Gelbringfalter © Ireen Trummer Wikipedia

Gelbringfalter im Jurabogen

2015 wurde im nordwestlichen Kettenjura eine bisher unbekannte Population des äusserst bedrohten Gelbringfalters gefunden. Dieser Schmetterling kommt in lichten Wäldern vor. Die Schweiz hat für das Überleben dieser Art eine grosse Verantwortung.

In halboffenen Wäldern fühlt sich der Gelbringfalter zu Hause. Die besonnten Lichtungen sind Rendez-vous-Plätze für diese Falter. Deren Raupen fressen sich im Halbschatten des umgebenden Waldes an den Gräsern satt. Früher waren unsere Wälder durch intensive Brennholznutzung und Beweidung lichtdurchfluteter und damit heller. Der Rückgang der traditionellen Nutzungsformen liess die Wälder zunehmend verdunkeln. Lichtungen und Grasbewuchs gingen verloren. Dass der früher häufig vorkommende Gelbringfalter selten geworden ist, ist eine der Auswirkungen.

Auf der Suche nach weiteren Vorkommen

Im jurassischen Val Terbi wurden einige Exemplare dieses bedrohten Falters entdeckt. Das lässt hoffen. Seit 2017 suchen wir deshalb in dieser Region kantonsübergreifend geeignete Waldflächen nach Faltern ab. Wo wir Gelbringfalter entdecken, werten wir bei Bedarf den Wald gezielt auf. Einzelne Bäume werden entfernt, um so mehr Licht in den Wald zu bringen. Mit den geplanten Massnahmen hat der Gelbringfalter gute Chancen, in der Region zu überleben und den Wald wieder zu besiedeln.

Auch andere Arten profitieren

Zahlreiche Bewohner lichtdurchfluteter Wälder sind heute selten geworden. Von den im Rahmen dieses Projektes getroffenen Massnahmen können auch andere Arten profitieren. Zum Beispiel der bedrohte Alpenbock. Er ist auf gut besonnte Rotbuchen angewiesen und teilt sich seinen Lebensraum oft mit dem Gelbringfalter. An geeigneten Standorten profitieren nach den Eingriffen auch verschiedene Reptilien und Waldorchideen von mehr Licht.