Gentechnik

Seit Jahrtausenden gestalten die Menschen das Erbgut von Pflanzen. Indem sie Pflanzen züchten, passen sie deren Eigenschaften ihren Wünschen an. Dabei mussten sie sich an die Schranken halten, die ihnen die Natur vorgab. Mit Hilfe der Gentechnologie kann der Mensch diese Schranken durchbrechen und Eigenschaften einer Art auf andere Arten übertragen.

 

Mit der Gentechnologie nehmen ökologische Probleme und die Monopolisierung im Saatgutmarkt nochmals weiter zu. Wir schaffen uns neue Möglichkeiten, aber auch neue und unbekannte Risiken. Freigesetzte, gentechnologisch veränderte Organismen sind in ihrer Ausbreitung nur noch schlecht kontrollierbar. Damit übernehmen wir gegenüber den kommenden Generationen eine Verantwortung von historischer Bedeutung.

 

Bekannte Gefährdungen sind etwa

 

  • Aus dem Anbau von GV-Pflanzen in der Schweiz entstehen nur punktuell ökologische und ökonomisch Vorteile, ohne Berücksichtigung der Koexistenzkosten und unter Annahme einer guten gesellschaftlichen Akzeptanz der Produkte (Speiser et al. 2012).
  • Auskreuzungen und horizontaler Gentransfer sind unerwünschte Begleiterscheinungen, die zu einem Genfluss von GVO zu verwandten Nutz- oder Wildpflanzen führen. Sehr verbreitet ist die Auskreuzung beim Raps. Raps gilt deshalb in der Schweiz als nicht „koexistenzfähig“. Darüber hinaus bleibt Rapssamen, der bei Ernte und Transport verloren geht, jahrelang keimfähig.
  • Herbizidtolerante Sorten können zu einer Erhöhung des Herbizidverbrauchs und zu einer Reduktion der Biodiversität im Acker führen (Benbrook 2012, Pleasants et al. 2012).
  • Besonders in Kombination mit gewissen Management-Strategien, wie beispielsweise das Betreiben von Monokulturen, können schädlingsresistente Sorten das Auftreten von Resistenzen beim Schadorganismus erhöhen, so dass in der Folge auf andere, möglicherweise toxischere Insektizide ausgewichen werden muss.
  • Mit dem Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen wird auch der insektizide Wirkstoff aus dem Bacillus thuringiensis in die Umwelt verbreitet. Bei Exposition kann dieser die Raupen von Schmetterlingen gefährden (Holst et al. 2013; Perry et al. 2012).
  • Der Einsatz von Gentechnik kann zu einer einseitigen Forschung auf wenige umsatzstarke Pflanzen (Mais, Weizen, Reis, Soja, Raps) führen und weniger verbreitete Kulturpflanzen verdrängen (Jacobson et al. 2013 ).
  • Die Entwicklung von gentechnisch veränderten Pflanzen ist zudem aufwändig und teuer und damit auf wenige Saatguthersteller beschränkt. Dieser Umstand kann zu einer starken Einschränkung bei der Sortenvielfalt führen.

 

Längst nicht alle Gefährdungen und deren Auswirkungen – auch auf den Menschen – sind erforscht. Umso vorsichtiger sollte unser Umgang mit der neuen Technologie sein.

 

Darum fordert Pro Natura: Gentechnisch veränderte Organismen sollen nicht angebaut und das Moratorium bestehen bleiben.