Baldeggersee

Der See ist seit 1940 im Eigentum von Pro Natura. Mit einer Fläche von etwas mehr als 5 km2 ist er ein imposantes Schutzgebiet. Der Mittellandsee mit weitgehend unverbauten und zum grössten Teil natürlichen Ufern ist ein wichtiges Brut- und Überwinterungsgewässer für Vögel.

 

Leider ist der Baldeggersee stark überdüngt. Deshalb wird der See seit 1982 künstlich mit Sauerstoff beatmet, um die Schäden der zu hohen Phosphoreinträge einzugrenzen. Ursache der hohen Phosphorzufuhr ist die intensive Tierhaltung (Schweinemast) rund um den See. Noch immer beträgt die Zufuhr von Phosphor aus der Landwirtschaft viermal mehr, als für einen gesunden See tolerierbar ist.

Im Einzugsgebiet der Luzerner Mittellandseen gibt es eine Konzentration der schweizerischen Schweinehaltung. Für deren Fütterung wird viel phosphorhaltiges Schweinefutter in die Region eingeführt. Ein Teil des Phosphors wird mit dem Hofdünger auf das Land ausgeführt. Das hat dazu geführt, dass heute zwei Drittel der Naturwiesen und ein Drittel der Ackerflächen rund um den Baldeggersee mit Phosphor überversorgt sind.

 

Pro Natura hat 2003 einen stark beachteten Bericht vorgelegt, wie das Problem dauerhaft zu lösen wäre. Einzuführen wäre eine regional gültige einzelbetriebliche Tierbestandesregelung mit handelbaren Dünge-Zertifikaten (auf Basis DGVE). Leider konnte sich die Politik bis heute nicht durchringen, mit der vorgeschlagenen Lösung das Problem an der Wurzel zu packen und zu lösen.