Die Bienenvölker sind akut bedroht

Unscheinbar, aber unverzichtbar: die Bienen. Während die Bienenmännchen vor allem an Nektar interessiert sind, tragen die Weibchen als Nahrungsvorrat für ihre Nachkommen Pollen in die Brutzellen der Nester ein. Mit dem für den Menschen unverzichtbaren Nebeneffekt der Bestäubung.

 

Denn rund ein Drittel der menschlichen Lebensmittel ist auf die Bestäubung von Bienen zurückzuführen. In einer Welt ohne Wild- und Honigbienen und damit in einer Welt ohne Bestäubung müsste der Mensch auf Früchte, Gemüse und Baumwolle verzichten. Übrig bliebe noch Weizen und andere Getreidesorten, und damit Brot und Teigwaren. Was es noch gäbe, wäre kostbar und teuer. Auch die Preise für Fleisch und Milchprodukte würden in die Höhe schnellen, denn wichtige Pflanzen zur Fütterung des Viehs wie Luzerne und Klee würden knapp.

 

Tatsächlich aber vermag auch die Schweizer Landschaft ihre Insekten kaum mehr zu ernähren. In vielen Regionen dominieren Maisanbau und Monokulturen. Nachdem die Bienen im Frühjahr beispielsweise in Rapsanbaugebieten im Überfluss leben, bricht das Angebot nach der Blüte abrupt zusammen – das Mittelland wird zur grünen Wüste.

 

Als ob das nicht genug wäre, machen auch neuartige Insektizide den Bienen das Leben schwer. Das Ziel ist klar: Es braucht wieder blühende Landschaften durch Hochstammbäume, Buntbrachen und bienenschonende Ernteverfahren.

Pro Natura fordert

 

  das Verbot von bienengefährlichen Pestiziden und die sofortige Rücknahme der Zulassung für bienengefährliche Beizmittel.
 

  eine transparentere Zulassungsprüfung sowie unabhängige Toxizitätsstudien.
 

  vom Bund unabhängige Felduntersuchungen über die Langzeitfolgen der Pestizide auf die Artenvielfalt im Ackerbau.
 

  eine Reduktionsstrategie für den Einsatz von Pestiziden in der Schweiz.
 

  eine Erhöhung der Biobeiträge und der Extensoprämien im Ackerbau.
 

Interview mit Professor Dave Goulson, University of Stirling

«Insecticides used on flowering crops have major impacts on bumblebees»