Flutmulde in Pfaffnau

Pfaffnau LU: Wie Biber und Bauern auskommen können

Zum Schutz ihrer Bauten stauen Biber gerne Bäche und kleine Flüsse. Was die Natur freut, stört oft die betroffenen Landwirte. Lösungen sind gefragt. In Pfaffnau LU sorgten drei neue Flutmulden dafür, dass Natur und Landwirtschaft aneinander vorbei kommen.

Die Pfaffnere bei Pfaffnau ist ein kleiner Fluss mit teilweise stark verbauten Ufern. Dies störte die ansässige Biberfamilie nicht – sie baute ihre Dämme ins schmale Flussbett. Resultat: Überschwemmte Wiesen im Uferbreich, die landwirtschaftliche Nutzung war erschwert.  

Für die Natur sind überschwemmte Wiesen, temporäre Tümpel und Feuchtbiotope sehr wertvoll. Bereits auf kleinem Raum bieten diese Gebiete Platz für viele seltene Arten. Wo aber die landwirtschaftliche Nutzung bis hart ans Gewässer erfolgt, können Konflikte entstehen. 

Flutmulden als Lösung

Damit Biber und Mensch an der Pfaffnere friedlich nebeneinander leben können, brauchte es eine rasche Lösung für beide Seiten. Biber stauen in erster Linie Wasser, damit der Eingang zu ihrem Bau unter Wasser liegt. Das geschickte Anlegen von drei Flutmulden im Hochwasserrückhaltebecken löste das Problem. Das durch den Biber gestaute Wasser kann sich neu in den Flutmulden zurückstauen. Und trotzdem liegt der Eingang in den Biberbau immer noch unter Wasser.

Hochwillkommener Nebeneffekt: Die gefährdete Kreuzkröte nutzt die drei Flutmulden sehr gerne als Laichgewässer. Bereits im ersten Jahr fanden wir ihre Kaulquappen. Und auch für die Landwirtschaft passt diese Lösung, denn das Wiesland bleibt nutzbar.  

Ermöglicht wurde das Projekt durch die gute gemeinsame Zusammenarbeit. Pro Natura Luzern stand im engen Kontakt mit den kantonalen Dienststellen, der Gemeinde und den betroffenen Landwirten.

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Medienmitteilung