|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
|
|
 |
|
|
|
|
Steg. - War der Galdikanal zwischen Niedergesteln und Steg in früheren Zeiten oft (zu Recht) als stinkender Abwasserkanal tituliert worden, so hat sich dies in den letzten Jahren grundlegend geändert. Denn nach der erfolgreichen Renaturierung - gilt das Galdi als Paradebeispiel dafür, wie man Gewässer gleichermassen ästhetisch schön und biologisch wertvoll gestalten kann. Vergangenen Freitag fand in der Benkenstube in Steg die ordentliche Generalversammlung von Pro Natura Wallis statt. Traktandiert waren die Berichte über die verschiedensten Tätigkeiten, mit denen sich Pro Natura im Wallis zur Verbesserung der natürlichen Lebensgrundlagen unserer heimischen Flora und 'Fauna einsetzt. Im Anschluss an die Generalversammlung nahmen die Verantwortlichen von Pro Natura gemeinsam mit den Vertretern des Steger Gemeinderates an der offiziellen Begehung des neu renaturierten Galdikanals teil.
|
|
 |
|
|
|
 |
Rückblick: Im Jahr 2000 zeigte ein schweres Unwetter die vom Galdi ausgehenden Hochwassergefahren in aller Deutlichkeit auf. Der Kanal staute sich von der Rottenmündung bis weit hinter Steg zurück, wobei weite Teile der Ortschaft. unter Wasser standen. Die dabei resultierenden Schäden bei Industrie, Gemeinde und Privaten bezifferten sich auf über 30 Millionen Franken. Ein Konzept musste her, um die Gemeinde vor künftigen Unwettern zu wappnen. Im vergangenen Jahr wurde bereits ein Teil dieses Hochwasserschutzkonzeptes umgesetzt. Dabei wurden zwischen der Brücke Alustrasse und dem Hallenbad rund 1,25 Meter hohe Ufermauern erstellt und das Bachbett von sechs auf 15 Meter verbreitert. Zudem wurde der Kanal bis an die Gemeindegrenze zu Niedergesteln verbreitert und renaturiert.
|
 |
|
|
|
 |
|
 |
|
|
|
 |
Eigentlich hätten es die Verantwortlichen des Kantons bei den oben beschriebenen. Massnahmen belassen wollen, bis im Rahmen der dritten Rhonekorrektion ein Entscheid über den Mündungsbereich des Galdi gefallen worden wäre. Denn die oben erwähnten Bachbettverbreiterungen sowie die Mauem hätten ausreichenden Schutz vor einem wie im Jahr 2000 erlebten Ereignis geboten, das in etwa alle 50 Jahre zu erwarten wäre. Um gar IO0-jährige Flutkatastrophen bändigen zu können, wie dies eigentlich das Ziel eines jeden vernünftigen Hochwasserschutzkonzeptes sein sollte, müsste der Mündungsbereich des Galdikanals mehrere hundert Meter weiter nach Westen in Richtung Niedergampel gezogen werden, um ein genügend grosses Gefalle für einen ausreichenden Wasserabtransport zu erreichen. Aus diesen Gründen sollte eigentlich die Renaturierung des südlich der Brücke Alustrasse gelegenen Galdiabschnittes nicht prioritär behandelt werden.Als aber Pro Natura den Verantwortlichen des Kantons sowie dem Steger Gemeinderat ein Angebot unterbreitete, 120000 Franken für die sofortige Realisierung der Galdirenaturierung einzuschiessen, kam es zu einer gelungenen Partnerschaft aller involvierten Kreise, die es Pro Natura erlaubten, an sämtlichen Baustellensitzungen teilzunehmen und ihre Vorstellungen und Wünsche betreffend Endgestaltung und Unterhalt einzubringen. Die 120000 Franken stammen im Übrigen von einem nicht genannt sein wollenden Spender.
|
 |
|
|
|
 |
Im Laufe dieses Jahres wurde ab der Brücke Alustrasse auf einer Länge von 400 Metern in Richtung Mündung das Bett des Galdikanals von 13 auf 27 Meter fast verdoppelt. Der restliche Abschnitt bis zur Mündung bleibt bestehen wie er ist, bis im Rahmen der dritten Rhonekorrektion weitere Massnahmen umgesetzt werden. Auf der rechten Kanalseite wurde der Damm erhöht und darauf ein Fussgängerweg aus Kies erstellt. Der Fussgängerweg wurde bis in den Mündungsbereich gezogen, sodass die Spaziergänger über die dortige Brücke über die Lonza gelangen können, ohne die Kantonsstrasse überqueren zu müssen.
|
 |
|
|
|
 |
|
 |
|
|
|
 |
Die wichtigsten Änderungen betreffen den Flusslauf. Dank den in den Bach gebauten Inseln, dem kurvigen Verlauf des Kanals, den Verengungen sowie Ausweitungen wird die Strömung des Galdis von Abschnitt zu Abschnitt variiert, was eine starke Verbesserung für Fische, Frösche, Krebse und anderes Wassergetier bedeutet. Für die Fische wurden eigens mehrere Ladungen Kies in den Flusslauf geschüttet, um ihnen eingeeignetes Laichsubstrat zu bieten. Die Biologen erhoffen sich nebst dem erfolgreichen Laichen der Bachforelle auch die Wiederkehr der Äschen, die in den tieferen Bereichen des Galdis ihre Wintereinstände finden könnten.
|
 |
|
|
|
 |
Grosse Verbesserungen wurden auch für die Vogelwelt erzielt. Die grüne Bepflanzung bietet manch einer heimischen Art Nist- und Brutplatz sowie eine ausreichende Nahrungsquelle. Gezielt wurden zwei rund zwanzig Meter lange Steilwände eingeplant, die es dem, Eisvogel erlauben sollen, bei uns zu brüten. Dieser bunte Vogel ist bei uns zwar immer wieder zu beobachten, doch eher als Zugvogel denn als brütender Standvogel. Mit den umgesetzten Massnahmen sind indessen nicht nur Flora und Fauna besser bedient. Auch die Menschen erfreuen sich am neuen Bach, der quasi vor der Haustür verläuft. Der frisch renaturierte Galdikanal ist sicherlich ein Paradebeispiel dafür, wie man Gewässer sinnvoll aufwerten kann. Die Gemeinde Steg wird ihr Engagement kaum bereuen. Im Gegenteil, dank des neuen Galdikanals hat Steg eindeutig eine schöne Naherholungszone erhalten und somit an Attraktivität gewonnen.
|
 |
|
 |
 |
|
|