Progetti
Lernen aus der Coronakrise
Weniger von allem: Unverhofft ist die Welt geprägt von weniger Konsum, weniger Verkehr, weniger Energieverbrauch, weniger Lärm, weniger Emissionen. Unfreiwillig tun wir aus Solidarität mit gesundheitlich bedrohten Menschen das, was ökologisch schon längst nötig wäre. Viele gewinnen dieser plötzlichen Genügsamkeit (Suffizienz) auch positive Seiten ab. Andere sind wirtschaftlich bedroht. In ärmeren Ländern droht vielen nackte Not. Jetzt geht es darum, ökologische Chancen zu packen, sozial verantwortlich zu handeln und die Welt zukunftstauglicher zu machen. Es wäre falsch, mit aufgesetzten Scheuklappen schnell wieder zum «Business as usual» zurückzukehren.
Wir können handeln, wenn wir wollen
Bundesrat und Parlament haben innert Wochen Dutzende Milliarden Franken bereitgestellt, um die Folgen der Coronakrise zu mildern. Wir alle haben einschneidende Massnahmen erlebt. Noch nie haben wir auch nur annähernd so grosse Anstrengungen für den wirksamen Schutz der Biodiversität und des Klimas gesehen. Ist die Biodiversitätskrise weniger bedrohlich als die Coronakrise? Können wir die Klimakrise weiterhin auf die leichte Schulter nehmen? Natürlich nicht! Pro Natura fordert deshalb in logischer Konsequenz, dass wir jetzt in eine wirklich krisenfestere Welt aufbrechen: Weg vom Wachstumszwang, von industrieller Landwirtschaft, von fossilen Brennstoffen, von Ausbeutung und Raubbau. Machen wir uns sofort auf den Weg: Politisch, gesellschaftlich, persönlich.
Biodiversität schützen: Weltweit und in der Schweiz
Die Biodiversität ist unsere Lebensgrundlage. Die Natur versorgt uns mit Kleidung, Nahrungsmitteln, Medikamenten, Baustoffen – und sie schwindet täglich. Biodiversität, Tierwohl und menschliche Gesundheit hängen eng zusammen. Sars, Mers, Ebola, HIV, das neuartige Coronavirus und andere Krankheitserreger sind von Tieren auf Menschen übergegangen. Dabei spielen die Zerstörung natürlicher Lebensräume und die artwidrige Haltung von Wild- und Nutztieren eine entscheidende Rolle.
Mögliche Ansätze sind:
- Mehr internationales Engagement der Schweiz für den verbesserten Schutz tropischer Wälder, für wirksamen globalen Artenschutz, für regionale Wirtschaftskreisläufe und fairen Welthandel
- Aktionsplan für Sanierung, Aufwertung und dauerhafte Pflege aller Biotope von nationaler Bedeutung in der Schweiz
- Sofortige Unterschutzstellung und Vernetzung der wertvollsten Gebiete für die Natur in der Schweiz («ökologische Infrastruktur»)
- Impulsprogramme für dringende Erfordernisse wie Gewässerrevitalisierungen, Schaffung von Wildniszonen
Ökologie und Versorgungssicherheit stärken
Nur eine ökologische, weniger importabhängige Landwirtschaft leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung. Sie fördert gleichzeitig die Biodiversität. Das Konsumverhalten der Bevölkerung während der Coronakrise zeigt, was gefragt ist: Bio, regional, direkt vom Hof.
Mögliche Ansätze sind:
- Abbau der überhöhten Tierbestände und hohen Futterimporte (Geflügel, Schweine)
- Förderung vielfältiger pflanzlicher Produktion
- Impulsprogramme für die biologische Landwirtschaft, für Bioprodukte in der Gemeinschaftsgastronomie, für vegetarische Produkte in der Gastronomie
Ein Ruck für den Klimaschutz
Bereits im Hitzesommer 2003 war die Klimaveränderung in der Schweiz für 1’000 vorzeitige Todesfälle verantwortlich. Seither verschärft sich die Klimakrise dramatisch. Auch der Frühling 2020 ist geprägt von enormer Trockenheit und rekordhohen Temperaturen. Die Natur leidet. Wir müssen weg von Erdöl, Gas und Kohle.
Mögliche Ansätze sind:
- CO2-Abgaben massiv und sozialverträglich erhöhen
- Subventionierung des Flugverkehrs sofort beenden
- Kostenwahrheit für alle Verkehrsmittel einführen
Naturbezug und Freude an der Suffizienz stärken
Heute zwingt uns die Coronakrise zum Einhalten. Morgen ist es vielleicht die Biodiversitäts- oder die Klimakrise, mit noch dramatischeren Begleitumständen. Das muss nicht sein. Wir können Genügsamkeit, Regionalität und Entschleunigung auch freiwillig auf unseren Lebensplan setzen. Besser leben und zugleich die Natur entlasten: Das braucht einen starken, authentischen Naturbezug.
Mögliche Ansätze sind:
- Echte Naturerlebnisse auf allen Schulstufen und im Berufsbildungssystem ermöglichen
- Handlungsorientierten Unterricht fördern, Gleichgewicht von konkreten Erfahrungen und der virtuellen Welt erhalten
- Mehr leicht zugängliche Umwelt- und Naturinformation im Lebensalltag
Solidarität umfassend verstehen und leben
Zur Bekämpfung der Coronakrise braucht es heute Solidarität über den Familienkreis, über Generationen und über nationale Grenzen hinweg. Erweitern wir dieses Prinzip auf unseren Umgang mit der Biodiversität und dem Klima, hier und weltweit. Für künftige Generationen, für die von den globalen Krisen besonders betroffenen Menschen im globalen Süden – und für uns selbst.
Im Garten: Vier Tipps für Reptilien-Wohlfühloasen
Asthaufen, Steinwälle und Steinhaufen bilden wertvolle Lebensräume für Reptilien. Legen Sie zusätzlich eine Sandlinse zum Eierlegen, einen Krautstreifen oder eine Wiese mit offenen Bodenstellen zum Schutz vor Greifvögeln und als Jagdplatz an. So bieten Sie den Reptilien ein wahres Wohnparadies.
Drei Grundregeln für die Wohlfühloasen
Bevor Sie loslegen, prüfen Sie bitte, ob Sie an Ihrem gewählten Standort die Grundregeln einhalten können:
- Auf Pestizide verzichten: Verzichten Sie auf Pestizide im Garten. Diese schädigen Reptilien und andere Tiere direkt und vergiften ihre Nahrungsgrundlagen. Eidechsen vertilgen haufenweise Insekten und einzelne Schlangenarten wie Nattern verspeisen gerne auch kleine Nager. So halten sich die verschiedenen Tiere in einem natürlichen Gleichgewicht.
- Keine Hauskatzen: Die grösste Bedrohung im Garten ist die Hauskatze. Schützen Sie Sonnenplätze und Kleinstrukturen mit einzelnen Dornenästen oder vertrockneten Brombeerranken.
- Ruhiger, sonniger Standort: Reptilien sind sehr schreckhaft. Bitte stellen Sie sicher, dass dieser Teil des Gartens ungestört bleibt. Die Körpertemperatur der Reptilien passt sich der Umgebung an. Die Tiere benötigen gut besonnte, warme Standorte.
Tipp 1: Asthaufen für Blindschleichen
Reptilien mögen warme und sichere Verstecke. Asthaufen aus Ästen, Laub und Schnittgut sind beliebte Rückzugsorte. Gerade Blindschleichen geniessen hier sehr gerne die Wärme – nicht nur von der Sonne, sondern auch von den sich langsam zersetzenden Pflanzen.
Ein Wohnparadies im Asthaufen ist rasch erstellt:
- Suchen Sie einen Standort mit möglichst viel Sonne.
- Schichten Sie mindestens einen halben Kubikmeter Material auf. Ideal sind grobes Holz und Äste von unterschiedlichem Durchmesser, aber auch Laub und Schnittgut.
- Ergänzen Sie den Holzhaufen, wenn vorhanden, mit einzelnen Wurzelstöcken. Schichten Sie als letztes einzelne Dornen-Ranken darüber. Dies hält neugierige Katzen ab.
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Friederike Brüssow
- Asthaufen mit Dornenranken als Schutzschild gegen Katzen
Tipp 2: Eiablageplatz für Ringelnattern
Sie haben Ringelnattern in Ihrem Garten? Bauen Sie ihnen einen sicheren Eiablageplatz. Alles, was Sie brauchen, ist einen wind- und hochwassergeschützten, sonnigen Standort und Material aus Ihrem Garten: Kompost, Schnittgut, Laub, Äste, sogar Mist und Sägemehl können Sie verwenden.
Sammeln: Sammeln Sie Material für einen Haufen von mind. 2 m3 Volumen. Es gilt die Regel «Je grösser desto besser» und «je mehr desto besser». Wenn Sie viel Land zur Verfügung haben, können Sie mehrere Eiablageplätze anlegen.
Schichten: Schichten Sie das vorbereitete Material zu einem Haufen. Variieren Sie die Materialien und lockern Sie feines Schnittgut mit Zweigen auf. So entsteht ein vielseitiges Feuchte- und Temperaturangebot.
Pflegen: Ergänzen Sie den Eiablageplatz jährlich mit neuem Material, das Sie oben aufschichten ohne den Haufen zu stören. Prüfen Sie, ob der Standort noch sonnig genug ist. Wenn Sie den Haufen entfernen wollen, machen Sie dies am besten zwischen April und Mai.
Tipp 3: Steinhaufen oder Steinwall für Eidechsen
Reptilien passen Ihre Körpertemperatur der Umgebung an. Darum lieben sie warme Steine besonders. Hier tanken die Tiere Wärme – und sind bei Gefahr erst noch in unmittelbarer Nähe eines guten Verstecks.
Bitte beachten Sie folgende Tipps:
- Entfernen Sie die oberste Vegetationsschicht. Wählen Sie verschieden grosse Steine aus. Vier von fünf Steinen brauchen einen Durchmesser von 20-40 cm. Damit kreieren Sie ideale Zwischenräume für die Reptilien.
- Benutzen Sie bitte nur Steine aus der Umgebung.
- Schichten Sie die Steine zu einem Haufen. Legen Sie am Schluss einige Dornenzweige darüber als Schutz vor Hauskatzen.
- Für Steinstrukturen bis 120 cm Höhe benötigen Sie in der Regel keine Baugenehmigung. Setzen Sie den Besitzer oder die Besitzerin des Grundstücks bitte trotzdem vorgängig in Kenntnis. Einige Gemeinden lassen auch nur 1m hohe Kleinstrukturen zu. Bitte informieren Sie sich vorher.
Auch Trockenmauern erfüllen dieselbe Funktion wie Steinhaufen und Steinlinsen. Lassen Sie sich dafür von einer Fachperson beraten.
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Andrea Haslinger
- Optimaler Steinwall mit einem Mix von grossen und kleineren Steinen. Dadurch entstehen viele Hohlräume. Da es keine Hauskatzen in der Nähe gibt, wurde hier auf die schützende Dornenschicht verzichtet.
Steinwälle selber gestalten
Reptilien brauchen für ihre Winterruhe sichere und frostgeschützte Verstecke. So gehen Sie vor:
- Entfernen Sie die Vegetationsschicht und die oberste Humusschicht. Die dunklere Erdschicht können Sie kompostieren und dann im Gemüsegarten verwenden. Graben Sie ein grosses Loch – Mindestens 80 cm tief und 2 m3 gross. Mit dieser Tiefe sorgen Sie für den nötigen Schutz vor Frost.
- Bedecken Sie den Boden mit einer Drainageschicht aus Sand oder feinem Kies, damit das Regenwasser gut abfliessen kann.
- Füllen Sie die Grube mit unterschiedlich grossen Steinen aus der Umgebung. Der ideale Durchmesser liegt zwischen 20-40 cm. Entfernen Sie bitte keine Steine von bestehenden Steinhaufen, sonst zerstören Sie bestehende Lebensräume.
- Häufeln Sie das Aushubmaterial auf der Nordseite des Steinhaufens an. Der südexponierte Teil des Steinwalls sollte unbedingt offenbleiben, ohne Erde und ohne Bewuchs.
Sie können diesen Steinwall auch am Hang bauen. Bitte achten Sie dabei speziell auf eine gute Drainage, damit das Regenwasser gut abfliessen kann und die Zwischenräume der Steine nicht mit Erde aufgefüllt werden.
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Friederike Brüssow
- Optimales Winterversteck – die grosse Grube mit Drainage und genügend Zwischenräumen bietet einen frostsicheren Platz für unterschiedlichste Reptilien.
Tipp 4: Sandlinse mit Krautstreifen für Eidechsen
Eidechsen legen ihre Eier gerne in sandigem Kies an sonnigen Standorten. Planen Sie bei den oben erwähnten Stein- und Asthaufen einen Sandlinse und einen Krautstreifen ein. Die Sandlinse sollte mindestens 50 cm breit und ca. 35 cm tief werden. Zusätzlich braucht es eine Drainage – sonst stehen die Nester bei starkem Regen bald unter Wasser. Füllen Sie ca. 5 cm Kies in die Grube. Je kleiner die Sandlinse ist, desto rascher wird sie zuwachsen.
Wenn Sie einen Kiesweg haben: Sorgen Sie für etwas Sandfläche am Rand. Gerne nutzen die Reptilien auch begrünte Flachdächer mit offenen Kiesstellen oder lückige, magere Wiesen.
Zum Schutz vor Raubvögeln bewegen sich Reptilien gerne unter einer dichten Krautschicht. Mit einem mindestens 50 cm breiten Streifen aus Wildpflanzen geben sie den flinken Tieren die nötige Deckung. Mähen Sie den Krautstreifen nur einmal jährlich im Herbst.
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Friederike Brüssow
- Eine kleine Sandgrube für den Nachwuchs der Reptilien mit einem angrenzenden mindestens 50cm breiten Krautstreifen zum Schutz vor hungrigen Greifvögeln.
Fotowettbewerb «Wildnis» 2021
In den Kategorien («Wilde Bergwelt», «Wilde Wälder»», «Wildes Wasser» und «Wilde Ecken im Siedlungsraum») sind 2174 Bilder entstanden. Die besten Fotos präsentierte Pro Natura am Sonntag, 31. Oktober 2021, im Rahmen des «Wintereinklang»-Fests im Wildnispark Zürich in Sihlwald.
Artenvielfalt braucht Wildnis
Viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten benötigen für ihr Überleben Naturräume, wo sich der Mensch zurückhält und nicht in die Entwicklung eingreift. Ohne Wildnis leidet die Artenvielfalt. Ökosysteme und Lebensgemeinschaften verschwinden. Die Folgen sind nicht alle absehbar.
Die letzten Wildnisgebiete müssen erhalten und in Ruhe gelassen werden, damit sie sich ungestört entwickeln können – für die Biodiversität aber auch für den Menschen.
Wir engagieren uns für mehr Biodiversität und für wertvolle Landschaften. Unterstützen sie uns:
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Foto: Wildnis am Lukmanierpass © Markus Bühler
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Alle Kontakte werden über @email abgewickelt. Es werden keine telefonischen Anfragen beantwortet.
Alles rund um den Naturgarten
Gärten unterscheiden sich so sehr wie ihre Besitzerinnen und Besitzer. Manche wünschen sich einen geschützten Sitzplatz, andere verbringen ihre Zeit gerne zwischen Stauden oder gestalten einen kindgerechten Bereich mit Sandkasten und Naschhecke. Eines haben alle Gärten gemeinsam: In jedem von ihnen, egal wie gross oder klein und wie intensiv genutzt, gibt es Platz für die Natur.
Wie sieht ein Naturgarten aus?
Die Natur ist darin nicht nur präsent, sondern spürbar lebendig. Statt eines perfekt geschnittenen Rasens breiten sich Wildblumen über eine farbenfrohe Wiese aus, während einheimische Sträucher dem Garten Struktur geben. Steinmauern, Asthaufen oder Sandflächen schaffen zusätzliche Lebensräume und bieten Gartenbesuchern wie Igeln oder Wildbienen einen Unterschlupf. Im Naturgarten sind die Jahreszeiten besonders erlebbar: Mal ist er saftig grün und leuchtend bunt, mal dezenter in warmen Brauntönen. Dank der natürlichen Dynamik und der Entwicklung der verschiedenen Naturgarten-Elemente verändert sich der Garten auch von Jahr zu Jahr. Diese Wandelbarkeit spiegelt den Lauf der Natur wider und hebt den Naturgarten deutlich vom konventionellen Garten ab.
Ulteriori informazioni
Achten Sie in Ihrem Naturgarten im Wesentlichen auf die folgenden drei Prinzipien:
Augen auf bei der Pflanzenwahl: Setzen Sie auf einheimische, standortgerechte Wildpflanzen und verwenden Sie regionales Saatgut. Diese bieten einheimischen Tieren Nahrung und sind robust gegenüber Umwelteinflüssen. Meiden Sie invasive Neophyten.
Natürlich und gestaltet: Ein Garten ist immer gestaltet. Lassen Sie ganz bewusst der Natur und der Dynamik etwas Raum. Auch Naturelemente können ästhetisch ansprechend sein.
Tierfreundliche Pflege: Eine zurückhaltende Pflege ist im Naturgarten wichtig. Vermeiden Sie den Einsatz von Pestiziden und Torf. Nutzen Sie tierschonende Geräte und reduzieren Sie Lichtverschmutzung. Entschärfen Sie Fallen für Kleintiere und vermeiden Sie Barrieren.
Die Vielfalt macht’s aus: Die Vielfalt an Tieren basiert auf einer Abwechslung unterschiedlicher Bereiche im Garten: nass bis trocken, sandig bis steinig, schattig bis sonnig, nährstoffreich und -arm. An all diesen Standorten gedeihen unterschiedliche Pflanzen. Ergänzt mit Ast- und Laubhaufen oder Trockenmauern finden hier Käfer, Raupen, Igel und Co. ein Zuhause.
Als Neophyten bezeichnet man jene Pflanzen, die Menschen ab dem 16. Jahrhundert in fremde Gebiete einführten. Denn nachdem 1492 die europäischen Seefahrer zum amerikanischen Kontinent gelangten, begann eine Zeit, in der sich die Menschen immer häufiger von einem Kontinent auf einen anderen bewegten. Diese neuen Lebensräume wären von den Pflanzen auf natürliche Art und Weise nicht besiedelt worden.
Auf den ersten Blick wirken viele fremde Pflanzen schön und harmlos. Manche haben bunte Blüten, wachsen schnell und brauchen kaum Pflege. In einigen Fällen kann sich dies negativ auf die heimische Natur auswirken. Von den rund 750 Neophyten in der Schweiz verhaltet sich ein kleiner Teil invasiv. Diese Pflanzen wachsen schnell, brauchen viel Platz und nehmen den heimischen Pflanzen Licht, Wasser und Boden weg. Viele Tiere wie zum Beispiel Wildbienen, Käfer oder Schmetterlingsraupen brauchen jedoch einheimischen Pflanzen zum Leben, sie können ihren Speiseplan nicht einfach umstellen. Wenn einheimische Pflanzen von invasiven Neophyten verdrängt werden, verschwinden mit ihnen auch viele heimische Tiere.
Ob sich eine Pflanze invasiv verhält, zeigt sich meist erst nach vielen Jahren. Deshalb ist grundsätzlich Vorsicht mit allen Neophyten angebracht.
Mehr Informationen zum Umgang mit invasiven Neophyten im Garten finden Sie hier. (https://www.pronatura.ch/de/stopp-den-invasiven-gebietsfremden-pflanzen-im-garten)
Wie komme ich zu einem Naturgarten?
Ein Naturgarten verbindet Ästhetik mit ökologischer Vielfalt. Seine Gestaltung orientiert sich an natürlichen Lebensräumen. Verschiedene Elemente wie Bäume, Wiesen oder Kleinstrukturen tragen dazu bei, die Biodiversität zu fördern und schaffen Rückzugsorte für Tiere und Pflanzen. Gleichzeitig entsteht ein Ort der Ruhe und Erholung für uns Menschen. Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich Naturgarten-Elemente vielfältig umsetzen lassen.
Einfach starten: Diese Elemente lassen sich unkompliziert umsetzen und bringen schnell einen Mehrwert für die Natur. Oft reichen kleine Veränderungen, um wertvolle Lebensräume zu schaffen.
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Kleinstrukturen
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Claudio Büttler
- Drei von vier einheimischen Wildbienen-Arten nisten in selbstgegrabenen Gängen im Boden. Sandböden an besonnter Lage sind dementsprechend beliebt.
Ast-, Laub-, Gras- und Steinhaufen, Sandbeete oder stehendes Totholz sind wertvolle Kleinstrukturen, die Tieren Unterschlupf, Nistmöglichkeiten und Nahrung bieten. Sie werten naturnahe Lebensräume auf und lassen sich einfach sowie kostengünstig anlegen – oft mit Material die bei Gartenarbeiten anfallen wie Heckenschnitt oder alten Gartenplatten.
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Nisthilfen
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Daniel Rihs
Ein Naturgarten bietet viele natürliche Nistmöglichkeiten: Verblühte Pflanzen, die über den Winter hinaus stehen bleiben, Kleinstrukturen, vegetationsfreie und besonnte Stellen sowie Nischen in Steinmauern werden von vielen Tieren gerne als Brut- und Niststandort genutzt. Auch Vogelhäuser, Fledermauskästen oder Insektennisthilfen sind Möglichkeiten, bestimmten Tierarten ein Zuhause zu bieten. Damit die Nisthilfen genutzt werden, ist jedoch auch eine naturnahe Umgebung mit Nahrungsquellen und Unterschlüpfen wichtig. Profitieren Sie von Nisthilfen und nutzen Sie diese für spannende Tierbeobachtungen!
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Bäume
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Daniel Rihs
Bäume sind wahre Hotspots der Biodiversität. Sie bieten zahlreichen Organismen Lebensraum: Vögel, Insekten, Flechten, Pilze und Moose. Besonders alte, einheimische, grosse Bäume sowie Obstbäume sind von hoher Bedeutung für die Biodiversität. Bäume sind auch für unser Wohlbefinden wichtig. Sie strukturieren einen Garten, kühlen die Umgebung und filtern Staub aus der Luft. Lassen Sie alte Bäume so lange wie möglich stehen. Wenn Sie einen neuen Baum pflanzen, wählen Sie am besten einen einheimischen Laubbaum. Achten Sie dabei auf die spätere Grösse und die geltenden Grenzabstände. Auch für kleinere Gärten gibt es passende Arten wie eine Kornelkirsche oder eine Vogelbeere. Die meisten Bäume, auch Wildobst, benötigen kaum Pflege. Eine Ausnahme bilden Obstbäume und Kopfweide, welche pro Jahr einen Schnitt benötigen.
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Krautsaum
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Andrea Haslinger
Krautsäume sind hohe, krautige Vegetationsstrukturen entlang von Strassen, Mauern, Zäunen oder Hecken. Sie dienen als wichtige ökologische Vernetzungskorridore. Die Vegetation ist arten- und blütenreich und dient als Nahrungsquelle sowie Rückzugsort für viele Tiere. Lassen Sie die Vegetation entlang von Hecke, Garagenmauer oder Zaun mindestens 50cm breit wachsen, besser noch zwei Meter. Den Saum schneiden Sie nur alle zwei bis drei Jahre. Wenn Sie einen artenreichen Saum anlegen möchten, sollten Sie die Fläche neu anlegen und mit einer passenden Saatmischung einsäen.
Mit etwas mehr Zeit: Haben Sie mehr Zeit zur Verfügung und möchten neue Lebensräume in Ihrem Garten schaffen, die rasch erstellt sind und wenig Pflege brauchen, bieten sich folgende Möglichkeiten an:
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Ruderalfläche
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Andrea Haslinger
Ruderalflächen sind Flächen mit den Anfangsstadien der Vegetationsentwicklung – vom offenen Boden bis hin zu den ersten Gehölzen. Diese dynamischen Lebensräume sind für viele Insekten wichtig. Im Garten eigenen sich sonnige Standorte dafür. Bestehende Schotterbeete oder alte Sandkästen können Sie zu Ruderalflächen aufwerten, indem Sie kiesiges Material mit feinen Anteilen und grösseren Steinen einbringen und allfällige Folien entfernen oder zumindest durchlöchern. Für die Neuanlage von Ruderalflächen müssen Sie die bestehende Vegetation und die Humusschicht abtragen. Möchten Sie diese kiesige Fläche nicht der Spontanbegrünung überlassen, können Sie sie mit einer passenden Samenmischung für magere, trockene Standorte einsäen. In jedem Fall sollten Sie die Fläche beobachten und aufkommende invasive Neophyten vor dem Absamen ausreissen und fachgerecht entsorgen. Schneiden Sie die Vegetation der Ruderalfläche jährlich im Frühjahr vor dem Austrieb ab und entfernen Sie auch das Herbstlaub. Über die Jahre wächst die Fläche langsam zu.
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Unversiegelte Wege und Plätze
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Andrea Haslinger
Wege und Plätze mit einer versickerungsfähigen Deckschicht aus Kies oder Mergel sind Lebensraum für Spezialisten. Hier gedeihen trittverträgliche Pflanzen. Wildbienen und andere Insekten finden hier attraktive Nistmöglichkeiten. Unversiegelte Wege tragen zudem zur Vernetzung von Lebensräumen bei. Ein willkommener Nebeneffekt: Unversiegelte Plätze heizen sich im Sommer weniger auf, da Feuchtigkeit verdunsten kann.
Am einfachsten ist es, von Anfang an auf versiegelte Wege zu verzichten. Bereits versiegelte Flächen können Sie aufwerten, indem Sie sie zumindest am Rand entsiegeln. Lassen Sie nur die wirklich notwendigen Bereiche und Wege versiegelt. Entfernen Sie Verbundsteine von zu grossen Sitzplätzen oder breiten Gartenwegen und füllen Sie die entstandenen Lücken mit Kies. Wege und Flächen, die wenig genutzt werden, wachsen mit der Zeit ein. Im Herbst sollten Sie das Laub auf diesen Bereichen entfernen.
Mehr über die Aufwertung von versiegelten Flächen und die Anlage von Ruderalflächen erfahren
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Wildhecke
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Andrea Haslinger
Wildhecken sind arten- und strukturreiche lineare Gehölzstrukturen. Sie sind eng mit anderen Lebensräumen verzahnt und bieten von Frühling bis Herbst vielen verschiedenen Tierarten Unterschlupf, Nahrung und Nistmöglichkeit. Im Garten können wir Wildhecken als Sichtschutz und zur Strukturierung des Raums nutzen. Ersetzen Sie exotische Sträucher durch einheimische Arten und ergänzen Sie bestehende Hecken mit verschiedenen beerentragenden Wildpflanzen wie zum Beispiel Wildrosen. Lassen Sie Schnitthecken, wenn möglich, frei wachsen.
Wenn Sie eine Wildhecke neu anlegen, achten Sie darauf, dass genug Platz vorhanden ist (idealerweise zwei bis drei Meter). Wählen Sie verschiedene Gehölzarten, die gut zum Standort passen, Früchte tragen und bei Bedarf Sichtschutz bieten. Sobald sich die Wildhecke nach einigen Jahren etabliert hat, pflegen Sie sie jedes Jahr in kleinen Abschnitten, indem Sie stark wachsende Arten zurückschneiden. Aus dem Schnittmaterial können Sie Asthaufen für Tiere anlege.
Für Geduldige: Wer bereit ist, etwas mehr Aufwand zu betreiben und Geduld mitbringt, wird mit einer lebendigen und artenreichen Umgebung belohnt. Je nach Situation kann es sinnvoll sein, Fachpersonen in die Planung oder Umsetzung einzubeziehen.
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Wiese
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Matthias Sorg
- Wiese
Wiesen haben viele Gesichter. Ob feucht oder trocken, schattig oder sonnig – Wiesen gedeihen unter verschiedenen Bedingungen. Besonders artenreiche Wiesen gedeihen auf nährstoffarmen, gut besonnten Standorten, die nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Insekten, die wiederum Nahrung für viele andere Tiere sind. Wir können uns im Sommer am vielfältigen Zirpen und Summen in einer Wiese erfreuen.
Mit der Zeit kann aus einem Rasen eine Wiese werden. Das klappt besonders gut bei älteren Rasenflächen, in denen bereits viele Kräuter wachsen und die an einem sonnigen Ort liegen. Lassen Sie die Pflanzen wachsen und mähen Sie nur noch ein- bis dreimal pro Jahr. Wenn Sie die Wiese vor dem Schnitt teilweise nutzen möchten, können Sie einzelne Wege hineinmähen. Das Schnittgut sollten Sie immer entfernen. Es eignet sich als Tierfutter oder als Material, um kleinen Wildtieren einen Unterschlupf zu bieten.
Besteht der Rasen nur aus wenigen Grasarten und Weissklee, lohnt es sich, die Fläche aufzuwerten oder neu anzulegen. Dazu können Sie Wildpflanzen einsetzen oder einzelne Streifen neu einsäen. Am schnellsten entsteht eine artenreiche Blumenwiese durch eine komplette Neuanlage: Entfernen Sie dafür die bestehende Vegetation und säen Sie den offenen Boden neu ein. Die Entwicklung zur Wiese dauert etwa drei Jahre. Danach reicht es, sie höchstens dreimal pro Jahr zu mähen – idealerweise in Abschnitten. Achten Sie bei der Neuanlage unbedingt auf die Qualität des Saatgutes.
Informationen finden Sie im Merkblatt Pro Natura Praxis Nr. 21: Zu bestellen im Pro Natura Shop
Oder bei SRF online die Tipps vom Gartenexperten: Der Weg zur biodiversen Wildblumenwiese
Sieben goldene Regeln für das Anlegen einer Wildblumenwiese: Naturschutz.ch
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Gewässer
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Daniel Rihs
Wasser ist die Quelle des Lebens, auch im Garten. Es muss nicht immer ein grosser Weiher sein, auch kleine Tümpel sind wichtige Lebensräume für Amphibien und Insekten. Sie werden von Vögeln und Kleinsäugern als Wassertränken genutzt. Am Wasser lassen sich unzählige spannende Naturbeobachtungen machen.
Einen Miniteich können Sie errichten, indem Sie ein dichtes Gefäss (zum Beispiel eine Mörtelwanne oder ein altes Spülbecken) ebenerdig einbauen, mit etwas Kies befüllen und eine Ausstiegshilfe aus grossen Steinen oder Holz anbringen. Dieser Tümpel trocknet im Sommer oft aus, befüllen Sie ihn daher bei Bedarf mit Wasser. Wenn Sie viel Platz im Garten haben und keine Kleinkinder in der Nähe sind, können Sie prüfen, ob ein grösserer Teich sinnvoll ist. Die Anlage eines grösseren Gewässers erfordert einiges an Planung und Erfahrung: Denn dieses sollte dicht sein und verschiedene Wassertiefen enthalten, damit sich der Pflegeaufwand in Grenzen hält. Informieren Sie sich am besten bei einer Fachperson. Achten Sie darauf, dass jedes Gewässer genügend Flachwasserbereiche oder zumindest eine Ausstiegshilfe hat. Verzichten Sie auf das Einbringen von Tieren, sei es Amphibienlaich oder Fische.
Worauf kann ich sonst achten, damit mein Garten zum Naturparadies wird?
Nachtaktive Insekten wie Falter werden von Licht magisch angezogen. Ihr Tanz um das Licht endet oft mit dem Erschöpfungstod. Aus Angst vor Feinden meiden zudem viele Tiere wie etwa Fledermäuse die beleuchteten Flächen. Andere wie das Glühwürmchen werden durch zu viel Licht für ihre Artgenossen unsichtbar.
Tipps, wie Sie mit einfachen Methoden auf unnötige Beleuchtung verzichten können, finden Sie auf den Internetseiten von Dark-Sky Switzerland oder Nachhaltig beleuchten. Wussten Sie, dass Sie mit smarter Beleuchtung die Umwelt schonen und gleichzeitig Geld sparen können? Erfahren Sie im Pro Natura Magazinartikel «Dunkler ist mehr und kostet weniger» mehr dazu.
Wildtiere müssen sich für den Nahrungserwerb, die Fortpflanzung oder das Aufsuchen von Verstecken möglichst gefahrlos bewegen können. Im Garten und rund ums Haus gibt es aber viele Barrieren und Fallen für Kleintiere.
Wie Sie Barrieren vermeiden und Fallen entschärfen, erfahren Sie hier Barrieren und Fallen für Kleintiere vermeiden | Pro Natura
Weitere Infos
Das Praxishandbuch «Stadtnatur – Biodiversität fördern in Schweizer Siedlungsraum» dient als handfeste Grundlage für alle, die selbst einen naturnahen Lebensraum im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse schaffen möchten.
Artenlisten: Hier finden Sie eine Liste der einheimischen, regionalen Baumarten, Wildsträucher sowie eine Auswahl an einheimischen, regionalen, attraktiven Wildpflanzen.
Wie baue ich eine Sandlinse für Wildbienen?
Natürlich ist eine Fläche umso wertvoller, je grösser sie ist. Denken Sie aber daran: Zu grosse Flächen sind manchmal auch schwierig für die spätere Pflege.
Auch kleinere Plätze können sich in Wildbienen-Kinderstuben verwandeln. In Töpfen, Hochbeeten oder am Rand von Häusern und Wegen erklingt rasch ein emsiges Summen. Bereits kleine, tellergrosse Flächen werden besiedelt, wenn der Untergrund stimmt und die Insekten nicht gestört werden.
Sie möchten keine Sandlinse erstellen, aber trotzdem was für die bodenbrütenden Wildbienen tun? Entfernen Sie einfach auf einer kleinen, leicht geneigten Fläche die Pflanzen oder erstellen Sie an einer Böschung mit dem Spaten eine Abbruchkante.
4 Tipps für den richtigen Standort
Vor dem Griff zur Schaufel braucht es etwas Planung. Überlegen Sie sich:
- Ist der Standort genug weit weg von stark wuchernden Pflanzen? Gibt es nur wenig Laub in der Nähe? Kann das Regenwasser gut abfliessen? Es ist wichtig, dass die Stelle auch gut zugänglich ist für die Pflege – und für spätere Beobachtungen.
- Ist der Blumen-Tisch in der Nähe gedeckt? Wildbienen fliegen oft nur wenige hundert Meter weit. Sie brauchen darum genügend passenden Nektar und Pollen vor Ort. Wichtig ist ein gutes Nahrungsangebot durch einheimische Wildpflanzen das ganze Jahr über. Es sollte immer etwas blühen.
- Gute Verstecke: Kleinstrukturen wie z.B. Asthaufen oder Hecken sorgen für versteckte Ruhe- und Übernachtungsplätze.
- Sonnig und trocken: Damit die Wildbienen beschwingt in den Tag starten, müssen sie Wärme tanken. Auch die Larven gedeihen besser an der Wärme. Achten Sie darauf, dass der Standort das ganze Jahr an der Sonne ist.
Den richtigen Sand auswählen
Geeigneter Sand darf nicht zu bröckelig und nicht zu lehmig sein. «Spielsand» für den Sandkasten ist ungeeignet, weil er gewaschen ist und keinen Lehm mehr enthält. Sand «ab Wand» erhalten Sie in Kieswerken, 1 m3 kostet ca. Fr. 60.–.
Das Video von Wildbee zeigt, wie sich der ideale Sand verhält. Nehmen Sie sich eine leicht feuchte Sandprobe, z.B. nach einem Regen. Drücken Sie den Sand fest zusammen. Tippen Sie mit den Fingern auf den Sandbrocken. Idealer Sand zerbröckelt nach festerem Anstossen ganz leicht. Falls Sie verschiedene geeignete Sandarten finden, so können Sie auch unterschiedliche Bereiche anlegen. Die einen Bienen bevorzugen Natursand, die anderen Schlemmsand.
- Video von Wildbee: Idealer Sand für die Sandlinse
- Überblick über die verschiedenen Sandarten: Seite 23 im Ebook
In 5 Schritten zur Sandlinse im Garten
Die ideale Jahreszeit für den Bau einer Sandlinse ist zwischen Oktober und Februar. Ab März beginnt die Wildbienensaison und erste Bienenarten bauen ihre Niströhren.
- Besorgen Sie sich genug Sand. Für eine 3 m2 grosse Sandlinse benötigen Sie 1,5 m3 Wildbienensand. Planen Sie lieber mehr Material ein – im Laufe der Zeit sackt alles zusammen. Hat es dadurch zu wenig Sand, gibt es ein Problem. Im Nachhinein dürfen Sie keinen Sand mehr aufschütten, sonst werden ihre Wildbienen lebendig begraben. Rechnen Sie von Anfang an grosszügig. Empfohlen ist eine Sandtiefe von ca. 30 cm, damit alle Bienen Platz haben für ihre Nestgänge.
- Heben Sie eine Grube von 35 cm Tiefe aus.
- Eine gute Sandlinse braucht eine Drainage – sonst stehen die Nester bei starkem Regen bald unter Wasser. Füllen Sie ca. 5 cm Kies in die Grube.
- Füllen Sie die Grube mit Sand. Einige Insekten-Arten mögen lockeren Sand am Rand, andere lieben die festen Flächen. Drücken Sie den Sand darum etwas fest und verteilen Sie ihn gleichmässig.
- Befestigen Sie den Rand der Sandlinse z.B. mit Steinen, Baumstämmen oder Wurzelstöcken. So wird die Sandlinse vor Erosion geschützt.
Noch wertvoller wird Ihre Sandlinse, wenn Sie am Rand Steine in allen Grössen, Totholz-Baumstämme, Wurzelstöcke und Findlinge ergänzen. Damit die Sandlinse nicht zum Katzenklo wird: Decken Sie die Sandlinse mit einigen Dornenzweigen oder einem Kaninchendraht ab. Wenn viele Leute vorbeispazieren, lohnt sich auch ein kleiner Zaun oder ein Hinweisschild für mehr Rücksicht.
Für den Balkon: Mini-Sandlinse mit Maxi-Wirkung
Auch hier gilt: Am besten erstellen Sie Ihre Sandlinse zwischen Oktober und Februar. Ab März geht es los mit der Wildbienensaison. Die ersten Arten starten dann und bauen ihre Nester.
- Besorgen Sie sich einen Topf, eine Balkonkiste oder einen Waschzuber mit Löchern für den Wasserabfluss. Eine Höhe von 35 cm ist ideal.
- Besorgen Sie genügend Sand. Bitte nehmen Sie nicht den gewaschenen Sand aus dem Gartenbaucenter, sondern besorgen Sie sich Sand aus einem Kieswerk.
- Schichten Sie ca. 5 cm Kies in den Topf. So stehen die Nester der Insekten auch dann nicht unter Wasser, wenn der Untertopf vom Regen mit Wasser durchtränkt ist.
- Füllen Sie mit Sand auf. Einige Insekten-Arten mögen lockeren Sand am Rand, andere lieben die festen Flächen. Drücken Sie den Sand darum etwas fest und verteilen Sie ihn gleichmässig.
- Bei genügend Platz können Sie ergänzend am Topfrand oder nebenan einige Totholzstrukturen erstellen.
So pflegen Sie Ihre Sandlinse
- Entfernen Sie 1-2 mal pro Jahr (Frühling, Herbst) auf allen Flächen Gräser und stark wuchernde Pflanzen von Hand.
- Lassen Sie die Samenstände der am Rand einwachsenden Pflanzen im Herbst stehen.
- Manche Wildbienen nagen sich Nester in Pflanzenstängel, die innen mit weichem Mark gefüllt sind, z.B. in die Stängel von Brombeeren oder Heckenrosen. Lassen Sie solche Stängel bitte stehen oder schneiden Sie diese im Frühjahr ab, binden Sie diese zusammen und stellen sie aufrecht an einen Zaun oder Mauer. So können die jungen Bienen schlüpfen.
Wenn der Sandhaufen überwachsen oder der Sand abgeschwemmt ist: Errichten Sie an anderer Stelle eine neue Sandlinse. Bitte schütten Sie keinen neuen Sand auf den alten Standort. Sonst können die Wildbienen im Boden nicht mehr schlüpfen – und werden lebendig begraben.
Ulteriori informazioni
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Ebook von Wildbee zu Sandlinsen und Erdnister
Wir setzen uns schweizweit für die Artenvielfalt und den Schutz von Lebensräumen ein. Doch das können wir nicht ohne Sie. Sei es eine Sandlinse im eigenen Garten oder eine Spende für unsere Arbeit – Herzlichen Dank für Ihre wichtige Unterstützung.
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Naturgarten: Trockenstandorte und unversiegelte Flächen
Sonnige, magere und trockene Flächen bieten wertvollen Raum für eine Vielzahl heimischer Wildpflanzen und Insekten. Trockenstandorte können mit Sand, Kies und Steinen unter wenig Aufwand erstellt werden und brauchen kaum Pflege.
Wählen Sie für Ihren neuen Trockenstandort eine sonnige Stelle. Sie können auch bestehende versiegelte Flächen wie einen Schottergarten oder einen Parkplatz entsiegeln und zu einem blühenden Paradies aufwerten.
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Andrea Haslinger
Einen blühenden Trockenstandort neu erstellen:
1. Standort: Ideal ist eine gut besonnte Fläche auf magerem und durchlässigem Boden in der Nähe von anderen blütenreichen Lebensräumen. Auch eine steile, sonnige Böschung ist ein idealer Trockenstandort. Die Fläche darf durchaus nur wenige Quadratmeter gross sein. Grosse Flächen sind aber ökologisch wertvoller als kleine.
2. Boden: In den meisten Fällen ist der bestehende Boden zu nährstoffreich, deshalb muss er abgemagert werden. Entfernen Sie die Vegetation und tragen Sie die obersten 20 cm Boden (Humus) ab. Diese Schicht können Sie in einem anderen Teil von Ihrem Garten weiterverwerten.
Tipp: Schütten Sie nie Kies, Sand oder sonstiges Material auf die Humusschicht. Diese oberste Schicht müssen Sie zwingend vorgängig abtragen. Nährstoffreichen Boden erkennen Sie daran, dass er knetbar und dunkel ist und nach Humus riecht. Wenn der Boden rasch zerbröselnd und sandig ist, ist er mager.
3. Kies: Bringen Sie 20 cm Wandkies (Kiesig-sandiges Gemisch aus der Kiesgrube) aus. Ergänzen Sie verschieden grosse Steine und schaffen Sie offene und sandige Bodenstellen.
Tipp: Sandige Bodenstellen sind insbesondere für bodennistende Wildbienen wichtig. Dazu muss die Sandschicht 30-50 cm tief sein, da einige erdnistende Wildbienenarten so tief graben.
4. Ansaat: Verzichten Sie darauf, die Fläche zu bepflanzen oder einzusäen. Warten Sie, bis sich Pflanzen aus der Umgebung ansiedeln. Achten Sie dabei unbedingt auf invasive Neophyten und entfernen Sie diese vor dem Blühen und mitsamt Wurzeln. Ihr Trockenstandort entwickelt sich jedes Jahr weiter.
5. Verstecke und Strukturen anlegen: Ergänzen Sie Kleinstrukturen wie Totholzstücke und Steinhaufen. Dies ist für viele Insekten und Wildtiere wichtig zum Nisten und Verstecken.
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Monika Wirz
- Beispiel für einen Trockenstandort auf einem Flachdach 5 Jahre nach der Aussaat und der Bepflanzung mit Setzlingen. Die Pflanzen haben sich natürlich auf der Fläche verteilt, es blüht und summt.
- Verlegen Sie kein Vlies und keine Folie unter den Steinen. Anstatt eines wertvollen Trockenstandorts würden Sie sonst einen ökologisch wertlosen Schottergarten erhalten.
- Verwenden Sie kein rezykliertes Kiesmaterial. Dieses kann mit Fremdstoffen belastet sein, welche ins Grundwasser sickern.
- Tragen Sie die gesamte Humusschicht ab. Sie erkennen den Humus an der dunklen Färbung. Der darunterliegende Unterboden ist heller gefärbt.
Sie sollen den Trockenstandort nicht wässern und auch nicht düngen. Schneiden Sie die Vegetation im Frühjahr vor dem Austrieb und entfernen Sie das Schnittgut. Entfernen Sie hartnäckig wuchernde Pflanzen, bevor diese blühen – insbesondere gebietsfremde Arten wie das Einjährige Berufskraut oder die Goldrute. Mehr über invasive, gebietsfremde Pflanzen erfahren
Je nährstoffreicher und feuchter der Boden, desto schneller wächst er zu. Je sonniger und trockener der Standort, desto offener und vielfältiger bleibt der Trockenstandort.
Bei der Pflege haben Sie zwei Möglichkeiten:
- Pflegen Sie die Fläche jährlich wie oben beschrieben (kein Giessen, kein Düngen. Schnitt im Frühjahr).
- Überlassen Sie die Fläche mehrere Jahre der natürlichen Dynamik. Greifen Sie nach ca. 10 Jahren radikal ein und setzen alles in den Ursprungszustand zurück. Entfernen Sie dazu die Vegetation, tragen Sie die Humusschicht ab, die sich gebildet hat, lockern Sie den Untergrund auf und bringen Sie eine neue Schicht Wandkies auf.
Alternativ können Sie die Fläche in ihrem Zustand belassen und andernorts im Garten einen neuen Trockenstandort anlegen.
Ohne regelmässige Pflege (jährlich oder mehrjährig radikal) oder Neuanlage verschwinden die Ruderalpflanzen und die ursprünglich grosse Artenvielfalt des Trockenstandorts nimmt stark ab.
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Monika Wirz
- Die Küchenschelle blüht im Frühling als Erste
Unversiegelte Wege und Plätze
Wie Trockenstandorte sind unversiegelte Wege und Plätze wertvolle Bestandteile eines artenreichen Gartens. Besteht die Deckschicht von einem Weg oder einem Platz aus Mergel, Kies oder aus Platten mit breiten, offenen Fugen, ist die Fläche sickerfähig und begrünt sich. Sie gilt dann als unversiegelt.
3 Gründe, versiegelte Wege und Plätze zu entsiegeln:
- Unversiegelte Wege und Plätze sind sickerfähig und bieten Pflanzen und Tieren Lebensraum.
- Sie bilden wichtige Vernetzungselemente zwischen naturnahen Lebensräumen.
- Sie heizen sich im Sommer weniger auf, was auch den Gartennutzer:innen zugutekommt.
Lassen Sie sich von einem Gartenbauunternehmen beraten, bevor Sie grössere Flächen entsiegeln.
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Andrea Haslinger
So sind unversiegelte Flächen besonders wertvoll:
- Je weniger eine Fläche betreten oder befahren wird, desto grösser wird die Anzahl und Vielfalt der Pflanzen.
- Verzichten Sie auf starre Randeinfassungen. So sind die Flächen auch für Bodenlebewesen zugänglich und dienen der Vernetzung von weiteren Flächen. An den Rändern können sich höherwüchsige Pflanzenarten entwickeln
- Ergänzen Sie die Flächen am Rand mit Kleinstrukturen wie Holzhaufen und Trockenmauern
Viele Informationen zu naturnahem Gärtnern finden Sie im «Praxishandbuch Stadtnatur - Biodiversität fördern im Schweizer Siedlungsraum».
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Andrea Haslinger
- Parkplatz und Insektenweide in einem: die offenen Fugen zwischen den Platten wurden eingesät. An Orten mit geringer Störung entwickelt sich eine bunte Vielfalt.
Natur im Siedlungsraum
Erlebnisangebot
Churer Wildpflanzen- und Setzlingsmarkt
Freuen Sie sich, wenn es in Ihrem Garten wieder blüht, summt und zirpt? Wo würzige Kräuter und heimische Wildpflanzen gedeihen, fühlt sich nicht nur der Mensch wohl, sondern auch Schmetterlinge und Wildbienen. Wie in den Vorjahren finden Sie am Churer Wildpflanzen- und Setzlingsmarkt alles, was das Gärtnerherz begehrt: nektarreiche Wildblumen, würzige Wildkräuter und diverse rare Gemüsesorten. Ein Paradies für Hobbygärtnerinnen und Naturfreunde, die etwas Neues, Altes, Spezielles oder Ausgefallenes im Garten oder auf dem Balkon pflanzen und ausprobieren möchten.
Igel-Parcour
In diesem Jahr ist der Igel das Tier des Jahres. Er lebt mitten unter uns und jeder von uns ist schon einmal einem Igel begegnet. Doch wie geht es ihm in unseren Städten und Dörfern? Kommen Sie am Pro Natura Stand vorbei und tauchen Sie auf ungewöhnliche Weise in das Leben des kleinen Insektenjägers ein.
Exkursion zum Setzlingsmarkt
Möchten Sie sich in den naturnahen Gärten in Chur für Ihren Einkauf inspirieren lassen und an konkreten Beispielen entdecken, wie Sie Ihren Garten insektenfreundlich gestalten können? Nehmen Sie an einer spannenden Exkursion mit der Naturgärtnerin Yvonne Panzer teil.
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Lina Bitterlin
Telefon 081 511 64 15
@email
Dettagli dell'evento
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Luogo
Arcasplatz und Martinsplatz, Chur
Dettagli
Costo
keine
Ruhe, bitte!
Es ist ein frischer Herbstmorgen im Val Cluozza, der Keimzelle des Schweizerischen Nationalparks. Der Platz vor der Cluozza-Hütte ist noch menschenleer. Der erste Wintereinbruch hat einige Tage zuvor die umliegenden Gipfel mit Puderzucker bestreut. Im Talgrund rauscht die Ova da Cluozza frei und wild dem Spöl entgegen. Ein Vogellaut setzt ab und zu einen kleinen Klangtupfer. Noch schwingt in meinen Gedanken das urige Röhren der Hirsche nach, dem wir hier am Vorabend lauschten.
Aus der Cluozza-Hütte dringt inzwischen Geschirrklappern und Stimmengewirr. Das Frühstück ruft. Eine Stunde später sind wir unterwegs Richtung Murter-Sattel. Das Rauschen der Ova da Cluozza weicht langsam zurück. Die einzigartige Stille der Bergwelt umfängt uns. Kann man Stille hören? Auf den letzten Metern zum Murter kämpfen wir uns durch Schlamm und schmelzenden Schnee. Mein eigenes Keuchen ist das dominierende Geräusch. Ab und zu schneidet ein Pfiff durch die Luft. Murmeltiere treffen letzte Wintervorbereitungen.
Auf 2545 Metern überschreiten wir den Murter-Sattel. Wir treten hinüber in die Geräuschwelt des Val dal Spöl. Immer noch Nationalpark, immer noch wilde Bergwelt rundum. Und doch umfängt uns schlagartig eine neue Stimmung. Im Spöl-Tal verläuft die Ofenpassstrasse. Es ist ein sonniges Wochenende, vielleicht die letzte Gelegenheit für einen Motorradausflug über die beliebte Kurvenstrecke des Ofenpasses. Der Motorenlärm von der Strasse durchdringt die Landschaft. Schon nach nur drei Tagen Naturstille ist das ein kleiner Schock. Wir steigen ab, bis wir an der lauten Strasse stehen. Auch wir sind auf sie angewiesen, denn hier nimmt uns das Postauto auf.
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Info
Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Prächtige Bilder und exklusive Angebote runden das Lesevergnügen ab. Alle Pro Natura Mitglieder erhalten das Magazin exklusiv fünf Mal im Jahr. Es blickt auf 48 Seiten hinter die Kulissen politischer Entscheide, präsentiert Forschungsergebnisse, erklärt die Natur. Und es schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft.
Der Strassenlärm ist in der Schweiz die weitaus bedeutendste Lärmquelle. Nach offiziellen Angaben leidet jeder siebte Mensch in der Schweiz an seinem Wohnort unter schädlichem oder lästigem Strassenlärm. Das Problem betrifft, wenig überraschend, vorab das dicht besiedelte Mittelland. Das zeigen die Lärmkarten auf dem Geodatenportal des Bundes eindrücklich. Nicht nur der Verkehr erzeugt das kakofonische Zivilisationskonzert: Bautätigkeit, Schiesslärm, Freizeitrummel, Industrieanlagen und vieles mehr kommen hinzu.
Der Bundesrat hat deshalb 2017 einen «Nationalen Massnahmenplan zur Verringerung der Lärmbelastung» vorgelegt. Doch die Umsetzung hapert. Stattdessen geht der Trend vielerorts immer noch Richtung mehr Lärm. 2020 hat die Coronapandemie das scheinbar unabänderliche Ansteigen des Geräuschpegels allerdings abrupt unterbrochen. Wir haben unverhofft wieder erlebt, wie schön ein Himmel ohne Fluglärm ist. Hunderttausende von Menschen konnten sich vorübergehend von übermässigem Strassenlärm erholen. Umgekehrt brachten Erholungssuchende im Corona-Sommer 2020 viel Lärm und Rummel in einige sonst ruhige Ecken der Schweiz.
Stille, wo bist du?
Wo findet der ruhesuchende Mensch die Stille? Antwort: Das Gute (und Ruhige) kann selbst im Mittelland sehr nah liegen. 2020 legte die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich eine sogenannte «Tranquillity Map» für das Schweizer Mittelland vor. Sie schält immerhin 53 Gebiete heraus, die gemäss Kriterien der Studie eine hohe Ruhequalität aufweisen. Grösser und zahlreicher sind ruhige Gebiete noch im Jurabogen und besonders im Alpenraum. Das zeigt die Wildniskarte, die Fachleute der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Zusammenarbeit mit Pro Natura und Mountain Wilderness jüngst entwickelt haben. Die Karte umfasst naturnahe Gebiete, die besonders dafür geeignet sind, echte Wildnisgebiete zu werden.
Umso störender wirkt es in solchen stillen Gegenden, wenn sie durch Aktivitäten wie Heliskiing, Hobbyfliegerei oder Ausflugsverkehr verlärmt werden. Vergnügen für wenige, Lärm für alle. Es ist offensichtlich: Ruhige Zonen brauchen einen gezielten, rechtlich verbindlichen Schutz vor störendem Lärm.
- Der Murter-Sattel trennt das ruhige Cluozzatal vom Val dal Spöl, durch das die Ofenpassstrasse führt.
Ruhige Räume schützen und fördern
Fachkreise sind sich einig, dass Lärm an der Quelle bekämpft werden muss. Wenn also die vorlauteste aller Lärmquellen der Verkehr ist, dann brauchen wir eine deutliche Verkehrsreduktion. Das Verkehrsaufkommen hängt wiederum untrennbar mit der Raumplanung zusammen. Der langjährige Kampf von Pro Natura gegen die Zersiedlung ist damit auch ein Kampf für mehr Ruhe. Unsere im September 2020 eingereichte Landschaftsinitiative zeigt das besonders deutlich. Sie will der schleichenden Überbauung und damit Verlärmung des Nichtbaugebietes einen Riegel schieben.
Auch mit der Kampagne «Wildnis – mehr Freiraum für die Natur!» bricht Pro Natura eine Lanze für stille Zonen, ebenso mit ihren über 700 Naturschutzgebieten oder dem Einsatz für Wildruhezonen. Alle diese Gebiete sind wichtige Inseln der stillen Naturbetrachtung und der Erholung für Mensch und Wildtier.
Doch der planerische Lärmschutz muss über diese oft kleinen Ruhezonen hinausgehen. Beispiel: Eine besonders unzeitgemässe Lärmquelle in den Schweizer Alpen sind immer noch jene 40 Gebirgslandeplätze, wo sich ökologisch Unbedarfte für ihren ohrenbetäubenden Naturgenuss absetzen lassen. Diese Landeplätze, die teilweise sogar in Landschaften von nationaler Bedeutung liegen, gehören endlich ganz aus dem Sachplan Infrastruktur Luftfahrt gestrichen. Das erspart der Natur und den Menschen jährlich weit über 10 000 unsinnige Heliflüge. Die Zeit ist reif dafür.
Rico Kessler ist Redaktor des Pro Natura Magazins.
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Raphael Weber
- Ruhige Zonen brauchen einen gezielten, rechtlich verbindlichen Schutz vor störendem Lärm.