt. Der geplante Steinbruch würde ein naturschützerisch sehr wertvolles Gebiet zerstören, welches von vielen Ortsansässigen in aktiver Mitarbeit auf der Basis eines bereits 1990 verfassten Naturschutzkonzepts gepflegt und aufgewertet wird.

Es verwundert daher niemanden, dass dieses neue Abbauvorhaben sowohl bei der lokalen Bevölkerung, als auch bei den Natur- und Umweltschutzorganisationen, auf massiven Widerstand stiess. Die Behörden des Bundes und auch einiger kantonaler Ämter standen dem Vorhaben ebenfalls sehr skeptisch gegenüber. Somit musste die Gesuchstellerin mit einer Absage rechnen.

Seit dem letzten Jahr hat nun das Bewilligungsverfahren für Bauprojekte geändert. Die Initianten glauben nun, dass durch das neue Verfahren die Chancen für eine Realisierung besser geworden sind. Deshalb haben sie kurzerhand das alte Projekt zurückgezogen und inhaltlich identisch mit einem kurzen, neu verfassten Vorspann wieder eingereicht. Dadurch wurden alle hängigen Einsprachen hinfällig und die Beteiligten waren gezwungen, ihre Beschwerden neu einzureichen.

Pro Natura stellt sich nicht grundsätzlich gegen neue Abbauvorhaben. Die neuen Standorte müssen aber sorgfältig eruiert werden, d.h. sie müssen natur- und landschaftsschützerisch verträglich sein. Das vorliegende Projekt verletzt aber alle wichtigen Kriterien. Deshalb werden wir unsere ganzen Kräfte dafür einsetzen, dass dieses mehr als problematische Projekt verhindert werden kann. Wir hoffen auf Ihre ideelle Unterstützung und werden Sie auf dem Laufenden halten.

Bildlegende:

Die geplante Erweiterung des stillgelegten Steinbruchs Campiun oberhalb von Rans bei Sevelen stösst bei Naturschutzorganisationen, Bevölkerung und Behörden auf Widerstand. (Foto: Ch. Meienberger)

 
     
 

pro natura lokal 3/2000; im Juli 2000; Pro Natura St.Gallen-Appenzell; Christian Meienberger