Drumlinlandschaft © hansruedi Wildermuth

Naturschutzgebiet Drumlinlandschaft: Verzaubert von Wasserjungfern

Diese Moorlandschaft verdankt die Vielfalt an Libellen der umsichtigen Pflege vieler kleiner Gewässer im ehemaligen Torfabbaugebiet. Dank jährlicher Streumahd präsentieren sich die Riedwiesen im Frühsommer in bunter Vielfalt: Orchideen, Heilziest und Sibirische Schwertlilie sind hier zu sehen.

Nachdem Sie Wetzikon hinter sich gelassen haben, erkennen Sie langgestreckte, bewaldete Kuppen – die Drumlins. Der Ausdruck stammt aus dem Keltischen und bedeutet «langgestreckter Hügel». Diese Drumlins wurden gegen Ende der Eiszeit geformt: Abschmelzende und später wieder vordringende Gletscherzungen haben den liegen gebliebenen Moränenschutt in walähnlichen Stromlinienformen modelliert. Nach der Eisschmelze konnten sich in den feuchten Mulden Moore entwickeln. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Torf abgebaut - zur Nutzung als Brennmaterial. Dadurch wurden die meterdicken Hochmoore zerstört; zurück blieb ein vielfältiges Mosaik aus Übergangs- und Flachmooren, Gräben und Tümpeln. Im Laufe des letzten Jahrhunderts gerieten auch diese wertvollen Lebensräume durch Pflug, Gülle und geplante Verkehrsprojekte in Gefahr.

Wichtige Torfstiche

Das Überleben einiger Libellenarten, wie beispielsweise der Grossen Moosjungfer, hängt vom Bestehen ehemaliger Torfstiche oder alter Gräben ab. Diese werden in Abstimmung mit der Moorregeneration so unterhalten, dass sie einerseits nicht einwachsen und andererseits nicht entwässernd wirken: Denn das wäre schädlich für die Moorvegetation. Nach mehreren Häutungen steigen die Libellenlarven aus dem Wasser, befreien sich aus der Larvenhaut - und wir werden Zeuge ihrer Flugkünste. So zum Beispiel am Mostbach, wo anfangs Juni die Männchen der Blauflügel-Prachtlibelle beim Revierkampf zu beobachten sind.

Vom Linth-Rhein-Gletscher geformte Landschaft mit langgezogenen Hügeln (Drumlins) und Mulden mit Flach- und Übergangsmooren.

Hunde sind an der Leine zu führen.



Wann besuchen
Frühling bis Herbst. Im Herbst kommen die einmaligen Moorfarben zur Geltung.
Wo
Zwischen Wetzikon und Hinwil (ZH).
Karte: 1:25'000, Blatt 1112 Stäfa.
Fläche
Pro Natura Zürich besitzt im Gebiet 37,9 ha Riedland und Wald.
Weiteres
Vor allem die Grosslibellen sind, aufgrund ihres zackigen Fluges, manchen Menschen wenig geheuer. Gemäss dem zürichdeutschen Wörterbuch werden die Libellen auch «Augeschüüsser», «Augestächer», «Tüüfelsgrosmueter», «Tüüfelsnaadle» oder «Wasserjumpfere» genannt. Doch Libellen können nicht stechen und sind für uns absolut ungefährlich.
Anreise
Mit den SBB bis Wetzikon.