Sie haben es wahrscheinlich schon aus den Medien gehört: Der Luchs darf nun auch im Kanton St. Gallen wieder heimisch werden. In einem ersten Schritt (Winter 2000/2001) sollen im Toggenburg und im zürcherischen Tössstockgebiet vier bis sechs Luchse freigelassen werden. Ein bis zwei Jahre später werden nochmals einige Tiere in die nicht besetzten Lebensräume dieser Region umgesiedelt. Das Projekt wird als Versuch angelegt. Dieser könnte jederzeit abgebrochen werden, wenn zu grosse Probleme auftreten würden. Diesen Beschluss fasste die Regierung des Kantons St. Gallen zum Postulat «Wiederansiedlung des Luchses», welches unser neues Vorstandsmitglied Christian Trionfini 1999 im Grossen Rat eingereicht hat. Der Grosse Rat wird den Postulatsbericht noch in der Novembersession 2000 diskutieren.
Die Aussetzung der Luchse wird noch viele Emotionen und (unbegründete) Ängste wecken. Pro Natura wird deshalb weiterhin ihrem Tier des Jahres verpflichtet bleiben und die Öffentlichkeitsarbeit in unserer Region sogar noch intensivieren. Deshalb kommt der «RaubZug», das neueste Umweltbildungsprojekt von Pro Natura, auf Tournee zu uns in die Ostschweiz. Diese rollende Ausstellung kann in Flums (7. bis 13.11.2000), in Wil (21. bis 27.11. 2000) und in Wattwil (28.11. bis 4.12. 2000) besichtigt werden. Unter der Woche finden Führungen für Schulen statt (Anmeldung unter Tel. 061 317 92 55 oder ab 24.10.2000 unter Tel. 079 329 92 59). An den Wochenenden ist die gesamte Bevölkerung eingeladen, die Ausstellung zu besuchen. Sie umfasst nicht nur viele Informationen zur Lebensweise des Luchses, sie stellt auch die beiden anderen Grossraubtiere, Wolf und Braunbär, vor.
Unterstützen Sie unser gemeinsames Ziel, den Luchs würdevoll wieder heimisch werden zu lassen. Helfen Sie mit! Überzeugen Sie z.B. Ihre Nachbarn, den Ihnen bekannten Jäger oder Schafzüchter vom Sinn der aktiven Wiedereinbürgerung des Luchses. Informationen finden Sie übrigens auch im Internet unter www.pronatura.ch.
Einen besonderen Dank möchten wir an Herrn Regierungsrat Peter Schönenberger richten. Nicht nur sein Departement überzeugte mit einer fundierten Konzeptarbeit, sondern auch seine Rede an der Medienkonferenz vom 31. August 2000 zeugt von persönlichem Engagement und von einem grossen Verantwortungsgefühl gegenüber der Natur.

Bildlegende:
Viele haben ihn bereits ins Herz geschlossen (Foto: Pro Natura)