Direktzahlungssystem – mehr Natur bim Buur

Pro Natura fordert, dass die Direktzahlungen des Bundes zielorientiert für Leistungen zur Förderung der Biodiversität und der Landschaftsqualität umgelagert werden.

 

Der Landwirtschaftsartikel in der Bundesverfassung (Artikel 104 BV) weist der Landwirtschaft mehrere gleichwertige Aufgaben zu:

 

  • die Produktion von Lebensmitteln.
  • den Schutz der natürlichen Ressourcen.
  • die Pflege der Kulturlandschaft.

 

Pro Natura stellt sich hinter eine multifunktionale Landwirtschaft, wie sie in der Bundesverfassung umschrieben ist. Sie anerkennt die verbesserten ökologischen Leistungen vieler Landwirte, stellt aber fest, dass die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten vielerorts immer noch zurückgeht. Der grösste Teil der landwirtschaftlichen Direktzahlungen zeigt nicht die erwünschte Wirkung.

 

Pro Natura setzt sich in Arbeitsgruppen und in Vernehmlassungen für eine Lebensmittelproduktion im Einklang mit der Biodiversität, einer hohen Bodenfruchtbarkeit und sauberen Gewässern ein.

 

Eine Prise mehr Ökologie

Ab 2014 gilt die neue Agrarpolitik für die Jahre 2014-2017 (AP 14-17). Bäuerinnen und Bauern werden sich dann auf ihren Betrieben auf das weiterentwickelte Direktzahlungssystem ausrichten. Aus ökologischer Sicht besonders bedeutsam ist die Direktzahlungsverordnung (DZV). Sie regelt, wie viele öffentliche Gelder Landwirtschaftsbetriebe für welche gesellschaftlichen Leistungen erhalten.

 

Mit der AP 14-17 wurde das Direktzahlungssystem reformiert. Es geht um jährlich 2.8 Milliarden Franken, welche in einzelnen Bereichen leistungsorientierter ausgerichtet werden. Die alten und schädlichen Direktzahlungen für jedes Tier wurden gestrichen. Damit konnte ein wichtiger Fehlanreiz endlich beseitigt werden. Bisher galt: Je mehr Tiere, desto mehr Geld – aber auch stetig steigende Importe von Kraftfutter und mehr Nährstoffe, die zur Überdüngung von Feldern und zum Verlust von Biodiversität geführt haben.

 

Eine verpasste Chance

Leider hat die Vorlage AP 14-17 mit der Dauer des politischen Prozesses an ökologischen Verbesserungen verloren. So wird auch ab 2014 nur ein kleiner Teil der Steuergelder für eine ökologischere Landwirtschaft eingesetzt. Zu wenig, als dass eine Weichenstellung in Richtung tatsächlich ökologischer Landwirtschaft gelingen wird. Weiterhin werden hunderte von Millionen Franken unter dem irreführenden Titel «Versorgungssicherheit» giesskannenartig ausgeschüttet; getreu dem Motto «Je grösser ein Betrieb, desto mehr Direktzahlungen».

 

Fehlanreize korrigieren

Pro Natura wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass in den kommenden Jahren die bestehenden, kostspieligen Fehlanreize korrigiert werden. Pro Natura kämpft für eine Landwirtschaft mit einer gesunden, einheimischen Lebensmittelproduktion im Einklang mit der Natur.