Europäischer Flussaal © Blickwinkel Hartl

Das Wandern ist des Aales Lust

01.11.2017

In der Schweiz steht der Aal auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Viele Tiere sterben in den Turbinen der Wasserkraftwerke, wenn sie sich auf Wanderschaft begeben.

Im Herbst begibt sich der in unsern Gewässern beheimatete Europäische Flussaal (Anguilla anguilla) auf grosse Wanderschaft. AIs «Blankaal» reist er flussabwärts bis ins Meer und schliesslich weiter in die Sargassosee östlich von Florida. Noch während der Wanderung werden die Verdauungsorgane zu Gunsten von Geschlechtsorganen zurückgebildet. In der Sargassosee paaren sich die Tiere, laichen ab und sterben. Ein neuer Lebenszyklus beginnt.

Die zarten Aallarven sehen aus wie durchsichtige Weidenblättchen. Im Golfstrom wandern sie über einen Zeitraum von etwa drei Jahren an die europäische Küste zurück. Danach weisen sie zwar die typische Aalgestalt auf, bleiben aber völlig durchsichtig. AIs «Glasaale» dringen sie in den Brackwasserbereich der Flussmündungen vor. Hier stellt sich der Stoffwechsel von Salz- auf Süsswasserbetrieb um. Jene Aale, die schliesslich flussaufwärts schwimmen, werden als «Steigaale» bezeichnet. Und als wäre dies alles nicht spektakulär genug, verfügen Aale noch über eine weitere Besonderheit: Wenn die Umgebung feucht genug ist, können sie gar über Land kriechen, um Hindernisse im Gewässer zu umgehen.

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