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P058: Lebensraumförderung für Wasser- und Zugvögel im Kaltbrunner Riet (2022-2028)

Das Kaltbrunner Riet ist ein Wasser- und Zugvogelreservat von internationaler Bedeutung. Die hohen Baumhecken im Riet schränken jedoch den nutzbaren Lebensraum für Zugvögel ein. Im Rahmen eines Lebensraumförderprojekts werden daher die Baumhecken in ökologisch wertvolle Niederhecken umgewandelt.

Das Kaltbrunner Riet ist ein wertvoller Rastplatz für Zugvögel auf dem Weg von ihren Winterquartieren zu ihren Brutplätzen und zurück. Zugvögel bevorzugen grossräumige, offene Landschaften und meiden hohe Strukturen. Auch die Linthebene war einst eine offene Landschaft ohne hohe Baumstrukturen. Im Rahmen der Melioration der Linthebene in den 1940er- bis 70er-Jahren wurden Baumhecken zum Schutz vor Bodenerosion gepflanzt. Dadurch hat die Linthebene ihren offenen Charakter mehrheitlich verloren. Die noch heute bestehenden Baumhecken schränken den nutzbaren Lebensraum für Zugvögel im Kaltbrunner Riet ein.

Baumhecke im Süden © Pro Natura St. Gallen-Appenzell © Pro Natura St. Gallen-Appenzell
Baumhecke im Süden

Ziel des Förderprojektes ist es, den ursprünglich offenen Charakter der Linthebene im Kaltbrunner Riet wiederherzustellen und damit den nutzbaren Lebensraum für Wasser- und Zugvögel zu vergrössern. Zwischen 2022 und 2028 werden dazu die hohen Baumhecken in ökologisch wertvolle, vielfältige Mittel- und Niederhecken (4-5 m hoch) umgewandelt. Sämtliche Eichen und ein Teil der Kirschbäume bleiben als wertvolle Biotopbäume erhalten. Sträucher, insbesondere beeren- und dornentragende, werden gefördert und die Hecken damit ökologisch aufgewertet. Sie dienen so anderen Feuchtgebietsarten wie dem Laubfrosch als wertvolle Lebensräume. Zudem wird ein Teil des geschlagenen Holzes genutzt, um Asthaufen mit Aufzuchtskammern für Hermeline zu erstellen. Einige gefällte Bäume werden in den Hecken liegengelassen, um Totholzarten zu fördern.

Die Fällung der hohen Bäume erfolgt in zwei Etappen in einem Abstand von 2-3 Jahren, um die Entwicklung der Strauchschicht zu beobachten und gegebenenfalls den Holzschlag gezielt anpassen zu können.

Das Projekt wird von Pro Natura St.Gallen-Appenzell, Geschäftsstelle für das Kaltbrunner Riet, geleitet und koordiniert. Die Schweizerische Vogelwarte Sempach steht beratend zur Seite. Die Holzerarbeiten werden durch die Förster der Gemeinden Kaltbrunn und Uznach sowie die Linthebene Melioration durchgeführt. Das Projekt wird finanziert vom Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St.Gallen, der Vogelwarte Sempach sowie Pro Natura. Die Öffentlichkeit wird vor und während der Holzerarbeiten mittels temporärer Informationstafeln vor Ort informiert.

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