Progetti
Aufzeichnung Online-Vortrag: Biodiversitätskrise
Urs Tester ging nicht nur darauf ein, warum es fünf vor zwölf ist, sondern erklärte die Kreislaufwirtschaften unserer Lebensgemeinschaften mit anschaulichen Bildern und vielen Beispielen. Auf Ihren Spaziergängen werden Sie künftig die Zeichen der Biodiversitätskrise sehen – und sie so auch Ihren Mitmenschen in wenigen Worten erklären können.
Natürlich sprachen wir auch darüber, wie wir aus der Biodiversitätskrise kommen. Wie gelingt es uns, Landschaften nachhaltiger zu nutzen? Warum braucht es mehr Fläche und Qualität in den Naturschutzgebieten? Welchen Beitrag kann ich als Einzelperson leisten?
Wollten Sie schon immer mal wissen, wie die Kampagnenarbeit bei Pro Natura gestaltet wird? Projektleiter Markus Arn stand Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung und nahm Sie mit hinter die Kulisse der aktuellen Biodiversitäts-Kampagne.
Herzlichen Dank für Ihr Engagement für mehr Biodiversität - und hoffentlich auf bald!
Ihre Pro Natura
PS: Die Aufzeichnung und Unterlagen dürfen Sie gerne für Ihren privaten Gebrauch verwenden oder weiterleiten.
Präsentationen
Dringender Nachholbedarf für die Schweiz
Kommentar von Urs Tester
Die Naturvielfalt in der Schweiz ist in der Krise. Tier- und Pflanzenarten stehen vor dem Aussterben. Die Insektenwelt nimmt ab. Von typischen Lebensräumen wie Mooren, Flussauen oder Trockenrasen sind nur noch letzte Reste übrig geblieben. Damit der Rückgang der Biodiversität gestoppt werden kann, braucht es eine Umkehr zu einer nachhaltigen Landnutzung und gleichzeitig Gebiete, in denen die Natur Vorrang hat: Schutzgebiete.
Diese Erkenntnis ist nicht neu. Vor 150 Jahren hat etwa die Schweiz die Übernutzung ihrer Wälder gestoppt. Anstatt Kahlschlag gilt seither nachhaltiger naturnaher Waldbau als Nutzungsprinzip. Doch weil auch in einem naturnah bewirtschafteten Wald gewisse Naturprozesse und Entwicklungsstadien fehlen, braucht es ergänzend zur naturnahen Nutzung Waldreservate – also Schutzgebiete, in denen sich zum Beispiel die natürliche Dynamik ungehindert entfalten kann.
Kleinflächige Naturreste genügen nicht
Während sich unsere Wälder vom Raubbau des 19. Jahrhunderts erholen, wiederholen wir die Fehlentwicklung in der Kulturlandschaft. Hier stehen kleinflächige Naturreste wie Rettungsinseln mitten im Meer einer immer intensiver genutzten und immer stärker überbauten Landschaft. Doch in der jetzigen Form können sie den Rückgang der Naturvielfalt nicht aufhalten.
Tier- und Pflanzenarten kann man nicht auf kleiner Fläche konservieren. Sie brauchen Raum, damit sie als Lebensgemeinschaft funktionieren können. Wissenschaftler rund um den Globus schätzen, dass es 30 Prozent der Land- und Wasserflächen als Schutzgebiete braucht, damit der Rückgang der Biodiversität aufgehalten werden kann; davon ist die Schweiz noch weit entfernt.
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Prächtige Bilder und exklusive Angebote runden das Lesevergnügen ab. Alle Pro Natura Mitglieder erhalten das Magazin exklusiv fünf Mal im Jahr. Es blickt auf 48 Seiten hinter die Kulissen politischer Entscheide, präsentiert Forschungsergebnisse, erklärt die Natur. Und es schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft.
Schutzgebiete brauchen mehr Schutz
Doch nicht nur die Fläche zählt: Schutzgebiete müssen auch betreut und weiterentwickelt werden. Das ist nicht einmal bei den Biotopen von nationaler Bedeutung sichergestellt. Selbst die Kantone schätzen den Schutz ihrer eigenen Gebiete als ungenügend ein. Es fehlt an Geld und Personal für die Umsetzung. So lassen etwa Nährstoffe aus der intensiv genutzten Umgebung die Naturwerte in den Schutzgebieten weiter abbröckeln. Ausnahmebestimmungen zugunsten von Nutzungen durchlöchern die Wirkung wie einen Schweizer Käse. Und werden ausnahmsweise Aufwertungen von Naturschutzgebieten, Erweiterungen oder gar neue grosse Schutzgebiete geplant, stossen sie auf Unverständnis und Widerstand. So hat es die Schweiz in über hundert Jahren nicht geschafft, einen neuen Nationalpark zu gründen.
Wie aber kommt die Schweiz zu einem umfassenden und wirksamen Schutzgebietsnetz? In ihrem neuen Standpunkt Schutzgebiete wird sich Pro Natura eingehend mit dieser Frage beschäftigen.
Bund und Kantone sind gefordert
Pro Natura selber versucht, mit gutem Beispiel voranzugehen: Über die ganze Schweiz verteilt sichern wir über 700 Naturschutzgebiete und leisten damit einen wichtigen Beitrag an den Erhalt der Biodiversität in der Schweiz. Ich freue mich beim Besuch unserer Naturschutzgebiete, die eine oder andere positive Entwicklung zu sehen, die dank dem Einsatz der engagierten Freiwilligen, der Angestellten und Ihnen als Pro Natura Mitglied möglich wurde.
Doch dieses grosse Engagement genügt leider nicht. Denn der Umgang mit vielen eidgenössischen, kantonalen und kommunalen Schutzgebieten sieht anders aus: Sie werden vernachlässigt und spiegeln damit die Geringschätzung wider, welche die Gesellschaft der Natur entgegenbringt. Jedes Stück eines Schutzgebietes, das einer Umfahrungsstrasse, einer Hafenanlage, einem Wasserkraftwerk oder sonst einer Einrichtung geopfert wird, jeder Regierungsentscheid zur Kürzung der finanziellen Mittel für Schutzgebiete zeigt: Wir haben noch immer nichts vom unendlichen Wert der Biodiversität verstanden.
URS TESTER leitet bei Pro Natura die Abteilung Biotope und Arten.
Die Schweiz braucht eine Biodiversitätsoffensive
Ein zentrales Ziel der Biodiversitätsinitiative ist es, mehr Flächen für die Biodiversität zu sichern. Denn momentan stehen in der Schweiz nicht genügend Flächen zur Verfügung, um den Rück-gang der Biodiversität zu bremsen.
Bis jetzt hat die Natur nur auf einer kleinen Fläche der Schweiz Vorrang: Lediglich auf 5,9 Prozent der Landesfläche geniesst die Natur einen rechtlich umfassenden Schutz. Diese Fläche umfasst die nationalen Schutzgebiete mit dem Nationalpark und der Kernzone der Naturerlebnispärke (0,4 %) sowie die Biotope von nationaler Bedeutung (2,2 %). Dazu kommen die kantonalen, regionalen und lokalen Naturschutzgebiete in Umfang von 3,3 Prozent; darunter fallen auch die Waldreservate der Kantone.
Schwächer geschützt sind die Jagdbanngebiete (3,65 % der Landesfläche) sowie die Wasser- und Zugvogelreservate (0,55 %). Werden diese ebenfalls angerechnet, machen die Schutzgebiete rund zehn Prozent der Landesfläche aus.
Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) geht noch weiter und nennt zwei weitere Kategorien von Schutzgebieten: Einerseits sind dies Schutzgebiete von internationaler Relevanz (1 %, hier handelt es sich um die Smaragd- und Ramsargebiete). Diese Flächen sind zwar ausgewiesen, haben aber keinen Schutz nach schweizerischem Recht. Andererseits nennt das Bafu auch die landwirtschaftlichen Biodiversitätsflächen mit Qualität 2 (2,7 %). Letztere können eigentlich nicht als Schutzflächen gelten, denn sie sind nicht langfristig gesichert.
Europäisches Schlusslicht
Selbst wenn diese eigentlich nicht anrechenbaren Gebiete in die Gesamtrechnung einfliessen, machen alle Schutzgebiete der Schweiz, welche die Biodiversität fördern sollen, nicht einmal 14 Prozent der Landesfläche aus. Damit gehört die Schweiz im europäischen Vergleich zu den Ländern mit dem tiefsten Flächenanteil.
Die Biodiversitätsinitiative verlangt deshalb, dass die Schweiz die erforderlichen Flächen zum Erhalt der Biodiversität sichert. Sie nennt kein konkretes Flächenziel. Dies aus zwei Gründen:
- Die Bundesverfassung, die bei einer Annahme der Initiative entsprechend abgeändert würde, legt langfristige und übergeordnete Ziele der Eidgenossenschaft fest. Für detaillierte Vorgaben gibt es Gesetze und Verordnungen. Ein Flächenziel wäre in der Verfassung also am falschen Ort.
- Zweitens fehlt noch die aktuelle wissenschaftliche Grundlage, wie viel Fläche denn für die Sicherung der Biodiversität erforderlich ist. Diese Grundlagen erarbeitet zurzeit die Organisation Infospecies im Auftrag des Bafu.
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Experten fordern: «30 by 30»
Laut einer Studie der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften aus dem Jahr 2013 sollte die Erhaltung und Förderung der Biodiversität auf rund einem Drittel der Landesfläche Vorrang haben. Gut 30 Prozent also – so viel wird aktuell auch international gefordert: Im Rahmen der Verhandlungen rund um die Biodiversitätskonvention und des neuen globalen Zielrahmens für die biologische Vielfalt haben sich 60 Länder von sechs Kontinenten – darunter auch die Schweiz – zur «High Ambition Coalition for Nature and People» (HAC) zusammengeschlossen. Sie wollen 30 Prozent der Landesfläche und der Ozeane bis 2030 schützen («30 by 30»). Die HAC wurde von den Staatspräsidenten Frankreichs und Costa Ricas ins Leben gerufen.
Kürzlich hat der Bundesrat offiziell das Verhandlungsmandat der Schweizer Delegation für die Biodiversitätskonferenz verabschiedet. Die Schweizer Delegation will sich für ambitionierte, messbare und prägnante Ziele einsetzen – so auch «30 by 30». Dazu braucht es gemäss Aussagen des Bundesrates nebst der Bestimmung von Schutzgebieten zusätzliche Massnahmen: die Revitalisierung von Flüssen, die Erhaltung und Förderung von wertvollen Gebieten für die Biodiversität sowie die Erhaltung und Schaffung von Gebieten, die der Vernetzung der Lebensräume von Wildtieren dienen. Also genau das, was die Biodiversitätsinitiative verlangt.
Gegenvorschlag mit ungenügenden Zielen
Vor diesem Hintergrund wirkt es unverständlich, warum der Bundesrat im Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative gerade mal 17 Prozent der Landesfläche für die Biodiversität sichern will – ein Ziel, zu dessen Umsetzung sich die Schweiz im Rahmen der Biodiversitätskonvention ohnehin bis 2020 verpflichtet hat. Ein altes, noch dazu verfehltes Ziel soll also für Jahrzehnte hinaus in unserem Natur- und Heimatschutzgesetz verankert werden. So sieht keine kohärente Biodiversitätspolitik aus.
Die Vernehmlassung des indirekten Gegenvorschlags zur Biodiversitätsinitiative ging am 9. Juli zu Ende. Auch der Trägerverein, bestehend aus Pro Natura, BirdLife Schweiz, dem Schweizer Heimatschutz, der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz sowie weiteren Organisationen, hat sich in einer Stellungnahme dazu geäussert. Bis im Frühling 2022 hat der Bundesrat Zeit, die Stellungnahmen zu sichten und zu analysieren. Dann muss der Bundesrat den überarbeiteten indirekten Gegenvorschlag inklusive Botschaft dem Parlament überweisen. Die darauffolgenden parlamentarischen Debatten werden zeigen, in welche Richtung sich der Gegenvorschlag entwickelt. Erst nach dieser Phase kann eine Einschätzung erfolgen, ob ein Rückzug der Biodiversitätsinitiative in Frage kommt oder ob es eine Volksabstimmung braucht.
SIMONA KOBEL betreut bei Pro Natura die Biodiversitätsinitiative.
Nätteberg im Garten
Interview: «Wir brauchen mehr natürliche Rückhalteräume»
Pro Natura Magazin: Wenn davon gesprochen wird, wie natürlicherweise mehr Kohlenstoff gespeichert werden kann, ist meistens von Aufforstung die Rede. Doch kann der Atmosphäre auch CO2 entzogen werden, indem man Gewässer revitalisiert?
Christine Weber: Viele Leute denken, dass revitalisierte Gewässer nur Wasserlebewesen zugutekommen. Erfolgreiche Gewässerrevitalisierungen beeinflussen aber auch das Land, das die Gewässer umgibt. Dort wird eine vielfältige Ufervegetation gefördert; es können sich Weichholzauen und mit genügend Zeit und Raum auch Hartholzauenwälder entwickeln, die wie eine Aufforstung auch CO2 binden können.
Erhitzen revitalisierte Fliessgewässer auch weniger stark als begradigte Flüsse?
Bei vielen Revitalisierungen wird während der Bauarbeiten Vegetation entfernt, um dem Gewässer Raum zu geben. Dadurch wird es zuerst sonnenexponierter. Doch rasch entwickelt sich eine gewässertypische Ufervegetation, die Schatten spendet. Zudem sind revitalisierte Gewässer besser mit dem kühleren Grundwasser vernetzt. Es entstehen mosaikartige Strukturen mit unterschiedlichen Tiefen, Temperaturen, Dynamiken, wie das bei begradigten Flüssen nicht der Fall ist.
Und finden in diesem Mosaik auch Arten Zuflucht, die von den Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen sind?
Ja, naturnahe Gewässer sind elastischer gegenüber Veränderungen. Sie bieten aufgrund ihrer Vielfalt unterschiedliche Lebensräume für Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen – gerade auch für Arten, die in eintönigen kanalisierten Gewässern keine Habitate mehr finden.
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Bieten naturnahe Flüsse auch besseren Schutz bei Extremereignissen?
Das ist ein wichtiger Punkt: In monotonen Gewässern bestehen bei Hochwassern und Trockenphasen kaum Refugien, also zum Beispiel strömungsgeschützte Rückzugsräume für Wasserlebewesen. Dieser Aspekt wird mit fortschreitendem Klimawandel immer bedeutender.
Weshalb?
Unser Wasserhaushalt wird sich in den nächsten Jahrzehnten massiv verändern. Die Gletscher schmelzen weg, die Schneemenge verringert sich, Starkniederschläge nehmen zu, ebenso die Trockenheitsphasen. Dies führt zu regenreicheren Wintern und trockeneren Sommern. In früheren Jahrzehnten war es das Ziel, Wasser möglichst rasch aus der Landschaft abzuführen. Das wird sich fundamental ändern: Wir werden das Wasser zukünftig besser im System zurückbehalten müssen. Wir brauchen mehr natürliche Rückhalteräume, einerseits zwecks Hochwasserschutz, andererseits als Wasserspeicher bei Trockenheit.
Sie sprechen es an: Gerade wegen des Klimawandels erhöht sich der Druck zur weiteren Nutzung unserer Gewässer, etwa zur landwirtschaftlichen Bewässerung oder zur industriellen Kühlung. Befinden wir uns hier in einer Teufelsspirale?
Unsere Gewässer sind nicht nur wichtige Lebensräume, sondern haben als Naherholungsräume auch eine zentrale gesellschaftliche Funktion und sind hinsichtlich Bewässerung, Trinkwasserproduktion und Hochwasserschutz auch wirtschaftlich höchst relevant. Ausserdem schreibt das Gewässerschutzgesetz vor, die natürlichen Funktionen der Gewässer zu sichern. Hier hat die Schweiz grossen Nachholbedarf; 16 000 Fliessgewässerkilometer befinden sich in einem sehr schlechten Zustand. Wegen all dieser Punkte braucht es einen umfassenden Blick, wenn nun zusätzliche Nutzungsintensivierungen ins Auge gefasst werden.
Gilt das auch für die Wasserkraft? Auch hier erhöht sich als Folge des Klimawandels der ohnehin schon grosse Nutzungsdruck.
Unsere Fliessgewässer sind bereits sehr stark genutzt und produzieren einen bedeutenden Teil der inländischen Elektrizität. Ihre Wassermengen und deren jahreszeitliche Verteilung werden sich mit dem Klimawandel deutlich verändern. Auch hier müssen wir deshalb aufpassen, nicht nur einen Aspekt stark zu gewichten, sondern integral und längerfristig all die wichtigen Leistungen der Gewässer zu berücksichtigen.
-
- Christine Weber, Leiterin der Forschungsgruppe Flussrevitalisierungen beim ETH-Institut Eawag
Vier ökologische Gründe für ein Ja zur Initiative gegen Massentierhaltung
Es muht und quiekt und gackert in der Schweiz. Millionenfach. Und die Nutztiere pro Betrieb werden immer mehr: Der landwirtschaftliche Tierbestand ist seit den 2000er-Jahren um fast die Hälfte gestiegen und heute auf hohem Niveau stabil, während die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe um 20 Prozent zurückging. Immer mehr Tiere pro Betrieb, das ist schlecht fürs Tierwohl. Aber auch für Biodiversität, Klima und Landschaft. Ein wichtiger Schritt hin zu einer naturverträglicheren Tierhaltung ist die «Initiative gegen Massentierhaltung» (IGM), für die der Delegiertenrat von Pro Natura im April die Ja-Parole gefasst hat. Den Nutzen der Initiative für Natur und Umwelt fasst Philipp Ryf, Geschäftsleiter «JA zur Initiative gegen Massentierhaltung», so zusammen: «Die bodenunabhängige, industrielle Tierproduktion verursacht massive Treibhausgas- und Ammoniakemissionen. Die Initiative gegen Massentierhaltung sorgt dafür, dass Tiere wieder vermehrt auf Grasland gehalten werden. So kann die Schweiz ihrem Selbstverständnis einer ressourcenschonenden, tierfreundlichen Landwirtschaft gerecht werden.»
Vier Gründe, warum es für Natur und Umwelt wichtig ist, dass wir am 25. September Ja stimmen:
1. Biodiversität erhalten
Rinder produzieren Gülle. Sehr viel Gülle. Und der enthaltene Stickstoff wird in Ammoniak (NH3) umgewandelt. Schweizweit fallen jährlich satte 42 000 Tonnen davon an, 70 Prozent mehr, als in den Umweltzielen für die Landwirtschaft vorgesehen sind. 94 Prozent stammen gemäss der Berner Fachhochschule im Auftrag des Bundesamts für Umwelt aus der Landwirtschaft.
Besonders viel NH3 entweicht im Stall, im Laufhof oder beim Ausbringen von Gülle. Die Luft trägt das NH3 in empfindliche Ökosysteme, wo es sich anreichert und dazu beiträgt, dass Böden versauern. Ammoniak schädigt die Flora aber auch direkt, da es toxisch über die Blattorgane wirkt. Besonders anfällig sind Flechten, doch auch Pflanzen in nährstoffarmen Heide- und Graslandökosystemen und die Bodenvegetation in Wäldern reagieren empfindlich. Ammoniak ist damit ein bedeutender Treiber des Artensterbens. Die Zahlen lassen aufhorchen: Heute sind alle Hochmoore, 84 Prozent der Flachmoore und 42 Prozent der Trockenwiesen und -weiden sowie 95 Prozent der Wälder durch übermässige Stickstoffeinträge aus der Luft beeinträchtigt, wie das Bundesamt für Umwelt in seinem Bericht «Biodiversität in der Schweiz: Zustand und Entwicklung. Ergebnisse des Überwachungssystems im Bereich Biodiversität» (2017) festhält. Höchste Zeit also, zu handeln. Das sagt auch Pro Natura Präsidentin Ursula Schneider Schüttel: «Um die Biodiversität und damit auch die überlebenswichtigen Funktionen von Boden, Wald und Gewässern zu erhalten, müssen die Tierbestände in der Schweiz deutlich reduziert werden» – was die Initiative gegen Massentierhaltung vorsieht.
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2. Klima schützen
Was wir essen, hat einen direkten Einfluss auf das Klima. In der Schweiz werden heute pro Jahr und Einwohner im Schnitt laut Agroscope ungefähr zwei Tonnen CO2-Äquivalent allein für die Ernährung ausgestossen. Ganz anders sähe die Bilanz bei einer vornehmlich pflanzlichen Ernährung aus. Zudem binden Pflanzen CO2 und speichern Kohlenstoff in den Böden – die Landwirtschaft könnte uns also, wie es der Weltagrarbericht ausdrückt, «rein theoretisch langfristig klimaneutral ernähren und kurzfristig sogar mehr CO2 binden als ausstossen». Allerdings nur theoretisch, denn davon sind wir weit entfernt. Weltweit stammen 14,5 Prozent der Treibhausgasemissionen gemäss der UNO-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO aus der Nutztierhaltung. Obwohl heute vegetarische und vegane Ernährung breite Akzeptanz haben, ist der Hunger nach Fleisch immer noch gross. Jede Person in der Schweiz konsumiert rund 51 Kilogramm im Jahr, wobei im Ausland gekauftes Fleisch noch nicht mitgezählt ist. Damit die Landwirtschaft klimaschonend wird, führt kein Weg daran vorbei, weniger tierische Produkte zu konsumieren. Was zudem der Gesundheit zuträglich ist, denn es ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass (zu viel) Fleisch ungesund ist. Sinkt der Konsum, wird auch die Anzahl Nutztiere in der Landwirtschaft abnehmen. Das hat noch weitere Vorteile: Damit können künftig Produkte aus dem Ackerbau direkt der Ernährung von Menschen dienen und landen nicht als Tierfutter in den Ställen. Rinder, Schafe oder Ziegen können Gras fressen und damit problemlos an Standorten gehalten werden, an denen Ackerbau nicht möglich ist, etwa in den Bergen.
Die Initiative gegen Massentierhaltung hilft dabei, die Menschen für das Thema fleischlose Ernährung zu sensibilisieren.
3. Strukturwandel abschwächen
Der Agrarbericht 2021 spricht eine klare Sprache: Mit 21,15 Hektaren hat sich die durchschnittliche Fläche pro landwirtschaftlichen Betrieb in der Schweiz innert 30 Jahren nahezu verdoppelt. Demgegenüber haben die Nutztierbestände in den letzten 20 Jahren nur leicht abgenommen. Das heisst, die Zahl der Tiere pro Hof nimmt zu. Das führt unter anderem dazu, dass sich immer grössere Ställe in der Landschaft ausbreiten. Dazu kommen immer mehr Fahrten mit Gülle auf viele verschiedene Parzellen oder die bei der Hühner- und Schweinehaltung immense Zufuhr an Futtermitteln pro Betrieb, auch aus dem Ausland.
Auch die artgerechte Haltung und Fütterung der Tiere wird in Grossbetrieben schwieriger, genauso wie eine Weidehaltung bei Wiederkäuern in vernünftiger Stallnähe mit immer grösser werdenden Herden. Kilian Baumann, Präsident der Kleinbauern-Vereinigung, Biobauer und Nationalrat der Grünen, bringt die Probleme dieser Entwicklung auf den Punkt: «Entscheidend für die Förderung der Biodiversität ist nicht alleine die biologische Landwirtschaft, sondern ebenso eine kleinteilige und vielfältige Agrarlandschaft. Wer das Insekten- und Vogelsterben stoppen will, muss daher auch das Hofsterben und die damit verbundene Strukturverarmung angehen.»
Die Initiative gegen Massentierhaltung trägt dazu bei, dass die Anzahl Tiere pro Betrieb und pro Einheit beschränkt werden und kann den umweltschädigenden Tendenzen von «immer grösser» etwas Einhalt gebieten.
4. Landschaft schonen
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft schadet auch der Landschaft. Immer grössere Betriebe mit immer mehr Nutztieren pro Betrieb, das führt zu immer grösseren Stallungen. Und diese kommen sehr oft ausserhalb der Bauzonen zu stehen, müssen mit neuen Strassen erschlossen werden und generieren unzählige Fahrten mit grossen Lastwagen.
Raus aus den Dörfern und rauf auf die grüne Wiese – die Gründe für diese Entwicklung liegen neben dem allgemeinen Strukturwandel auch in der Lärm- und Luftreinhaltungsgesetzgebung. Oder wie es die stv. Geschäftsleiterin der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Franziska Grossenbacher, formuliert: «Die Abstandsvorschriften treiben die Ställe aus den Dörfern heraus. Zudem werden Neubauten absurd hoch subventioniert, sodass gar kein Anreiz besteht, möglichst günstig zu bauen und Umbauten überhaupt ins Auge zu fassen.» Problematisch ist auch, dass neue Stallbauten in der Regel Fertigbausysteme sind und auf betriebliche Abläufe optimiert sind, ohne jede Rücksicht auf den Standort. Was wiederum dazu führt, dass für den Bau solcher Ställe viele Veränderungen im Gelände notwendig sind.
Die Initiative gegen Massentierhaltung kann helfen, dass grosse Stallbauten seltener werden. «Weniger grosse Herden haben diesbezüglich tendenziell einen positiven Einfluss», sagt Grossenbacher. «Die Missstände sind damit allein aber noch nicht gelöst, sie ist nur ein Puzzleteil unter vielen.»
Bettina Epper, stellvertretende Chefredaktorin des Pro Natura Magazins.
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Biodiversitätsschädigende Subventionen
Während die öffentliche Hand Millionenbeträge für die Stickstoffsanierung der Mittellandseen und damit auch zur Förderung der Biodiversität einsetzen muss, finanziert der Bund gleichzeitig mit Subventionen und Absatzförderung für Tierprodukte die Überdüngung der ganzen Landschaft. Die Wissenschaft hat das Kind beim Namen genannt und 2020 einen viel beachteten Bericht mit 162 Subventionen und Fehlanreizen veröffentlicht, die der Biodiversität direkt oder indirekt schaden. Es geht um insgesamt 40 Milliarden Franken! Eine schier unvorstellbare Summe.
Diese Schädigung der Biodiversität auf Kosten des Staates ist volkswirtschaftlich höchst ineffizient und bürdet der Allgemeinheit und zukünftigen Generationen hohe Kosten auf, anstatt die externen Umweltkosten verursachergerecht zu decken.
Unverständliches Zögern
Dass diese Subventionen die Biodiversitätskrise weiter verschlimmern, ist der Politik bekannt. Der Bundesrat hatte sich im Rahmen der Biodiversitätsstrategie 2012 dazu verpflichtet, die biodiversitätsschädigende Wirkung solcher Finanzinstrumente bis 2020 abzuschaffen oder umzuwandeln. Seither sind die biodiversitätsschädigenden Subventionen jedoch munter gesprudelt. Und sie tun es weiter, denn der Bundesrat hat mit der von ihm kürzlich veröffentlichen Vorstudie erst entschieden, welche acht der 162 biodiversitätsschädigenden Subventionen er genauer anschauen möchte. Für die vertiefte Analyse lässt er sich weitere zwei Jahre Zeit, anstatt konkrete Massnahmen zu beschliessen. Dem Verlust der Biodiversität wirksam und entschlossen entgegenzuwirken, sieht anders aus. Diese Zögerlichkeit ist aufgrund der klaren Faktenlage um den Zustand der Biodiversität in der Schweiz unverständlich.
Handeln tut Not
Die acht zu untersuchenden Subventionen betreffen:
- Teilprogramm Waldwirtschaft
- Forstliche Investitionskredite
- Grenzschutz für Fleisch und Futtermittel
- Versorgungssicherheit
- Strukturverbesserung
- Absatzförderung
- Neue Regionalpolitik
- Rückerstattung der Mineralsteuer in der Landwirtschaft
Die grosse Mehrheit der biodiversitätsschädigenden Subventionen insbesondere in den Bereichen Energie, Siedlung und Verkehr werden einfach ausgeblendet. Was mit den restlichen 154 Subventionen passieren soll, steht in den Sternen. Doch um den Verlust der Biodiversität zu stoppen und ihre Funktionen für Menschen und Natur zu erhalten, muss die biodiversitätsschädigende Wirkung aller 162 Subventionen durchleuchtet und abgeschafft werden.
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Der aktuelle massive Überkonsum an Ressourcen, Dienstleistungen, Energie und Boden übersteigt die Belastungsgrenze unseres Planeten. Die Menschheit beutet heute mehr als dreimal so viele natürliche Ressourcen aus wie vor 50 Jahren. Dies ist auf die exponentiell wachsenden Volkswirtschaften und die Globalisierung und Digitalisierung der Lieferketten zurückzuführen. Unser Ressourcenverbrauch ist schon heute mit Abstand die Hauptursache für den weltweiten Verlust der biologischen Vielfalt. Hinzu kommen die Treibhausgasemissionen als Ursache der Klimakrise.
Eine drastische Senkung unseres Konsumniveaus kann die Situation noch ändern, ohne dass wir deswegen auf ein gutes Leben verzichten müssen: weniger kann manchmal mehr bedeuten. Pro Natura setzt sich für eine Gesellschaft ein, welche respektvoller mit der Natur umgeht, weniger konsumorientiert und gerechter handelt.
Wirtschafts- und Gesellschaftssystem müssen sich verändern
Technische Innovationen, welche die Effizienz der Ressourcennutzung erhöhen, reichen nicht aus. Im Gegenteil: bis jetzt war die Steigerung der Energieeffizienz immer mit einer Produktionszunahme, nicht mit einer Einsparung von Rohstoffen verbunden.
Ein angeblich «grünes» Wachstum voranzutreiben und zu versuchen, sämtliche fossilen Brennstoffe durch elektrische Energie zu ersetzen, ist nicht nur unrealistisch, sondern hat wiederum verheerende Auswirkungen auf die Nutzung anderer natürlicher Ressourcen: So wird beispielsweise geschätzt, dass die EU im Jahr 2050 60-mal mehr Lithium und 15-mal mehr Kobalt benötigen wird als heute.
Damit wir innerhalb der planetaren ökologischen Grenzen leben können, braucht es tiefgreifende Veränderungen in unserem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Individuelle Verhaltensänderungen können viel bewirken, letztlich ist aber die Politik in der Verantwortung, diese Veränderungen voranzutreiben
Macht Konsum glücklich?
Unser Gesellschaftsmodell der Überproduktion, des Überkonsums und der Verschwendung ist eine direkte Folge unseres Wirtschaftssystems, das auf permanentem Wachstum basiert. Diese «Wachstumsdiktatur» garantiert uns aber kein Glück. Das Wohlbefinden nimmt in den reichen Ländern seit vielen Jahren nicht mehr zu. Der Konsumismus ist weit davon entfernt, uns glücklicher zu machen. Im Gegenteil: er schadet unserer Gesundheit, weil er ein ständiges Frustrationsgefühl erzeugt. Die Rückkehr zu einem einfacheren Leben, das mehr Nähe zu anderen, mehr Solidarität und auch mehr Nähe zur Natur bedeutet, ist hingegen eine Quelle der inneren Zufriedenheit.
Die Schweiz trägt eine internationale Verantwortung
Der übermässige Konsum in der Schweiz und den nördlichen Ländern (sowie der Elite im globalen Süden) schadet nicht nur ganz direkt der Natur und der Umwelt hierzulande, sondern auch der Umwelt in den ärmsten Ländern. Er zerstört Wälder, Lebensräume und Meere und gefährdet die Lebensbedingungen der Menschen im globalen Süden. Das ist inakpzeptabel.
Das macht und fordert Pro Natura
Der Trend zu Second Hand Kleidern, vegane Ernährung und Flugscham sind auf dem Vormarsch, und an Energiespartipps mangelt es nicht. Das ist richtig und wichtig: Wir müssen unser persönliches Konsumverhalten verändern. Die Verhaltensänderungen von Einzelnen können sich aber nur dann durchsetzen, wenn sie auch mit politischen Massnahmen unterstützt und gefördert werden. Wirtschaft und Politik dürfen sich nicht hinter dem Argument der Nachfrage verstecken.
Pro Natura wendet den Suffizienz-Ansatz auf die wichtigsten politischen Bereiche an, zu denen wir aktiv sind: Landwirtschaft und Ernährung, Raumplanung und Energie.
Das können Sie tun
Neben Veränderungen im eigenen Konsumverhalten können Sie sich auch für den Wandel in der Gesellschaft und der Politik einsetzen und aktiv werden:
- Finden Sie Gleichgesinnte und starten Sie gemeinsam Veränderungen in Ihrer Gemeinschaft. Es existieren bereits zahlreiche lokale Initiativen, die auf dem Prinzip der Genügsamkeit basieren: Repair-Cafés, Werkzeugverleihe, Nutzergemeinschaften.
Unterstützung, wie Sie solche Projekte angehen können finden Sie zum Beispiel im internationalen Transition Netzwerk von Rob Hopkins - Sensibilisieren Sie Ihre Mitmenschen und sprechen Sie über die Dringlichkeit, Veränderungen in Wirtschaft und Politik voranzutreiben.
- Werden Sie politisch aktiv. Es sind verschiedene Petitionen und Initiativen am Laufen, die sie unterstützen können.
Unklares Ergebnis der UREK-N Beratungen zum Gegenvorschlag
“Die von der UREK-N vorgeschlagenen Anpassungen des bundesrätlichen Gegenvorschlages widerspiegeln noch nicht die Dringlichkeit der Lage. Sie sind klar ungenügend, um das Artensterben in der Schweiz zu stoppen und unsere Lebensgrundlage langfristig zu sichern”, beurteilt Raffael Ayé, Vertreter des Trägervereins und Geschäftsführer von BirdLife Schweiz.
“Wir sind besorgt darüber, dass eine Mehrheit der Kommission offenbar nur kleine Schritte beim Biodiversitätsschutz machen will. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass es für die Biodiversität 30% der Fläche und eine deutlich höhere ökologische Qualität braucht. Eine Liste von Gebieten im Gesetz reicht nicht, um die Ökosystemleistungen langfristig erhalten zu können. Wenn wir das missachten, stehen auch die Lebensmittel- und Energie-Versorgungssicherheit auf dem Spiel und das Klima ebenso”, sagt Sarah Pearson Perret, Vertreterin des Trägervereins und Secrétaire romande von Pro Natura.
“Nachdem die Kommission die Massnahmen zur Förderung einer hohen Baukultur aus der Vorlage gestrichen hat, erwarten wir, dass sie im Rahmen der Kulturbotschaft verpflichtend aufgenommen werden”, verlangt Stefan Kunz, Vertreter des Trägervereins und Geschäftsführer des Schweizer Heimatschutzes.
Fundierte Analyse in Kürze
Die Parlamentsdienste werden die Mehr- und Minderheitsanträge in den nächsten Tagen veröffentlichen. Die Trägerorganisationen werden diese mit der Biodiversitätsinitiative abgleichen. Für eine detaillierte Einschätzung dazu stehen Ihnen die Vertreterinnen und Vertreter der Trägerorganisationen nach der Veröffentlichung gerne zur Verfügung.
Kontakt
- Sarah Pearson Perret, Secrétaire romande von Pro Natura, @email, 079 688 72 24
- Raffael Ayé, Geschäftsführer BirdLife Schweiz: @email, 076 308 66 84
- Stefan Kunz, Geschäftsführer Schweizer Heimatschutz: @email, 079 631 34 67
- Franziska Grossenbacher, Stv. Geschäftsleiterin Stiftung Landschaftsschutz Schweiz:
@email, 076 304 43 58 - Medienstelle: Dagmar Wurzbacher, @email, 076 517 25 96
Ulteriori informazioni
Info
Medienmitteilung des Trägervereins der Biodiversitätsinitiative