Eine blühende Wiese voller Löwenzahn © Jan Gürke

Rothirsch Ardy: Pfadfinder ohne GPS und Karte

16.10.2017

Home sweet home – Wie Pfadfinder Ardy ganz ohne Kompass und Karte vom Emmental ins Mittelland findet

In der vorherigen Folge haben wir die erstaunliche Wanderung des Hirschs vom Mittelland bis ins Emmental beschrieben. Die Hoffnung auf ein Schäferstündchen liess ihn eine strapaziöse Wanderung von rund 45 Kilometern auf sich nehmen.

Zwei Wochen hielt sich Ardy im Emmental auf. Ob er eine hübsche Hirschdame als Partnerin gewinnen konnte, ist uns leider nicht bekannt. Aber wir wissen: Am Ende der Brunftzeit zieht es ihn wieder zurück ins Mittelland, «nach Hause».

Es ist vier Uhr nachmittags, als Ardy losläuft. Nach ein paar Stunden Wandern gönnt er sich am späten Abend ein Nickerchen im Wald. Aber er scheint keine Ruhe zu finden. Nur zwei Stunden später zieht er im Schutz der Dunkelheit weiter. Er wandert und wandert, bis er wieder sein Lieblingsversteck in einem Mittelland-Wäldchen zwischen Solothurn und Langenthal erreicht.

In dieser Nacht legt Ardy eine Marathonstrecke von mehr als 40 Kilometern zurück, unterbrochen nur von einer kurzen Ruhepause. Das Erstaunlichste daran ist aber seine Wegwahl: Er nutzt exakt die gleiche Route wie beim Hinweg, quert Täler und Strassen an denselben Stellen und findet auf Anhieb wieder zu seinem bevorzugten Ruheort zurück – ganz ohne GPS, Karte oder Kompass.

Wohin wandert Ardy?

Weg des Rothirschs Ardy, vom Emmental nach Solothurn © Pro Natura
Weg des Rothirschs Ardy, vom Emmental nach Solothurn.