Das Biotop Pfaffenegge ist heute praktisch die einzige offene Wasserfläche im Talgebiet des Obergoms. Es befindet sich zwischen Geschinen und Ulrichen am linken Rottenufer, am Anfang eines alten Rottenarmes.
Sein Ursprung ist künstlich. Die Ausbeutung von Kies in den Jahren um 1970 schuf mehrere offene Wasserflächen. Nach der Aufgabe der Kiesbewirtschaftung wurden die nunmehr ungestörten Teiche zu einem sehr wichtigen Biotop für die Fortpflanzung von Amphibien und Libellen.
Bevor der Besitzer der alten Kiesgrube die nicht mehr genutzte Fläche zuschütten konnte, kaufte Pro Natura die Parzelle in letzter Minute. Dadurch und mittels einiger geplanter Aufwertungsarbeiten sicherte sie den Schutz der aquatischen Fauna.
Jeden Frühling zur Zeit der Schneeschmelze strömen unzählige Grasfrösche (Rana temporaria) von allen Seiten zum Tümpel. Der Bergmolch (Triturus alpestris) pflanzt sich ebenfalls in der Pfaffenegge fort.
Das Feuchtgebiet ist ein wichtiger Zufluchtsort für Libellen im Obergoms. Besondere Beachtung verdient das Vorkommen der Glänzenden Binsenjungfer (Leste dryade), da diese Libellenart im Wallis bisher nur an vier Standorten gefunden wurde.