Schutzprojekt für den Alpen-Mannstreu in den Freiburger Voralpen

Diese wunderschöne Pflanze, die wie eine blaue Distel aussieht und zwischen Juli und Anfang September blüht, ist eine endemische Art des Alpenbogens. Viele Bestände werden durch das Pflücken und Ausreissen sowie durch Überweidung oder Verbuschung beeinträchtigt, sodass die Art gesamtschweizerisch als gefährdet gilt.


Der Alpen-Mannstreu bevorzugt frische, tiefgründige, kalkreiche Böden an steinigen, sonnigen und meist steilen Hängen. In der Schweiz ist er vor allem in den kalkreichen westlichen Voralpen zwischen 1400 und 2100 Metern anzutreffen. Diese Lebensräume tendieren oft zum Verbuschen, wenn sie nicht mehr beweidet oder gemäht werden. Es gilt, ein Gleichgewicht zwischen zu geringer und zu intensiver Nutzung zu finden. Denn der Alpen-Mannstreu gerät in Schwierigkeiten, wenn der Weidedruck hoch ist und er dicht über dem Boden abgefressen wird: Die Pflanze hat dann nicht mehr genug Kraft, um zu blühen und abzusamen und in ihren Wurzeln Vorräte anzulegen. Schliesslich stirbt sie ab.

 

Auf der Alp Bonaudon in den Freiburger Voralpen existiert noch eine kleine gesunde Population. Doch seit einigen Jahren wird die Alp zwischen Juni und Ende August von einer grossen Schafherde besucht. Die Schafe sind nicht wählerisch, sondern fressen alles ebenerdig ab.

 

In Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg und dem Alpwirt untersucht Pro Natura, welche Massnahmen geeignet sind, um die Population vor den gefrässigen Zähnen zu schützen. Es scheint, dass das Einzäunen der Pflanzen und der Kampf gegen die Verbuschung am zweckmässigsten sind.