Beobachtet in der Natur

Entdecken Sie mit Pro Natura bemerkenswerte Naturphänomene, lernen Sie die einheimische Artenvielfalt kennen und schärfen Sie Ihren Blick für die kleinen und grossen Wunder der Natur im Wechsel der Jahreszeiten.

September 2017: Vorsicht – Diese Beere macht blau

Wer kennt sie nicht, die wohlschmeckenden Früchte der Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus)? Bevor Sie die reifen Beeren im Spätsommer jedoch pflücken und in den Mund stecken, sollten Sie sich vergewissern, dass es sich nicht um Rauschbeeren (Vaccinium uliginosum) handelt. Der Verzehr einer grösseren Menge Rauschbeeren kann Sie nämlich in einen Zustand versetzen, der einer Trunkenheit ähnelt. Es wird vermutet, dass die dafür verantwortlichen giftigen Substanzen in den Rauschbeeren von einem schmarotzenden Pilz stammen.

 

Immerhin, die beiden Pflanzenarten sind bei genauerem Hinsehen klar unterscheidbar. Die Beeren beider Arten sind aussen zwar blau, das Fruchtfleisch und der Saft unterscheiden sich jedoch. Das Innere der Heidelbeeren ist nämlich ebenfalls blau, jenes der Rauschbeeren hat eine helle Farbe. Die beiden Heidekrautgewächse haben weitere Unterscheidungsmerkmale: Die jungen Zweige der Heidelbeere sind grün und kantig und ihre Laubblätter eiförmig zugespitzt mit fein gezähntem Rand. Die jungen Ästchen der Rauschbeere dagegen sind braun und rund, die Blätter ganzrandig. Genau hinschauen lohnt sich!

Nicht ganz harmlos: Die Rauschbeere (© Saxifraga, Jan van der Straaten)
Nicht ganz harmlos: Die Rauschbeere (© Saxifraga, Jan van der Straaten)