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Wiederherstellung der trockengelegten Auengebiete (Projekt aus dem Schutz und Entwicklungskonzept aus dem Jahre 1998)
Text aus dem Bericht von 1998 Durch die Verschiebung der Rollierung kann sich eine wertvolle Auenlandschaft einstellen. Dabei kann man nach den auf der Massnahmenkarte 1:5 '000 ersichtlichen Prioritäten vorgehen. Falls der Camping nicht verschoben wird, ist dessen Hochwassersicherheit zu garantieren. Die bestehende Verbindungsstrasse Fäld Binn ist ebenfalls zu schützen. Aufgrund zu erwartender Auflandungsprozesse wird eine angemessene Kiesbewirtschaftung nötig sein.
Das folgende Projekt wurde 2006 aufgelegt und kann nun ausgeführt werden. Zeitraum der Arbeiten Frühling Herbst 2007
Naturschutzgebiet Im Projektperimeter sind keine Naturschutzgebiete ausgeschieden. Der Projektperimeter befindet sich innerhalb des BLN-Gebietes 1701 Binntal und auch innerhalb des geplanten Landschaftsparks Binn. Ebenso ist es Perimeter wo ein Schutzvertrag mit Pro natura besteht.
Zustand Flora Die floristische Inventarisierung des Projektperimeters erfolgte am 03. November 2005 durch Remo Wenger, Dr. lic. phil. nat Biologe. Die warme Witterung und die Tatsache, dass bisher noch kein Frost eingesetzt hatte und kein Schnee gefallen war, ermöglichte eine verlässliche Aufnahme der Vegetation, da bei allen beobachteten Arten zumindest sterile Pflanzenteile in ausreichender Menge für eine Bestimmung vorhanden waren.
Der Projektperimeter wurde gesamtheitlich vegetationskundlich kartiert und die verschiedenen Vegetationstypen Lebensräume und Arten erfasst.
Die Resultate der Inventarisierung sind in Anhang 3 dargestellt (Vegetationstypen, Artenliste). Eine Übersicht über die vorhandenen Lebensräume in Bildform gibt Anhang 4.
Grundsätzlich kann man zwei Lebensräume unterscheiden: im Bereich oberhalb (=östlich) des bestehenden Durchlasses (vgl. Anhang 3) dominieren Nadelbäume, v.a. Fichte und Lärche
Zwar sind noch Reste des ursprünglich vorhandenen Grauerlenauenwaldes (Alnion incanae) vorhanden, da aber dieser Bereich bereits sehr lange nicht mehr regelmässig überschwemmt wurde, konnten sich Pionierbaumarten trockener Böden (Lärche, Birke) auf Kosten der eigentlich standorttypischen Grauerle etablieren. Vielerorts sind bereits Übergänge zum subalpinen Fichtenwald festzustellen. Dieser Vegetationstyp wurde deshalb in der Artenliste in Anhang 3 als Subalpiner Fichtenwald (Vaccinio-Piceion) bezeichnet, obwohl kleinräumig ein Mosaik verschiedener Vegegationstypen vorhanden ist: im Unterwuchs sind deshalb sowohl Vertreter von Trockenrasen (v.a. entlang des Dammes der Binna) wie auch ruderale Arten vorhanden. Gerade die Vertreter eher trockener Pflanzengesellschaften weisen wiederum darauf hin, dass diese Zone nicht mehr überflutet wird. Im Bereich unterhalb (=westlich) des bestehenden Durchlasses ist dieser Vegetationstyp ebenfalls vorhanden. Während er aber im Bereich oberhalb des Durchlasses das ganze Gebiet zwischen Binna und Parkplatz /Strasse einnimmt, ist dieser Vegetationstyp im unteren Bereich auf die erhöhten Bereiche zwischen Binna und Strasse (Binna bis Wanderweg +/- 20 m) beschränkt, da diese nicht überflutet werden. Die Bereiche des Subalpinen Fichtenwaldes sind auch auf dem Orthophoto in Anhang 3 anhand der dunkleren Farbe vom heller gefärbten Grauerlenwald gut abzugrenzen. Der ursprüngliche Gewässerverlauf ist auf dem Zonenplan in Anhang 1 noch ersichtlich.
Der für den Standort typische Vegetationstyp wäre eigentlich der Grauerlenwald (Alnion incanae). Dieser findet sich in recht typischer und schöner Ausbildung ausschliesslich im Bereich unterhalb des bestehenden Durchlasses: der Durchlass erlaubt, dass periodisch zumindest bei grossen Hochwassern der in Anhang 3 blau dargestellte Bereich überflutet wird. Der Bereich mit typisch ausgeprägtem Grauerlenwald deckt sich entsprechend mit der Überflutungszone.
Von den 77 insgesamt beobachteten Pflanzenarten figurieren keine auf der Roten Liste (vgl. Artenliste in Anhang 3). Vergleicht man die beiden Typenvegetationen miteinander (vgl. Abb. 4), stellt man fest, dass sie sich vor allem hinsichtlich der Anzahl Trocken- und Ruderalarten unterscheiden: Der nicht mehr überflutete Bereich (Subalpiner Fichtenwald) weist deutlich mehr Trocken- und Ruderalzeiger auf als der Grauerlenwald, was als ein weiterer Hinweis auf das fehlende Überflutungsregime gewertet werden kann. Von den oben erwähnten Vegetationstypen Lebensräumen sind gemäss Anhang 1 der NHV folgende als schützenswert eingestuft:
Massnahmen Flora Da das Projekt als eigentliches Aufwertungsprojekt angelegt ist, wird auf Ersatz der beeinträchtigten Vegetation verzichtet. Soweit als technisch machbar, werden für Böschungsstabilisierungen ingenieurbiologische Bauweisen (Weidenmaterial aus dem Projektperimeter) verwendet. Für die Bauarbeiten wird eine ökologische Baubegleitung beigezogen, die die fachgerechte Ausführung der Arbeiten überwacht und dafür sorgt, dass die Eingriffe möglichst gering ausfallen.
Massnahmen Fauna Um die Brutsaison der Vögel möglichst zu meiden und/oder um zu verhindern, dass Lebensräume durch Brutvögel besetzt werden, die durch die Eingriffe nachfolgend zerstört werden, wäre eine sehr frühe Ausführung der Bauarbeiten im zeitigen Frühjahr, sobald der Schnee geschmolzen ist, zu empfehlen. Möglich wäre alternativ eine Ausführung spät im Jahr (ab Ende September).
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