Wildtierbrücke © Aura / Emanuel Ammon

Hirschkuh Joba: Kehrtwende auf der Wildtierbrücke

22.01.2019

Wildtierbrücken über die A1 ermöglichen eine sichere Überquerung. Das Beispiel der zielstrebigen Hirschkuh Joba zeigt, dass Wildtiere diese Möglichkeiten kennen – wenngleich ihr Plan eine unverhoffte Wendung erfährt.

Wieder hat sich die Hirschkuh Joba einen Lagerplatz beim Bauernhof ausgewählt. Diesmal liegt sie den ganzen Tag gut verborgen in einem Maisfeld, nur 20 Meter neben der Gemeindestrasse. Nach Einbruch der Dunkelheit verlässt sie ihr Versteck und läuft schnurstracks über Wiesen und Felder Richtung Autobahn. Sie ist zügig unterwegs und scheint eine längere Wanderung mit klarem Ziel vorzuhaben.

Nächster Stop Wildtierbrücke

Joba‘s Weg führt direkt zur drei Kilometer entfernten Wildtierbrücke. Die Brücke ermöglicht eine sichere Querung über die Autobahn A1. Offensichtlich kennt die Hirschkuh den Weg dorthin genau.

Planänderung – wieder zurück zum Ruheplatz

Nachts um halb eins läuft Joba über die Brücke. Sie ist fast auf der anderen Seite angelangt und sieht bereits den Wald. Doch plötzlich bleibt sie stehen. Irgendetwas hat sie erschreckt. Wir können nur vermuten, was Joba’s Plan durchkreuzt hat. Ein Mensch? Andere Hirsche? Ein hupendes Auto?

Jedenfalls macht sie sofort kehrt und läuft, genauso zielstrebig wie sie gekommen ist, den ganzen Weg zurück. In der Morgendämmerung verzieht sie sich wieder ins gleiche Maisfeld und legt sich für den Rest des Tages zur Ruhe.

Diese Geschichte entstand im Rahmen des Projekts «Rothirsche in Bewegung». Die Senderhalsband-Daten von Hirschen im Schweizer Mittelland enthüllen Erstaunliches. Pro Natura erzählt die bewegenden Hirsch-Geschichten auf ihrer Website. So sensibilisieren wir die Öffentlichkeit für die Wanderbedürfnisse der Wildtiere – freie Bahn!



Warum kehrt Joba plötzlich um?

Wanderroute von Joba
Wanderroute von Joba

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