«Leben und leben lassen» heisst die Devise für einen Naturgarten. ©Jan Gürke/Pro Natura

Naturgärten – kleine und grosse Paradiese

10.09.2019

Sie möchten aus Ihrem Garten, Balkon oder einem selbst gebauten Pflanzgefäss eine Oase schaffen für heimische Tiere und Pflanzen? Ein Naturgarten, gross oder klein, bietet Nahrung, Unterschlupf und Heimat für Tiere und Pflanzen und erfreut das Auge und das Gemüt! Der Weg dahin ist einfacher, als Sie meinen!

Die gute Nachricht: Wer möchte, dass es im eigenen Garten mehr flattert, krabbelt und blüht, darf sich bei der schweisstreibenden Gartenarbeit etwas zurückhalten. «Leben und leben lassen» heisst die Devise.

Was ist eigentlich ein Naturgarten?

Ein Garten ist per se von Menschenhand angelegt, also eigentlich nicht natürlich. Ein Naturgarten wird nun aber, ganz im Gegensatz zum reinen Zier- oder Nutzgarten, nach dem Vorbild der Natur angelegt. Natürliche Lebensräume mit ihrer typischen heimischen Flora werden gefördert: Hecken, Blumenwiesen, Trockenstandorte. Dies bildet die Grundlage, damit die heimische Fauna Nahrung und Unterschlupf findet.

Ein dritter wichtiger Aspekt ist die Bodenqualität. In einem Naturgarten wird der Fokus auf humusarme Böden gelegt, davon profitieren konkurrenzschwache Arten wie die Zypressenblättrige Wolfsmilch. Auch unversiegelte Flächen sind wichtig, damit möglichst viel Regenwasser vor Ort versickern kann.

Zertifizierung und Wettbewerb «Naturgärten – kleine und grosse Paradiese!»

Pro Natura will mehr Natur – auch im Siedlungsraum, denn jeder Quadratmeter Naturgarten erhöht die Biodiversität. Oft erkennen Passanten und Nachbarn Naturgärten nicht als Oase der Natur. Aus diesem Grund bietet Pro Natura eine Zertifizierung von Naturgärten an und führt den Wettbewerb «Naturgärten – gross und klein» durch.

Sie haben einen Garten, Balkon, Terrasse oder eine kleine Fläche, die Sie natürlich gestalten oder gestalten wollen? Mitmachen ist einfach – die detaillierten Teilnahmebedingungen für die Zertifizierung und den Wettbewerb «Naturgärten – kleine und grosse Paradiese!» finden Sie bald online.

Folgende Punkte können Sie bereits jetzt im Herbst beachten, damit Ihr Naturgarten im Frühling möglichst vielen einheimischen Pflanzen und Tieren ein Zuhause bietet:

  • Pflanzen Sie vor allem einheimische Wildsträucher und Stauden. Denn Bienen, Schmetterlinge und Co fliegen nur, wenn der Tisch reich gedeckt ist und sie die Nahrung auch kennen. Pflanzen wie Wilde Möhre, Flockenblumen, Kartäuser-Nelke und Hecken mit Weiden, Wildrosen und Wolligem Schneeball verwandeln jeden Garten in ein Paradies für Insekten.
  • Einheimische Sträucher pflanzen (z.B. Kornelkirsche, Kreuzdorn, Pfaffenhütchen etc.)
  • Frühblüher in Wiese, Saum, Beete pflanzen wie z.B. Busch-Windröschen, Hohlknolliger Lerchensporn, Leberblümchen, Wald-Schlüsselblume, Wald-Veilchen usw.
  • Falllaub liegen lassen oder vom Rasen unter die Hecke wischen.
  • Verdorrte Teile von Stauden bis im Frühjahr stehen lassen oder Stängel von Brombeeren, Königskerzen und Sonnenblumen abschneiden, zusammenbinden und senkrecht zum Beispiel an Kompostgitter binden.
  • Holz aus Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern zu Asthaufen aufschichten.
  • Steinhaufen anlegen.
  • Wiese mähen, dabei eine kleine Fläche über Winter stehen lassen oder entlang der Hecke einen Saum stehen lassen und erst im Frühjahr mähen.

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