| Die Landschaft der Bommer
Weiher gehört «zum Schönsten von dem,
was in dieser Art im Kanton Thurgau noch vorhanden
ist», stellt der Regierungsrat in einem Protokoll
vom 9.9.1980 fest. Im gleichen Dokument spricht sich
der RR dafür aus, «diese stille, charaktervolle,
fast ausschliesslich von bäuerlicher Kultur geprägte
Landschaft zu erhalten».

Seit Juni 2003 ist Pro Natura Thurgau Mitbesitzerin
der Bommer Weiher: 1/3 gehört dem Kanton Thurgau,
der zudem 1978 naturschützerisch wertvolles Streueland
erworben hat, 1/3 ist im Privatbesitz. Und ein Drittel
der rund 16.5 Hektaren ging nun dank einem Vermächtnis
an Pro Natura Thurgau über (1/3 Miteigentum an
der gesamten Fläche).
Wir freuen uns sehr über diese grosse Schenkung.
Allerdings bedeutet dieser Mitbesitz auch die Verpflichtung,
dieses landschaftliche und naturschützerische
Kleinod zu erhalten und aufzuwerten. Tatsächlich
sind in naher Zukunft verschiedene Massnahmen notwendig,
denn Algenwachstum und ein oft explosionsartiges Wachstum
des Hornkrautes zeigen an, dass die Wasserqualität
verbessert werden muss.

Das Ziel künftiger Massnahmen ist es, den Düngereintrag
ins Gewässer und in die Streuewiesen zu verringern.
So hat das Raumplanungsamt begonnen, die gesetzlich
vorgeschriebenen Pufferzonen auszuscheiden. Der Nährstoffeintrag
durch Drainagen und Bäche liesse sich durch Schönungsteiche
massiv verringern; es sind dies dem Weiher vorgelagerte
Absetzbecken, in denen Schilf und andere Pflanzen
einen grossen Teil der Düngestoffe binden. Solche
«Kläranlagen» sind zu planen. Auch
Ausdohlungen, das Anlegen von Hecken und Krautsäumen,
die Extensivierung und Düngeberatung helfen mit,
die Situation zu verbessern.
Aus der Sicht des Naturschutzes lohnen
sich weitreichende Sanierungs-massnahmen, denn die
Bommer Weiher sind nicht nur landschaftlich wertvoll;
auch ihre Fauna ist aussergewöhnlich. 1995 beschreiben
F. Leutert und D. Kaden im Schutz- und Pflegekonzept
für die Bommer Weiher diese Landschaft als sehr
wertvollen Lebensraum für Amphibien, Reptilien
und Libellen.
Unter anderem sind hier Laubfrösche,
Fadenmolche, 10000 (!) Erdkröten, Ringelnattern,
Bitterlinge, seltene Vögel wie Wasserrallen,
Rohrammern, Teich- und Sumpfrohrsänger zuhause.

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