Rothirsch im Wald läuft dem Sonnenuntergang entgegen © Pixabay, Arturasker

Bajo und Joba – das jähe Ende der Zeit zu zweit

11.12.2018

Nachdem der Hirsch Bajo die Hirschkuh Joba getroffen hat, verbringen die beiden eine Woche gemeinsam. Tagsüber verstecken sie sich in Joba’s Ruheplatz im Wald. Autos und Velos fahren nur ein paar Meter entfernt auf der Strasse vorbei.

Die Hirsche liegen vor den Blicken der Menschen verborgen im Unterholz. Nachts treten sie hinaus auf die Wiesen zum Fressen und kehren vor der Morgendämmerung wieder gemeinsam zurück in den Wald.

Nach einer Woche Zweisamkeit verlassen die beiden gegen Mitternacht den Wald in Richtung Aare. Dort fressen sie eine Weile, wie gewohnt immer in Sichtweite voneinander. Dann ziehen sie zusammen weiter. Die Menschen auf dem Bauernhof beobachteten, wie die beiden im Schutz der Dunkelheit das Gehöft durchqueren.

Alles sieht aus wie bereits in den Tagen zuvor. Doch dann kommt alles anders. In der zweiten Nachthälfte trennen sie sich plötzlich. Die Hirschkuh Joba zweigt scharf nach Norden ab, zieht über die Felder und Wiesen und sucht sich ein neues Lager im grossen Lengwald. Bajo dagegen macht kehrt und läuft zielstrebig zurück in das Lager der vergangenen Tage. Dort lässt er sich nieder – wieder allein.

Diese Geschichte entstand im Rahmen des Projekts «Rothirsche in Bewegung». Die Senderhalsband-Daten von Hirschen im Schweizer Mittelland enthüllen Erstaunliches. Pro Natura erzählt die bewegenden Hirsch-Geschichten auf ihrer Website. So sensibilisieren wir die Öffentlichkeit für die Wanderbedürfnisse der Wildtiere – freie Bahn!



Bajo und Joba – Zweisamkeit auf Zeit

Wanderroute von Bajo und Joba
Bajo und Joba – Zweisamkeit auf Zeit