Mohnblumen vor einem Bauernhof © Jan Guerke

Schlafplatz im Maisfeld – Wika's Besuch beim Bauernhof

05.08.2017

Schlafplatz im Maisfeld – wer hätte das von einem Hirsch gedacht?

«Hirsche leben im Wald», denken wir oft. Das muss aber nicht so sein, wie uns die Hirschkuh Wika zeigt. Im Juli steht der Mais dicht und hoch auf den Feldern. Wika nützt dies und wählt ein Maisfeld als Versteck. Ihre Tagesruhe verbringt sie nur wenige Meter hinter einem Bauernhaus. Wie fest lässt sie sich von Menschen stören? Wir folgen ihr drei Nächte…

Am ersten Abend pirscht sie sich sogar noch vor Sonnenuntergang quer durchs Maisfeld und sucht ihr Futter auf der offenen Fläche, weit entfernt von umliegenden Häusern.

In der zweiten Nacht ist sie bereits mutiger. In der Morgendämmerung spaziert sie direkt vor dem Schlafzimmerfenster des Bauern vorbei. Am Tag liegt sie wieder in ihrem Versteck im hohen Maisfeld.

In der dritten Nacht ist sie bereits gut mit der Umgebung vertraut. Sie wagt sich auf die ungeschützten Felder vor dem Bauernhaus und umrundet dabei das Anwesen. Und auch für die Nacht wählt sie wagemutig einen Schlafplatz im Rapsfeld. Das Spezielle daran ist: Hirschkühe haben eine Schulterhöhe von bis zu einem Meter, Raps hat eine Höhe von rund 40 bis 120 Zentimeter. Wika muss bei herannahender Gefahr ganz ruhig liegen bleiben, damit sie nicht entdeckt wird.

Wika beweist, wie anpassungsfähig Rothirsche an ihre jeweilige Umgebung sind. Ein sicheres Versteck für ungestörte Ruhepausen, gutes Futter und genügend Bewegungsraum reichen, damit sich Hirsche für mehrtägige Aufenthalte an einem Ort entscheiden. Ob Bergwald oder Felder im Mittelland scheint zweitrangig zu sein – jeder Hirsch hat individuelle Vorlieben. Damit Hirsche weiterhin frei wählen können, setzen wir uns ein für mehr Wildtierkorridore.