Der Frühling steht vor der Tür: Jetzt auf torffreie Erde umstellen!

Aus ökologisch wertvollen Hochmooren stammender Torf bildet auch heute noch den Hauptbestandteil der meisten Erdprodukte, die im Fach- und Detailhandel erhältlich sind. Das sollte nicht sein, denn beim Torfabbau werden ganze Moorlandschaften zerstört und Kohlendioxid freigesetzt, das zum Klimawandel beiträgt. Zudem ist der Einsatz von Torf vollkommen unnötig, denn Ersatzprodukte sind heutzutage ebenbürtig.

 

Wer im Gartencenter vor den Gestellen mit Erden steht, hat die Qual der Wahl: Von Frühling bis Herbst stapeln sich dort palettenweise Säcke mit den unterschiedlichsten Garten- und Pflanzenerden. Die Vielfalt an Erdprodukten ist beeindruckend – von unterschiedlichen Anzucht- über Kakteen- bis zu Zimmerpflanzen-Erdmischungen. So unterschiedlich die Ansprüche sind, die diese Mischungen erfüllen sollen, so gemeinsam ist ihnen meist ein Inhaltsstoff: Torf.

 

Torf: fatal für Biodiversität und Klima

Torf besteht aus abgestorbenen Torfmoosen, den typischen Pflanzen eines Hochmoors. Wie ein Blick in die Säcke beim Gartencenter rasch zeigt, bestehen die meisten Erden zu 30 bis 90% aus Torf, auch wenn das auf den Packungen häufig nicht ersichtlich ist.

Fatal ist dies vor allem für Natur und Umwelt: Denn der Torfabbau zerstört die seltenen Lebensräume mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt  und bedroht  das Klima, was viele Leute nicht wissen.

 

Die Schweiz betreibt Raubbau im Baltikum…  

Der in die Schweiz importierte Torf stammt zum allergrössten Teil aus dem Baltikum, seit das Schweizer Stimmvolk die inländischen Moore mit Annahme der Rothenthurm-Iniative 1987 unter Naturschutz gestellt hat. Damit beteiligt sich die Schweiz massgeblich an der Zerstörung der schönen und ökologisch sehr wertvollen Moorlebensräume in Estland, Litauen und Lettland. Die Trockenlegung und der Abbau von Mooren führen auch zu veränderten Grundwasserbedingungen und begünstigen Überschwemmungen. Intakte Moore wirken wie Schwämme, die überschüssiges Wasser zurückhalten.

 

…schädigt dabei die Biodiversität und trägt zum Klimawandel bei

Beim Raubbau an den Mooren im Baltikum wird aber auch in grossen Mengen das Treibhausgas CO2 freigesetzt. Moore speichern weltweit doppelt so viel Kohlendioxid wie alle Wälder der Erde zusammen. Werden sie trockengelegt, wird das Jahrtausende lang im Torf gespeicherte Kohlendioxid in kurzer Zeit an die Atmosphäre abgegeben und trägt somit zum Klimawandel bei. Somit liefert jedes Balkonkistchen, das mit torfhaltiger Erde gefüllt wird, einen Beitrag zum Klimawandel.

Torffreie Erdprodukte sind ebenbürtig

Dass Torf und torfhaltige Erdprodukte auch heute noch unverzichtbare Produkte für den Garten sind, gehört ins Reich der Märchen. Alternativen zu Torf gibt es seit Jahren, und jede Saison kommen neue, weiter verbesserte Erdmischungen mit Torfersatzstoffen auf den Markt. Die werden in aufwändigen Versuchspflanzungen getestet und optimiert. So sind qualitativ gleichwertige Produkte garantiert.

 

Dank Pro Natura finden Sie die torffeie Erde, die zu Ihnen passt

Einen Pro Natura Ratgeber „Mein Garten ohne Torf“ zum torffreien Gärtnern finden Sie als Download im Infobereich in der rechten Spalte, ebenso einen Einkaufsführer mit empfehlenswerten torffreien Produkten. 

Die Tipps in Kürze:
  • Kaufen Sie ausschliesslich torffreie Erde mit der Bezeichnung «ohne Torf» oder «torffrei».
  • Torffreie Produkte gibt es heute für nahezu alle Anwendungsbereiche. Falls nicht, wählen Sie eine torffreie Universalerde und beachten Sie die Düngeempfehlungen auf der Verpackung.
  • Verzichten sie auf Pflanzenarten, die auf Torferde angewiesen sind, z.B. Azaleen und Rhododendren.
  • Brauchen Sie frisch gekaufte Erde rasch auf und lagern Sie sie nicht zu lange.
  • Achtung: Die Bezeichnung «Bio» ist keine Garantie dafür, dass es sich um ein torffreies Produkt handelt. Werfen Sie unbedingt einen Blick auf die Inhaltsstoffe.