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Biberraum Dürrenroth
Aktion Hase & Co. in Glarus
Eine Ausstellung über putzige Pelztiere im Pro Natura Zentrum Champ-Pittet
Das Pro Natura Zentrum Champ-Pittet präsentiert zur Saisoneröffnung 2022 die neue interaktive Ausstellung «Kleinsäugern auf der Spur». Auf einer 300 m2 grossen Fläche entdecken Jung und Alt Kleinsäuger wie Haselmäuse, Sieben- und Gartenschläfer versteckt in Brombeersträuchern, im Ried und im Wald. Die Inszenierung ist spektakulär: Besucherinnen und Besucher schlüpfen in die Haut einer Haselmaus und lernen so ihre Lebensweise und ihren Lebensraum kennen. Die Strategien, mit denen sie ihren Räubern entkommen, und die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind, werden erlebbar und man erhält Tipps zur Förderung der Artenvielfalt und des Lebensraums von Kleinsäugern.
Die Ausstellung geht draussen weiter, wo man den Spuren der Haselmaus und ihren Verwandten folgen und sich am partizipativen Wissenschaftsprojekt «Spurensuche Gartenschläfer» von Pro Natura beteiligen kann. Mit Hilfe von selbstgebastelten Spurtunnels werden dabei Tierspuren gesammelt, um so mehr über die Verbreitung der Kleinsäuger herauszufinden und sie besser schützen zu können.
Wildpflanzen sammeln und Sterne gucken
Während der ganzen Saison werden zahlreiche Workshops, Animationen, Schulungen und Veranstaltungen organisiert, wie etwa das Festival du Film Vert vom 1. bis 3. April, der Setzlingsmarkt am 14. Mai oder auch die Nacht der Museen am 28. Mai. Das traditionelle Familienfest findet am 28. August statt. Diverse Workshops bieten einen Einstieg in das Sammeln von Wildpflanzen, das Mähen nach alter Art oder auch die Grundlagen der Lacto-Fermentation. Naturfans können eine Nacht unter dem Sternenhimmel verbringen, an einem Workshop zum Thema «Kochen auf Holzkohle» teilnehmen, bei einem ornithologischen Ausflug die vielen Vögel in der Grande Cariçaie beobachten oder auch die geheimnisvolle Welt der Fledermäuse entdecken.
Das Zentrum ist von Samstag, 19. März bis Sonntag, 30. Oktober 2022 jeweils von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen auch montags von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet. Die Ausstellungen sind alle zweisprachig (Französisch und Deutsch).
Kunstausstellung «Altitude sauvage»
Die Kunstsaison wird mit den poetischen Fotografien von Olivier Born eröffnet, die bis am 8. Mai zu sehen sein werden. Der fotografische Ausflug in die Schweizer Alpen nimmt die Besucherinnen und Besucher mit in eine zauberhafte, sanfte Welt und folgt den Spuren des Schneehasen, des Alpenschneehuhns und anderer Meister der Tarnung. Die Vernissage der ersten Kunstausstellung der diesjährigen Saison findet am Freitag, 18. März um 18 Uhr statt.
Massgeschneiderte Angebote für Schulen
Die vom Pro Natura Zentrum angebotenen Naturanimationen sensibilisieren Kinder und Jugendliche für die Wunder der Natur. Aktivitäten, die verschiedene pädagogische Ansätze verfolgen und auf Beobachtung und Spiel setzen, bieten jungen Menschen die Möglichkeit, durch Erlebnisse und Emotionen zu lernen. Für Lehrpersonen werden Weiterbildungen angeboten, damit sie mit ihren Schülerinnen und Schülern Themen wie etwa Feuchtgebiete oder Insekten behandeln können.
Kontakt:
Thierry Pellet, Direktor, 024 423 35 72, 079 459 10 82 (nur für Medien)
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Info
Das Zentrum ist von Samstag, 19. März bis Sonntag, 30. Oktober 2022 jeweils von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen auch montags von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet. Die Ausstellungen sind alle zweisprachig (Französisch und Deutsch).
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Die Zeit der Grabenkämpfe ist vorbei
Der Wolf ist gekommen, um zu bleiben. 150 Tiere in über einem Dutzend Rudeln besiedeln die Schweiz heute, vom Vallée de Joux über die Surselva bis zur Val Onsernone. Einzelwölfe tauchen sogar im Mittelland auf: Offensichtlich findet der Wolf in der Schweiz Lebensbedingungen vor, die ihm zusagen. Naturschützer, Försterinnen und eine Mehrheit der Bevölkerung begrüssen den Rückkehrer. Für sie ist er eine Bereicherung der Biodiversität, eine wichtige Hilfe beim Schutz der Wälder vor (zu) hohen Wildbeständen oder gar ein Symbol für «intakte Natur».
Der Wolf ist kein Klischee
Für Nutztierhalter aber ist der Wolf eine sehr konkrete Bedrohung. Er ist verantwortlich für schlaflose Nächte, Mehrarbeit, finanzielle Einbussen und traumatische Verluste. Und mit der Ausbreitung des Wolfes tauchen immer neue Herausforderungen auf wie beispielsweise der Schutz von Grossvieh und Verhaltensänderungen bei Mutterkühen und Reitpferden oder Wolfsbegegnungen am helllichten Tag. Und nicht zuletzt die schwierige Aufgabe, ein Wildtiermanagement zu erarbeiten, das den Interessen der Landwirtschaft wie auch einem gesunden Wolfsbestand Rechnung trägt.
Der Schlagabtausch über den Umgang mit dem Wolf wurde zu lange von unvereinbaren Ideologien beherrscht: Der Wolf ist böse, unsere Vorfahren haben ihn zu Recht ausgerottet. Wölfe gehören in die Wildnis, nicht in die Schweiz. Man muss nur die Herden schützen, dann gibt es keine Probleme ... Doch der Wolf ist kein Klischee, sondern ein reales, lernfähiges Tier, das seiner Natur folgt und sich nicht um unsere Deutungen und Erwartungen schert. Damit die Interessen des Wildtiers mit jenen der Menschen in Einklang gebracht werden können, braucht es von Wolfsbefürwortern und gegnern Kompromisse. Ein erster wichtiger Schritt ist es, sich von Pro- und KontraLagern zu lösen, aufeinander zuzugehen und Bereitschaft für gemeinsames, unvoreingenommenes Lernen zu zeigen.
Für Pro Natura ist die Regulierung des Wolfsbestands mitnichten ein sicheres Rezept, um Schäden an Nutztieren vorzubeugen. Am Herdenschutz führt kein Weg vorbei. Doch Pro Natura kann hinter einer Regulierung des Wolfsbestands stehen, wenn er sachlich gut begründet und ausserdem an gewisse Voraussetzungen geknüpft ist. Daher hat sich Pro Natura mit anderen Umweltverbänden und Organisationen aus Landwirtschaft, Jagd und Forst an einen Tisch gesetzt mit dem Ziel, einen Grundkonsens zum Wolf zu finden. Ein solcher wurde jetzt tatsächlich erzielt und soll Eingang in eine Teilrevision des Jagdgesetzes finden – ein Meilenstein im Schweizer Wolfsdiskurs!
Parallel zum StakeholderProzess hat Pro Natura einen Erfahrungsaustausch im Hinblick auf die nächste Sömmerungssaison initiiert – eine vertrauensbildende Massnahme für direkt Betroffene, die den gemeinsamen Lernprozess fördern und praktische Massnahmen unkompliziert und mit gegenseitiger Unterstützung umsetzen helfen soll.
Regulierung unter klaren Bedingungen
Der Konsens fusst auf der Feststellung, dass der Umgang mit dem Wolf flexibilisiert werden, der Entscheid über seine Regulierung aber Sache des Bundes bleiben muss. Angesichts der dynamischen Entwicklung des Wolfsbestands sind auch präventive Eingriffe vertretbar; nicht nur Abschüsse nach Schäden. Allerdings muss eine solche Regulierung an klare Bedingungen geknüpft sein: Regionale Wolfsbestände und die Rudelstruktur müssen erhalten bleiben, der Herdenschutz etabliert werden. Ausserdem muss ein plausibler Zusammenhang mit künftigen Schäden bestehen. Eine quasiJagdbarkeit des Wolfes, unabhängig von Schäden (wie heute beispielsweise beim Steinbock), muss ausgeschlossen bleiben, ebenso wie die Ausscheidung «wolfsfreier Zonen».
Ausserdem soll die ökologische Rolle des Wolfes für den Wald beim Regulierungsentscheid ebenfalls gewichtet werden. Mit diesem integrativen Ansatz liesse sich nach Ansicht von Pro Natura die Wolfsdebatte entschärfen. Konkrete Schäden als auch die mediale Polemik könnten reduziert werden und der Wolfsbestand in der Schweiz bliebe so langfristig gesichert. Nun ist es an der Politik, ob sie dem breit abgestützten Kompromiss der Verbände für eine Koexistenz folgen oder aber weiterhin den «Wolfskonflikt» befeuern will. Ob die Vorschläge der «Stakeholder» vom Parlament aufgenommen werden, stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest.
SARA WEHRLI betreut bei Pro Natura das Dossier Beutegreifer.
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Prächtige Bilder und exklusive Angebote runden das Lesevergnügen ab. Alle Pro Natura Mitglieder erhalten das Magazin exklusiv fünf Mal im Jahr. Es blickt auf 48 Seiten hinter die Kulissen politischer Entscheide, präsentiert Forschungsergebnisse, erklärt die Natur. Und es schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft.
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«Münstertaler Murmeltiere pfeifen höher als Kientaler»
Pro Natura Magazin: Sie haben Münstertaler Murmeltiere mit Murmeltieren aus dem Kiental verglichen. Erkennen Sie von blossem Ohr, wer pfeift?
Sarah Marmorosch: Ja, bei den meisten Pfiffen ist dies gut möglich. Die Frequenz, also die Tonhöhe, ist im Münstertal deutlich höher als im Kiental. Das können auch Sie heraushören.
Wie sind Sie darauf gekommen, Murmeltierdialekte zu untersuchen?
Ich war schon immer ein grosser Fan von Murmeltieren und es war für mich rasch klar, dass ich für meine Maturaarbeit etwas im Fach Biologie mit diesen Tieren machen wollte. Dann bin ich auf das Thema Dialekte bei Tieren gestossen, das bislang vor allem für Singvögel erforscht ist. Über Dialekte bei Säugetieren ist erst sehr wenig Forschung betrieben worden.
Und dann sind Sie mit einem Aufnahmegerät in die Berge gefahren?
Ja. Ich habe ein Mikrofon mitgenommen und tagelang Warnrufe aufgezeichnet. Sowohl Einzelpfiffe als auch Pfiffserien. Zu Hause habe ich die Aufnahmen am Computer analysiert und statistisch ausgewertet.
Wie oft pfeifen Murmeltiere am Tag?
Das ist sehr unterschiedlich. Es gab Tage, an denen ich nur zwei Warnrufe aufgenommen habe, an anderen bis zu zehn. Warum das so ist, wäre spannend zu erforschen. Ich habe etwa Unterschiede je nach Population bemerkt. Im Münstertal hatte ich rasch viele Aufnahmen, im Kiental ging es halbwegs gut und auf der Oldenalp im Berner Oberland, wo ich es ebenfalls mehrere Tage lang versucht habe, war ich leider erfolglos.
Versteht ein Murmeltier aus dem Kiental eines aus dem Münstertal?
(lacht) Das ist eine wichtige Frage und es wäre sehr interessant, hier weiterzuforschen. Ich denke da an ein sogenanntes Playback-Experiment, bei dem man die Warnrufe der einen Population der anderen vorspielt und die Reaktionen beobachtet.
Die Münstertaler Murmeli pfeifen in einer höheren Frequenz als die Kientaler. Gibt es weitere Unterschiede?
Bei den Pfiffserien, also jenen Pfiffen, die aus mehreren Schreien bestehen, ist der erste Schrei in der Serie im Münstertal deutlich länger.
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