Häufig gestellte Fragen zum Thema Schmetterling

Bei Pro Natura gehen zum Thema Schmetterlinge immer wieder Anfragen aus der Bevölkerung ein. Hier ist eine Auswahl der am häufigsten gestellten Fragen.

Wieviele Schmetterlinge leben in der Schweiz?

Gegen 3600 verschiedene Arten! Zu den Schmetterlingen zählen nicht nur die bekannten und attraktiven Tagfalter. Diese sind mit lediglich 192 Arten eine Minderheit. Auch Motten (z.B. die Kleidermotte oder gefürchtete Dörrobstmotte), Spanner, Spinner und viele mehr sind im strengen Sinn Schmetterlinge. Weltweit kennt man über 150'000 Arten.

Was bedeutet Lepidoptera?

Das ist der wissenschaftliche Sammelbegriff für die Ordnung der Schmetterlinge und bedeutet Schuppenflügler. Dies rührt daher, dass die Flügel der Schmetterlinge von winzigen Schüppchen bedeckt sind. Bei Berührung lösen sich diese relativ leicht und bleiben an den Fingern haften. Auf die Flugfähigkeit hat dies keinen Einfluss, wenn dabei nicht die Flügel verletzt werden.

Soll man Schmetterlinge züchten?

Mit der Raupenzucht verhält es sich ähnlich wie mit der Winterfütterung der Vögel: für die Erhaltung der Arten bringt es nichts. Schmetterlingsraupen der freien Wildbahn zu entnehmen, sie zu Hause aufzuziehen und dann wieder freizulassen, ändert nichts an der Qualität des Lebensraums. Und diese ist derzeit in vielen Gebieten der Schweiz schlecht. Kurzfristig werden zwar mehr Schmetterlinge sichtbar sein, aber langfristig werden sie wieder verschwinden, weil sie in der Landschaft keinen Platz finden. Die Massnahme kann sogar schädlich sein! Wenn bei der Aufzucht andere Bedingungen herrschen als im Lebensraum, kann das die Überlebenschance der Nachkommen negativ beeinflussen (zum Beispiel könnten die gezüchteten Schmetterlinge zu früh schlüpfen). Die nach Hause genommenen Raupen «fehlen» in der Natur.

 

Die Zucht hat aber auch positive Seiten. Eine Schmetterlingsraupe aufziehen, ihr beim Verpuppen zuzuschauen und das Ausschlüpfen des fertigen Schmetterlings zu beobachten, ist spannend und lehrreich. Wenn diese Aufzucht mit häufigen, nicht geschützten Arten geschieht (z. B. Kohlweissling, Tagpfauenauge), wenige Raupen der Natur entnommen werden und die geschlüpften Falter am selben Ort freigelassen werden, ist dies eine sinnvolle Aktivität.

Kann man Schmetterlinge wiederansiedeln?

Eine Wiederansiedlung gewisser Arten kann dann sinnvoll sein, wenn ein Schmetterlingslebensraum so verbessert wurde, dass dort wieder eine Population leben könnte, diese aber nicht mehr selbständig an diesen Ort zurückkehren kann. Für solche Wiederansiedlungsprojekte gibt es international anerkannte Rahmenbedingungen. Diese sollen eingehalten werden. Solche Massnahmen müssen immer zeitlich befristet sein.

Darf ich überhaupt Schmetterlingsraupen nach Hause nehmen?

Einige Schmetterlingsarten sind in der Schweiz oder in einzelnen Kantonen geschützt. Sie dürfen, ausser mit behördlicher Bewilligung, nicht eingefangen, gehalten und ausgesetzt werden. Das Tier des Jahres 2003, der Schwalbenschwanz, ist in den Kantonen Aargau, Bern, Genf*, Obwalden, Schaffhausen, Waadt* geschützt.

 

*Genf und Waadt haben eine Spezialbestimmung für alle Wirbellosen Tierarten.

Was kann ich in meinem Garten für Schmetterlinge tun?

Wer möchte, dass es im eigenen Garten mehr flattert und krabbelt, sollte sich bei der Gartenarbeit zurückhalten und vor allem einheimische Sträucher und Kräuter pflanzen. Denn Schmetterlinge fliegen nur dort, wo die Raupen die richtigen Nahrungspflanzen und die Falter genügend Nektar finden.

 

Richtig gehend schmetterlingsfeindlich sind unter anderem Kirschlorbeer- oder Tujahecken sowie steriles Rasengrün. Wildblumen wie Wilde Möhre, Flockenblumen sowie einheimische Gehölze wie Weiden, Schwarzdorn oder Schneeball verwandeln dagegen jeden Garten in ein Paradies für Schmetterlinge.

 

Mehr Tipps finden Sie im Pro Natura Merkblatt «Schmetterlinge im Garten kennen und fördern», erhältlich im Pro Natura Shop für Fr. 5.– (Mitglieder Fr. 4.–).

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Schmetterlinge? Unser Ratgeberinnen-Team gibt Ihnen gerne Auskunft (keine Artbestimmungen von Schmetterlingen! Das ist oft eine Aufgabe für Experten)! Unkosten für Drucksachen und Porti werden verrechnet.