Progetti
Landforst: Orchideen sind Trumpf
Die Riedflächen im Landforst entstanden in Mulden über der Grundmoräne des Linth-Rhein-Gletschers. Zuerst entstanden kleine Seen, die später verlandeten und zu Moorwald wurden. Ab etwa dem 17. Jahrhundert befreiten die Bauern das Land vom Bruchwald und mähten die Flächen jeweils im Herbst zur Streuegewinnung. Heute sind die Waldlichtungen dank dem Naturschutz erhalten und beherbergen wertvolle Pfeifengraswiesen, Klein- und Grossseggenriede und einen Weiher.
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Vor oder nach dem Besuch der Moore lohnt sich ein Besuch im Besucherzentrum des Wildnisparks Zürich beim Bahnhof Sihlwald.
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Pro Natura ZHDie liebsten «Wildnisinseln» der Pro Natura Mitarbeitenden
Hören wir Wildnis, löst das bei uns Menschen verschiedene Assoziationen aus. Viele Naturbegeisterte denken sofort an riesige, weitgehend unberührte Naturlandschaften wie etwa in Lappland, Grönland, Kanada. Dort findet sich tatsächlich Wildnis im wissenschaftlichen Sinn: Die International Union for Conservation of Nature (IUCN) definiert Wildnis als «ausgedehnte ursprüngliche oder nur leicht veränderte Gebiete, die ihren natürlichen Charakter bewahrt haben, in denen keine ständigen oder bedeutenden Siedlungen existieren».
In der Schweiz erfüllt nur der Nationalpark diese Anforderung. Viele Menschen denken beim Begriff Wildnis aber auch einfach an kleinere Flächen, die der Mensch nicht nutzt, pflegt oder gestaltet. Solche Flächen mit Wildnischarakter, in denen die Natur frei wirken kann, finden sich oft in Siedlungsnähe. Auf sie richten wir den Fokus dieser Ausgabe; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pro Natura stellen uns auf diesen Seiten ihre persönlichen «Wildnisinseln» vor und deren Wert für Mensch und Natur.
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Prächtige Bilder und exklusive Angebote runden das Lesevergnügen ab. Alle Pro Natura Mitglieder erhalten das Magazin exklusiv fünf Mal im Jahr. Es blickt auf 48 Seiten hinter die Kulissen politischer Entscheide, präsentiert Forschungsergebnisse, erklärt die Natur. Und es schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft.
«Eine schöne Unordnung»
«Jeder Gang in die Bolle di Magadino ist für mich eine Überraschung; ich weiss nie, was ich hier genau antreffe. Als Ornithologin habe ich natürlich das Auge auf die Vögel gerichtet, besonders während des Vogelzugs tauchen immer wieder neue Arten auf. Doch auch andere Spezies sorgen für Erstaunen; diesen Winter etwa eine Herde von Rothirschen, die das Delta durchquerte - schwimmend im kalten Wasser!
Komischerweise musste ich zuerst nach Südafrika gehen, um die Bolle wirklich kennenzulernen: Als ich während eines Studienprojekts über Affen Tage und Wochen im Busch ausharrte, begann ich mich immer stärker für all das zu interessieren, was mir um die Ohren flog. Und so wurden nach meiner Heimkehr die Mündungen des Ticino und der Verzasca in den Lago Maggiore zur neuen Heimat. Bin ich dort, kann ich meinen Kopf völlig abschalten und mich auf meine Sinne verlassen: Ich sehe, ich höre, ich rieche, ich komme zur inneren Ruhe und vergesse die nahe Zivilisation.
Auch die Landschaft präsentiert sich in diesem Naturschutzgebiet immer wieder anders; mal kann der Wind eine Schneise in den Wald reissen, mal steht das Wasser im Auenwald weit über unseren Knöcheln. Im ganzen Wald herrscht eine schöne Unordnung, es ist ein kleiner mehrstufiger Dschungel, und auf jedem Stockwerk hat es immer wieder andere Bewohnerinnen - eben eine wahre Überraschungstüte!»
Martina Spinelli betreut bei der Tessiner Sektion von Pro Natura die Umweltbildung.
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Andrea Persico
- Martina Spinelli in der Bolle di Magadino
«Es duftet herrlich nach feuchter Erde und Moos»
«Nur wenige Leute kennen diese bezaubernde kleine Schlucht oberhalb von Erstfeld. Der Zugang erfolgt über einen 150 Meter langen, dunklen Stollen, dessen Eingang kaum zu erkennen ist. Was einen dann am Ausgang erwartet, ist gewaltig. Man schaut direkt in eine moosüberwachsene Schlucht hinein, durch die sich der wilde Alpbach schlängelt. Überall liegen Baumstämme und Gesteinsbrocken herum. Es duftet herrlich nach feuchter Erde und Moos. Natur pur!
Am liebsten komme ich am frühen Vormittag hierher, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Schlucht erreichen und das Wasser und die Steine zu glitzern beginnen. Leider wird dem Alpbach schon bald ein Teil des Wassers entzogen. Etwas oberhalb von hier wurde jüngst ein Stollen herausgesprengt, der das Wasser zu einem neuen Kraftwerk führen wird. Im Dezember geht die erste Maschine in Betrieb. Ein Trost ist mir, dass die obere Strecke des Bachs vor Eingriffen geschützt werden konnte.»
Pia Tresch-Walker ist Geschäftsführerin von Pro Natura Uri.
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Fabian Biasio
- Pia Tresch-Walker am Alpbach
«Ein Stück Wildnis geht verloren»
«Die Rehhag-Grube in Bümpliz ist ein aussergewöhnlicher Ort, wild und schön. Regelmässig komme ich mit dem Fahrrad hierher, setze mich mit dem Feldstecher an den Rand der Grube oder streife herum und lasse mich bezaubern. Einst wurde hier Ton abgebaut. Als sich das nicht mehr rechnete, überliess man die Grube der Natur. Zwischen Steinblöcken und Tümpeln wuchern nun Weiden, Schachtelhalme und harte Gräser. Die Sumpf-Stendelwurz blüht zu Hunderten, Libellen jagen über dem Schilf, in Dutzenden von Kleingewässern tummeln sich Molche, Frösche und Gelbbauchunken.
Die Rehhag-Grube ist wahrscheinlich das artenreichste Areal in der ganzen Gemeinde Bern. Nun aber wird die Grube mit Bauschutt aufgefüllt und anschliessend renaturiert. Damit wird dieser wilde Ort zu einem gutschweizerisch geregelten Raum - mit Feuerstelle und Besucherlenkung. Damit geht ein Stück Wildnis in Stadtnähe verloren, wohl auch ein Teil der Artenvielfalt.»
Andrea Haslinger arbeitet im Pro Natura Zentralsekretariat, betreut Schutzgebiete und Projekte zur Förderung der Natur im Siedlungsraum.
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Annette Boutellier
- Andrea Haslinger in der Rehag-Grube
«Ein Hauch von Provence vor der Türe»
«Das Schutzgebiet Chassagne d’Onnens auf dem Rücken des Mont d’Aubert hebt sich vom Fuss des Juras durch seine mediterrane Vegetation ab. Als meine Kinder noch klein waren, begrüssten wir dort an Ostern jeweils den Frühling. Dank des besonderen Klimas konnte man sich nach den letzten Nächten mit Raureif einfach ins Gras legen und die Wärme des Bodens spüren. Wir versteckten die Eier in Löchern der Steineichen oder hinter dornigem Gebüsch. Ich musste meine Kinder manchmal davor warnen, nicht zu nahe an die Steinhaufen heranzutreten, wo sich zum Teil Aspisvipern aufwärmten.
Mittlerweile sind die Kinder gross, und trotzdem gehe ich dort noch immer gerne alleine spazieren. Wenn der Wiesensalbei blüht und die Sonne intensiv scheint, setze ich mich gerne hin und bewundere Orchideen in all ihren Details. Ich lausche dem Zirpen der Grillen, zucke zusammen, wenn unverhofft eine Smaragdeidechse davonhuscht. In der Ferne sieht man den Neuenburgersee, das Hinterland der Waadt und am Horizont die Alpen. Die Chassagne ist magisch, und ich lasse mich noch so gern verzaubern. Wir müssen diese grossartige Landschaft und die wilde Natur um jeden Preis bewahren.»
Fabia Vulliamoz arbeitet im Pro Natura Zentrum Champ-Pittet am Neuenburgersee. Sie leitet das Sekretariat und ist zuständig für die Kunstausstellungen.
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Florence Kupferschmid
- Fabia Vulliamoz im Schutzgebiet Chassagne d’Onnens
«Reiche Natur auf kleinstem Raum»
«Nur wenige Schritte vom Bahnhof in Schlatt entfernt hat eine Biberfamilie dieses kleine Naturparadies geschaffen. Besonders fasziniert bin ich vom Tempo dieser Entwicklung. Etwa 2012 tauchten in unserem Schutzgebiet Chollerwies die ersten Biber auf und begannen mit ihren Bauwerken: Sie fällten Weiden und Pappeln, stauten den Mülibach und errichteten mehrere Dämme. In den Jahren darauf ist ein kleiner Auenwald entstanden, der von zahlreichen Vögeln, Libellen, Reptilien und Amphibien bevölkert wird. Erstaunlich finde ich auch, wie sich eine derart reiche Natur auf einem so kleinen Raum und mitten im Kulturgebiet etablieren kann, in einem Dreieck zwischen Kantonsstrasse, Bahngleisen und Intensivlandwirtschaft.
Seit 2016 sind die Biber auch weiter unten am Bach aktiv - und wir sorgen dafür, dass sich das Wasser nicht zu hoch staut. Oft nehme ich meine Kinder mit, sie sind fasziniert von den Bauwerken der Biber und suchen nach Erdhäufchen, die mit Bibergeil durchtränkt sind, einem Markierungssekret, das heutzutage nur noch in der Parfümerie verwendet wird.»
Philip Taxböck arbeitet für Pro Natura Thurgau und leitet die Ostschweizer Aktion «Hallo Biber & Co.».
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Fabian Biaso
- Philip Taxböck im Schutzgebiet Chollerwies
«Dieser Ort hat mich nachhaltig geprägt»
«Der Pfynwald ist ein sagenhafter Ort, aus verschiedenen Gründen: Es ist einer der grössten zusammenhängenden Föhrenwälder Europas mit einem der letzten wilden Flussabschnitte der Schweiz. Seine chaotische Struktur ist eine Hinterlassenschaft der letzten Eiszeit. Hier treffen mediterranes und alpines Klima aufeinander, das hat eine einmalige Biodiversität hervorgebracht. Ökologisch ist der Pfynwald ein Ort der Superlative. Ich hatte das Glück, in unmittelbarer Nähe dieses Kleinods aufzuwachsen, das mein Leben nachhaltig geprägt hat: mein Umweltbewusstsein, meine Leidenschaft für die Ornithologie und meinen Entschluss, Geografie zu studieren. Besonders mochte ich es, am Ufer der wilden Rhone Vögel zu beobachten, so etwa den Flussregenpfeifer und den Flussuferläufer.
Die Vielfalt an Lebensräumen im Pfynwald ist bemerkenswert: ein weitläufiger Föhrenwald, die wilde Rhone mit ihren Auen, der Rottensand - eine einmalige Steppenlandschaft in der Schweiz, reich an Pflanzen und Insekten - verschiedene Kleingewässer und ein Bereich mit extensiver Landwirtschaft. Der Pfynwald gehört zum Bundesinventar der zu erhaltenden Landschaften von nationaler Bedeutung, die Rhone bildet hier eines der bedeutendsten Auenschutzgebiete der Schweiz. Der Pfynwald steht im Zentrum der Arbeit von Pro Natura Wallis, die sich seit ihren Anfängen um den Schutz dieses einmaligen Gebiets kümmert.»
Jérémy Savioz ist Geschäftsführer von Pro Natura Wallis.
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Florence Kuperschmid
- Jeremy Savioz im Pfynwald
«Die Bäume winden sich und bilden bizarre Formen»
«Weiter unten, auf den breiten Forstwegen des Bannwalds, sind mehr Leute unterwegs: Hündeler, Jogger, Spaziergänger. Hier auf die Rumpelfluh verirren sich aber nur wenige Leute. Kommt noch schlechtes Wetter hinzu und schluckt der Regen die Geräusche der Zivilisation,wähne ich mich hier oben in der abgeschiedenen Wildnis - und nicht in unmittelbarer Nähe der Stadt Olten.
Auch die Vegetation verändert sich abrupt: Weiter unten dominieren mächtige Buchen den Wald, doch auf diesem kargen und exponierten Felsgrat kommen mehrere andere Bäume hinzu: Föhren, Eichen, Eiben, Mehlbeeren.Sie winden sich, bilden teils bizarre Formen, bleiben kleinwüchsig und knorrig.
Häufig beobachte ich hier oben Kolkraben. Sie faszinieren mich mit ihrem Gesangsrepertoire und ihren Flugkünsten.Gerne schaue ich ihnen zu, wie sie übers Tal hinweggleiten, und kann mich dabei auch einmal verlieren und stundenlang auf einem Felssporn sitzen bleiben.»
Lesly Helbling arbeitet im Pro Natura Zentralsekretariat und betreut Projekte zurFörderung der Biodiversität im Wald.
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Raphael Weber
- Lesly Helbling auf der Rumpelfluh
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Bras des Quiess in Saxon
Fenster zur Vergangenheit
Es ist noch nicht so lange her, dass die von Naturforschern beschriebenen ausgedehnten Sümpfe die Rhone-Ebene zwischen Riddes und Martigny bedeckten, und doch erinnern an diese zu Beginn des Jahrhunderts fast unberührten Naturräume nur noch einige wenige vergilbte Fotos.... Mit ihnen sind viele Wasserpflanzen und wahrscheinlich viele Tierarten aus dem Wallis verschwunden, welche nicht einmal inventarisiert wurden!
Zwei Feuchtgebiete zwischen Sitten und Martinach
Von den acht Feuchtgebieten, die es in der Walliser Ebene noch gibt, sind heute nur noch zwei auf den dreissig Kilometern zwischen Sitten und Martinach vorhanden: die Feuchtgebiete von Ardon und Chamoson und ein ehemaliger Arm der Rhone, am Ort Les Quiess in Saxon. Die Abtragung des Kieses in der Ebene und der Bau der Autobahn haben zur Schaffung von künstlichen Gewässern geführt. Diese sind jedoch aufgrund der intensiven touristischen Nutzung einerseits und der geringen Größe, und schlechten Lage andererseits nur von begrenztem Interesse.
Renaturierung im Jahr 2005
Finanziert von der Gemeinde, dem Kanton, dem Bund und zur Hälfte von Pro Natura (Fr. 110'000.-), begann im Dezember 2005 die Renaturierung der Alten Rhone in Saxon. Die Arbeiten begannen mit der Reinigung des an den Campingplatz angrenzenden Teiches, gefolgt von der Verbreiterung und Auslichtung des südlichen Ufers des alten Rhone-Armes durch die Entfernung der Bäume. In einem Schilfbett wurde ein neuer Teich angelegt, um Wasservögeln einen Rückzugsort zu bieten. Schließlich wurde auf den angrenzenden Grundstücken von Pro Natura eine Feuchtwiese angelegt. Die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit der Gemeinde und die Eintragung einer Nutzungsrechte zugunsten von Pro Natura begünstigen den langfristigen Schutz des Gebietes.
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Gefährdete Heuschreckenart
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- Langflüglige Schwertschrecke (lat. Conocephalus fuscus)
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Pro Natura VSFotowettbewerb «Wildnis» 2021
In den Kategorien («Wilde Bergwelt», «Wilde Wälder»», «Wildes Wasser» und «Wilde Ecken im Siedlungsraum») sind 2174 Bilder entstanden. Die besten Fotos präsentierte Pro Natura am Sonntag, 31. Oktober 2021, im Rahmen des «Wintereinklang»-Fests im Wildnispark Zürich in Sihlwald.
Artenvielfalt braucht Wildnis
Viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten benötigen für ihr Überleben Naturräume, wo sich der Mensch zurückhält und nicht in die Entwicklung eingreift. Ohne Wildnis leidet die Artenvielfalt. Ökosysteme und Lebensgemeinschaften verschwinden. Die Folgen sind nicht alle absehbar.
Die letzten Wildnisgebiete müssen erhalten und in Ruhe gelassen werden, damit sie sich ungestört entwickeln können – für die Biodiversität aber auch für den Menschen.
Wir engagieren uns für mehr Biodiversität und für wertvolle Landschaften. Unterstützen sie uns:
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Foto: Wildnis am Lukmanierpass © Markus Bühler
Contatto
Alle Kontakte werden über @email abgewickelt. Es werden keine telefonischen Anfragen beantwortet.
Ehemalige Kiesgrube Espel, Gossau
Das Schutzgebiet «Ehemalige Kiesgrube Espel» befindet sich auf Gemeindegebiet der Stadt Gossau, nahe an der Grenze zur Nachbargemeinde Flawil. Es liegt auf einer von eiszeitlichen Schmelzwassern abgelagerten Schotterterrasse zwischen der heutigen Glatt im Westen und dem Dorfbach Gossau im Norden. Das Gebiet ist aus einer ehemaligen Kiesgrube hervorgegangen und wurde 1980 unter Schutz gestellt. Es besitzt bedeutende Amphibienvorkommen und ist ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung (Nr. SG 600). Die Stadt Gossau übergab im Jahr 2018 die 5.5 ha grosse Parzelle Pro Natura. Da die Sukzession weit forstgeschritten war, liess Pro Natura ein neues Pflege- und Entwicklungskonzept erarbeiten. Die ersten neuen Laichgewässer wurden bereits im Jahr 2019 geschaffen. 2020/21 wurden weitere Aufwertungsmassnahmen umgesetzt und das Schutzgebiet anhand eines neu ausgearbeiteten Besucherlenkungskonzepts markiert. Das Naturschutzgebiet wird von einer Gruppe Freiwilliger in Zusammenarbeit mit einem Landwirt gepflegt.
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Das Pro Natura Schutzgebiet der ehemaligen Kiesgrube Espel ist in einem 15-minütigen Fussmarsch von Burgau (Bushaltestelle Flawil, Burgau) aus erreichbar. Wanderweg in Richtung Kolumbanshöhle folgen (Columbanweg).
Beim Eingang des Schutzgebiets steht eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen zur Verfügung.
Kiesgruben können sich für Tiere und Pflanzen der Flussauen zu wichtigen Ersatzlebensräumen entwickeln. Nicht nur die Beschaffenheit des Bodens ist in beiden Lebensräumen ähnlich, sondern auch die Lebensraumdynamik. In aktiven Kiesgruben sorgt nämlich der Bagger immer wieder für neue Pionierstandorte und Tümpel, ähnlich wie ein Hochwasser in den Auen. Mit der Aufgabe des Kiesabbaus schreitet indes die Sukzession schnell voran: Tümpel verlanden, Ruderalflächen verbuschen und entwickeln sich innert weniger Jahre zu einem Wald. Sollen die naturschützerischen Werte ehemaliger Kiesgruben erhalten werden, ist eine intensive Pflege notwendig. Auch die Stadt Gossau war sich dieser Sachlage bewusst und intensivierte vor allem die forstlichen Pflegemassnahmen. Trotz dieser Anstrengungen gelang es nur beschränkt, die Amphibienvorkommen zu halten. So sind in den letzten Jahrzehnten die Vorkommen von drei Amphibienarten (Kreuzkröte, Geburtshelferkröte und Laubfrosch) erloschen und die Gelbbauchunke konnte nur dank dem grossen Einsatz des Naturschutzvereins Gossau und Umgebung vor dem lokalen Aussterben bewahrt werden. Deshalb hat die Stadt Gossau im Jahr 2018 die Parzelle an Pro Natura St. Gallen-Appenzell abgetreten.
2019 liess Pro Natura einen Pflege- und Entwicklungsplan erarbeiten, deren Massnahmen in den Jahren 2019-21 umgesetzt wurden. Das Naturschutzgebiet Espel wird gemäss Pflegekonzept und -plan 2021 von einer Gruppe Freiwilliger in Zusammenarbeit mit einem Landwirt gepflegt.
Biotop Espel in besten Händen / Medienmitteilung Stadt Gossau vom 23.04.2018 Pflege- und Entwicklungsplan 2019 Pflegekonzept und -plan 2021Bereits im Frühling 2018 hat Pro Natura St. Gallen-Appenzell die Amphibienvorkommen im Schutzgebiet Espel untersucht. Wegen der niedrigen Bestände, insbesondere von Kamm- und Teichmolch sowie der Gelbbauchunke, wurden als Sofortmassnahme im Winter 2018/19 neue Amphibienlaichgewässer gebaut: Zwei grössere Weiher zur Förderung der Molche sowie eine Anlage mit vier Tümpeln zur Förderung der Gelbbauchunke. Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten; in der Saison 2019 konnte eine gute Reproduktion der Gelbbauchunken beobachtet werden.
Parallel zu diesen ersten Massnahmen wurde ein Schutzkonzept und ein Aufwertungsprojekt erarbeitet. Das Bauprojekt wurde im Spätsommer 2019 zur Bewilligung eingereicht. Das Aufwertungsprojekt, welches im Jahr 2021 abgeschlossen wurde, verfolgt gemäss dem gesetzlichen Auftrag des Bundes das Hauptziel, die Amphibienfauna zu fördern.
Fauna
Das Schutzgebiet der ehemaligen Kiesgrube Espel ist ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung und beherbergt acht verschiedene Amphibienarten, darunter auch die in der Schweiz stark gefährdeten Arten Teichmolch (Lissotriton vulgaris), Kammmolch (Triturus cristatus) und Gelbbauchunke (Bombina variegata). Neben den Amphibien bestehen aktuelle Grundlagen zu den Libellen im Gebiet. Mit insgesamt 38 Libellenarten konnte im Zeitraum von 2013-2018 eine vielfältige Libellenfauna nachgewiesen werden.
Flora
Unter den gefährdeten Pflanzenarten der Roten Liste kommen im Schutzgebiet Espel ausschliesslich Ruderal-, Wasser- und Sumpf-pflanzen vor. Mit der Dickährigen Trespe (Bromus grossus) kommt im Gebiet sogar eine vom Aussterben bedrohte Pflanzenart vor. In der Schweiz sind aktuell weniger als 10 Standorte dieser Art bekannt, davon zwei im Kanton St. Gallen. Die Dickährige Trespe ist ursprünglich eine Ackerbegleitart des Wintergetreides, die speziell in Dinkelfeldern vorkam, seit dem Verschwinden dieser Kulturform aber ausschliesslich als Therophyt in Ruderalstandorten überleben konnte. In der ehemaligen Kiesgrube Espel wurde die Art erst 2013 entdeckt und 2016 im Rahmen eines Monitorings prioritärer Pflanzenvorkommen bestätigt. Die Dickährige Trespe ist ein mitteleuropäisches Florenelement und gilt auch als europaweit geschützte Art der Berner Konvention.
Unter den potenziell gefährdeten Pflanzenarten stechen verschiedene Sumpfpflanzen hervor, die v.a. in der Streuwiese im Nordteil des Gebietes vorkommen: Fleischrote Fingerwurz (Dactylorhiza incarnata), Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) und Sumpfbinse (Eleocharis palustris agg.).
Besucherinnen und Besucher können das Schutzgebiet Espel auf einem Rundweg erkunden. Die restlichen Flächen sind bewusst der Natur vorbehalten und dürfen nicht betreten werden.
Neben mehreren Sitzbänken gibt eine hölzerne Beobachtungsplattform beim Gebietseingang im Süden einen vertieften Einblick ins Gebiet. Vom treppenartig angelegten Steg aus Sandstein beim ehemaligen Absetzbecken im Norden können die Wasserbewohner beobachtet werden.
Um die Besuchenden des Schutzgebiets Espel mit weiterführenden Informationen über Flora und Fauna zu versorgen, wurden entlang des Rundweges verschiedene Thementafeln angebracht. Über den darauf abgebildeten QR-Code können interessierte Besucherinnen und Besucher folgende ökologische und naturschützerische Inhalte zum Gebiet abrufen:
Burstel
Das Waldgebiet Burstel soll mittelfristig in ein Wildnisgebiet überführt werden, in dem menschliche Eingriffe auf ein Minimum reduziert werden. Bevor Pro Natura diesen Wald erwarb, waren grosse Teile des Waldes forstwirtschaftliche Produktionsfläche. Bei der Transformation zum Wildnisgebiet können unterschiedliche Strategien gefahren werden, wobei gewisse Prozesse beschleunigt oder gehemmt werden. Wo längerfristig gleichwertige Möglichkeiten zur Verfügung stehen, konnten Sie sich beteiligen und darüber abstimmen, welche Massnahme wir umsetzen sollen.
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Zu wenig Interaktion für Sie? Melden Sie sich für einen freiwilligen Pflegeeinsatz. Oder unterstützen Sie uns mit finanziellen Mitteln.
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Auswertung Interaktives Schutzgebiet BurstelSpendenbriefÜbersichtskarte
Ein Teil der Parzelle ist eine Altholzinsel, in dem bereits heute keine Eingriffe durchgeführt werden dürfen. An anderer Stelle dient der Wald als Schutzwald, wodurch gewisse Eingriffe für eine permanente Durchwurzelung des Bodens unumgänglich sind.
Zusätzliche Informationen zu den Standorten
Jungholz-Standort
Biodiversitätsfördermassnahmen vs. keine Eingriffe
Bei der Transformation des ursprünglichen Wirtschaftswaldes in ein Wildnisgebiet können initiative Eingriffe längerfristig für eine höhere Baumartenvielfalt sorgen. Dadurch entstehen zusätzliche Lebensräume, was zu einer allgemeinen Steigerung der Biodiversität führt. Kurzfristig bedeuten solche Eingriffe einen Verlust von Lebensräumen, da Bäume gezielt entfernt oder als Totholz im Wald belassen werden, wobei sie wiederum einen neuen Lebensraum bilden. Eingriffe gehen immer auch mit Störungen beispielsweise durch Lärmemissionen einher, wodurch Tiere aufgeschreckt und verjagt werden.
Douglasien-Standort
Douglasien (Pseudotsuga menziesii)
Obschon die Gattung der Douglasien während des Tertiärs (66 – 2.6 Millionen Jahre vor unserer Zeit) in Europa natürlich vorkam, wurde sie während dem Quartären Eiszeitalter komplett verdrängt und erst 1827 von David Douglas aus Nordamerika wieder nach Europa importiert. Daher gilt die Douglasie in Europa als Neophyt. Da die Douglasie trockenheitsresistenter als die einheimische Fichte ist, gilt sie für die Forstwirtschaft als wichtiger Hoffnungsträger, weil sie unter den durch den menschgemachten Klimawandel ändernden Bedingungen besser gedeiht als die Fichte. Der Einfluss der Douglasie auf die einheimische Biodiversität manifestiert sich zum einen darin, dass sie Veränderungen in der Artenzusammensetzung bei Gliederfüsslern (Insekten, Spinnen etc.) bewirkt, was eine Veränderung der Nahrungskette nach sich zieht. Zum anderen verschiebt sich die Artenzusammensetzung beispielsweise bei der Pilzflora von spezialisierten Arten, die nur unter spezifischen Bedingungen oder auf spezifischen Gehölzen wachsen, hin zu Generalisten, wodurch der ökologische Wert des Gebietes gesenkt wird.
Holzmarkt – Holzschlag
Bei gewissen Eingriffen im Wald, beispielsweise bei der gezielten Förderung bestimmter Baumarten durch das Entfernen von konkurrenzstärkeren Bäumen im Umfeld oder beim Ersetzen von Fichten- oder Douglasienbeständen durch ökologisch wertvollere Laubbäume, werden Bäume gefällt. Die Einen bieten als Totholz einen Lebensraum für allerhand Insekten, Pilze aber auch Hermeline oder Spechte und werden daher im Wald belassen. Andere werden entfernt und verkauft, sodass ihr Holz als wertvoller Rohstoff in der Region weiterverarbeitet werden kann. Der dadurch erzielte Erlös wird in weitere Massnahmen zur Förderung der Biodiversität eingesetzt werden. Die monetären Interessen sind aber stets zweitrangig, im Vordergrund stehen die Bedürfnisse der Natur.
Wenn Eingriffe zur Förderung der Biodiversität längerfristig positive Effekte für die Artenzusammensetzung erzielen, so bedeutet der Eingriff an sich eine schlagartige Störung des gegenwärtigen Zustandes, der ebenfalls ein Lebensraum darstellt.
Erosionsstandort
Erosion als Lebensraum
In einem stabilen Umfeld ohne Störungen setzt sich über kurz oder lang eine kleine Anzahl an Arten, nämlich die, die an die gegebenen Umstände am besten angepasst sind, durch. In einem natürlichen Umfeld schaffen unterschiedlichste Störungen stetig neue Lebensräume, die neu besiedelt werden können. An den offenen Standorten wachsen zuerst sogenannte Pionierpflanzen, diese bilden eine Kraut- und Grasflurvegetation. Ohne neuerliche Störung wird diese bald von einer Strauchvegetation überwachsen, bis schliesslich Bäume wieder ein geschlossenes Blätterdach bilden. Durch diesen Prozess (Sukzession) dienen natürliche Störungen der Artenvielfalt. Solche Störungen reichen von Schäden durch Wildtiere über Stürme, Überschwemmungen und Waldbrände bis hin zur Erosion.
Wo menschliche Infrastruktur in der Nähe ist, wird die Erosion häufig auf ein Minimum reduziert, indem Bäume ein solides Wurzelwerk bilden und das Wasser in künstlichen Kanälen abgeleitet wird. Durch diese Massnahmen verschwinden viele Kleinstlebensräume und die Biodiversität nimmt stark ab.
Quellen als Lebensraum
Quellen bilden für eine Vielzahl spezialisierter Lebewesen einen spezifischen Lebensraum zwischen Grundwasser und Oberflächenwasser. Dabei sind konstante Temperaturen sowie Sauerstoff- und Nährstoffarmut des Quellwassers zentrale Voraussetzungen für die Quellfauna und -flora. Durch Quellfassungen zur Trinkwassernutzung oder Urbarmachung des Umlandes sind viele Quelllebensräume verloren gegangen, zudem werden viele Quellen von künstlichen Verbauungen beeinträchtigt. So bilden künstliche Abstürze oder Verrohrungen unpassierbare Hindernisse für die quellbewohnende Arten.
Tümpelstandort
Wandern im Schutzgebiet
Artenreiche Gebiete üben zurecht eine Anziehung auf ein breites Publikum aus. Nichtsdestotrotz kann die menschliche Präsenz in Schutzgebieten direkte und indirekte negative Auswirkungen auf das Umfeld haben. Tiere werden aufgeschreckt, Pflanzen zertrampelt, Abfälle und Fäkalien landen im Schutzgebiet. Sportliche Aktivitäten wie Mountainbiken oder Reiten verstärken den Stress der Wildtiere. Mit dem Mensch kommen auch die Hunde in die Schutzgebiete, vor allem unangeleinte Hunde können beispielsweise bodenbrütende Vögel dauerhaft aus einem Gebiet vertreiben. Bei einfach zugänglichen Gewässerstandorten werden regelmässig Goldfische ausgesetzt, diese reduzieren den Reproduktionserfolg von Insekten und Amphibien enorm.
Auswertung der Umfrage
Im Januar 2021 wurde die Umfrage nach rund vier Monaten geschlossen. Insgesamt nahmen 126 Personen an der Umfrage zu den Massnahmen im Naturschutzgebiet Burstel teil. 97 davon sind Mitglied bei Pro Natura, 29 besitzen keine Mitgliedschaft. Es hat sich gezeigt, dass bei der Beantwortung der Umfrage keine auffälligen Unterschiede zwischen Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern erkannt werden konnten.
Im Folgenden werden die Ergebnisse der einzelnen Fragen vorgestellt. Die genauen Daten sind dem PDF "Auswertung Interaktives Schutzgebiet Burstel" zu entnehmen. Dieses ist in der grünen Highlight-Box auf der rechten Seite zu finden.
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Sollen beim Jungholz-Standort initiativ Eingriffe zur Förderung der Biodiversität vorgenommen werden oder sollen keine künstlichen Eingriffe mehr vorgenommen werden?
Gute 80 % der Befragten waren der Meinung, dass am Jungholz-Standort gezielte Eingriffe zur Biodiversitätsförderung wie die Pflanzung ausgewählter Baumarten oder das Auslichten des Geländes durchgeführt werden sollen. Diese Entscheidung können wir direkt in das Pflegekonzept einfliessen lassen.
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Welche Möglichkeit soll am Douglasien-Standort durchgeführt werden?
Jeweils rund 10 % der Befragten gaben an, dass die Douglasien entweder schnellstmöglich oder aber erst in 20 – 30 Jahren gefällt werden sollen, ohne weitere Massnahmen umzusetzen. Circa 30 % wollten, dass die Bäume so bald wie möglich gefällt werden und stattdessen durch Pflegemassnahmen ein vielfältiger Wald gefördert werden soll. Die klare Mehrheit, rund 50 % der Teilnehmenden, entschied sich dafür, die Nadelhölzer noch 20 – 30 Jahre bestehen zu lassen und anschliessend aktiv einen vielfältigen Wald mit einheimischen Arten zu fördern. Auch diesem Wunsch können wir durch das Pflegekonzept des Naturschutzgebietes entsprechen.
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Sollen Abklärungen zum Entfernen der Strasse und der Quellfassung aufgenommen werden?
Bei dieser Frage gaben 42 % der Befragten an, dass keine Abklärungen vorgenommen werden sollen. Demzufolge waren 58 % dafür, in Erfahrung zu bringen, ob eine Aufhebung der Forststrasse und ein Abbruch der Quellfassung mit entsprechend folgender Hangvernässung und Erosion möglich sind. Gerne lassen wir diese Prüfung durchführen.
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Sollen die Tümpel für die Öffentlichkeit erschlossen werden?
Bei der Frage zur Erschliessung der geplanten Tümpel standen sich fast gleich grosse Lager gegenüber: Während sich 48 % gegen eine Begehbarkeit der Gewässer und die damit verbundenen Störungen aussprachen, stimmten mit nur 6 Stimmen Vorsprung 52 % für die Erschliessung und die damit verbundenen Umweltbildungsaspekte. Natürlich gilt es auch hier, den demokratisch gewählten Entscheid zu respektieren. Bei der Planung der Tümpel soll jedoch geprüft werden, ob durch besucherlenkende Elemente ein Teil des Gebietes beruhigt werden kann.
Kleingedrucktes
Die Umsetzungen der gewünschten Massnahmen finden immer im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten statt, so müssen beispielsweise auf der Fläche, die innerhalb des Schutzwald-Perimeters ist, die angestrebten Massnahmen mit den Richtlinien zum Schutzwald vom Bund und des Kantons Thurgau vereinbar sein.
Pro Natura hält sich frei, gewisse Massnahmen, wie beispielsweise das Verhindern der Ausbreitung von invasiven Neophyten, unabhängig von den Resultaten der Umfragen weiterhin durchzuführen.
Siechastuden
Vielfalt auf kleinem Raum
In aufwändiger Arbeit haben unsere Vorfahren die Talebene des Bündner Rheintals urbar gemacht. Die einst zahlreichen Sümpfe, Tümpel und Weiher sind bis auf wenige Reste verschwunden. Kröten, Frösche, Unken, Molche, Wasservögel und Libellen haben in der Siechastuda ein neues zu Hause gefunden.
Aber nicht nur wasserliebende Lebewesen fühlen sich hier wohl. Weit über 200 Pflanzenarten, Schmetterlinge, Fledermäuse, Igel, Marder, Schlangen, Eidechsen, Rehe und viele andere Tiere schätzen die naturnahe Insel im Landwirtschaftsgebiet.
Diese Vielfältigkeit ist Ausdruck starker Gegensätze. Karge und bewachsene, sonnige und schattige, trockene und feuchte Standorte finden sich hier auf kleinstem Raum. Dass dies auch in Zukunft so bleibt, dafür sorgen Mensch, Bach und Rüfe.
Wechselspiel zwischen Zerstörung und Wiederbesiedlung
Wenn die Üll- und Selfirüfe während der Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen mit Wassermassen und Geröll den Vilan hinunterstürzen, zerstören sie viel Leben im Rüfenlauf.
Doch mit jedem Niedergang entstehen neue kahle Kies- und Schotterflächen: Lebensraum für Pioniere, die solche rohen Böden besiedeln. Um diejenigen zu schützen, die es beständiger mögen, wurde ein Damm angelegt.
Mensch und Dorfbach schaffen Lebensräume
Wald, Wiesen und Weiher ausserhalb der Rüfe bleiben von der Naturgewalt meist verschont. Hier sorgt der Jeninser Dorfbach für Dynamik. Mit abnehmendem Wassereinfluss wandelt sich in der Bachaue die Vegetation: von Weidengehölzen und Pappeln bis hin zu Eschen, Ahorn und Eichen.
Damit der Wald die offenen Flächen nicht erobert und die Weiher nicht verlanden, unterbricht der Mensch die natürliche Vegetationsentwicklung. Schilf und Gehölz werden regelmässig zurück geschnitten und die künstlich angelegten Weiher bei Bedarf ausgebaggert. Ohne diese Eingriffe hätten Licht und Wärme liebende Pflanzen und Tiere keine Chance, hier zu überleben.
Der Aufwand ist hoch, aber er lohnt sich. Wer leise und aufmerksam dem Rundweg folgt, kann den Reichtum des Gebietes entdecken.
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Verhalten im Schutzgebiet:
Signalisierte Wege und Pfade nicht verlassen.
Keine Wege ohne Bewilligung mit Motorfahrzeugen befahren.
Hunde an die Leine nehmen.
Nicht Campieren oder Baden.
Keine Tiere fangen, stören, verfolgen oder einsetzen.
Keine Pflanzen pflücken, ausreissen oder einsetzen.
Schutzstatus
Ein Gemeinschaftswerk
Dem Engagement von Pro Natura Graubünden und der Stadt Maienfeld ist es zu verdanken, dass die Siechastuda seit 1988 als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfern sowie einheimische Schulklassen engagieren sich jedes Jahr dafür, dass das ehemalige Kiesgrubengelände Lebensraum für viele teils bedrohte Tier- und Pflanzenarten bietet.
Dettagli sulla riserva naturale
Accesso
Von Landquart oder Bad Ragaz mit Postauto bis Jenins, dann zu Fuss.
Von Maienfeld oder Malans zu Fuss.
Moorlandschaft Alp Flix
Gestern...
Der Berninagletscher begrub die Alp Flix vor 10'000 Jahren mit einer 1'000 Meter dicken Eisschicht und formte dabei Mulden und Hügel. Durch den enormen Druck des Gletschers wurde der Untergrund so abgedichtet, dass er vernässte und sich mit der Zeit Moore bildeten.
Um 1350 siedelten sich Walser auf der Alp Flix an, die die Arvenwälder rodeten, um Weideland zu gewinnen. Durch ihre jahrhundertelange extensive Nutzung bildete sich eine einmalige Kulturlandschaft mit Weid- und Wiesland, die durch Trockenmauern getrennt wurden. Zudem wurde in der Erzlagerstätte "Gruba" bis ins 19. Jahrhundert Eisen- und Kupfererz abgebaut.
... und heute
Vier Familien wohnen das ganze Jahr auf der Alp Flix. Im Sommer bekommen sie Gesellschaft von 160 Rindern und Kühen, 250 Schafen sowie einigen Ziegen.
Nur durch eine schonende, extensive Nutzung durch die Bergbauern kann die Einmaligkeit dieser Landschaft erhalten werden. Die Flachmoorwiesen werden gemäht, da sie andernfalls verbuschen würden.
In den letzten 10 Jahren fand auf der Alp Flix eine Melioration statt, während der die Flächen im gesamten Gebiet neu zugeteilt und die Strassen erneuert wurden. Die neu zugeteilten Flächen von Pro Natura erstrecken sich nun hauptsächlich über Flach- und Hochmoore sowie eine Trockenwiese.
Der Druck auf die Landschaft durch Erholungssuchende ist vor allem an Wochenenden sichtbar, wenn manchmal Scharen an den Ufern der Lais Blos picknicken. Zudem zerstören Trampelpfade immer wieder die empfindliche Vegetation entlang der Seeufer.
"Schatzinsel Alp Flix"
Bergföhren, Zwergsträucher und Wollgras wachsen vor allem auf den trockeneren Gebieten. Im nässeren Teil wachsen Haarbinsen und Schlammseggen, ebenso Wollgras und der fleischfressende Sonnentau.
Am 2. GEO-Tag der Artenvielfalt wurden auf der Alp Flix auf einer Fläche von 6 Quadratkilometern und der Höhenstufe zwischen 1550 und 2300 Metern über Meer innerhalb eines Tages 2092 Arten gefunden, unter anderem 159 Algenarten, 228 Flechtenarten, 524 Arten von Samenpflanzen, 705 Insektenarten und 18 Säugetier-Arten. Ebenso wurde eine neue Art einer Nacktschnecke entdeckt. Diese überwältigende Artenvielfalt hat der Alp den Übernamen Schatzinsel Alp Flix eingetragen.
Ulteriori informazioni
Info
Verhalten im Schutzgebiet:
Wir bitten die Wanderwege nicht verlassen. Trampelpfade zerstören die sensible Moorvegetation unwiederbringlich.
Das Pflücken und Ausgraben von Pflanzen ist verboten.
Schutzstatus
Die Alp Flix ist eine national geschützte Moorlandschaft. Sie umfasst verschiedene bundesrechtlich geschützte Flach- und Hochmoore.
Pro Natura Engagement
Pro Natura besitzt 11 ha Flach- und Hochmoore und 9.1 ha Trochenwiesen. 8.3 ha des Lai Neir und seiner Moorumgebung sind über einen Dienstbarkeitsvertrag mit der Gemeinde gesichert. In den Hoch- und Flachmooren San Roc und Vanastg wurde in den letzten 3 Jahren eine Revitalisierung durchgeführt um den Wasserhaushalt der Moore zu verbessern. Die Resultate der Aufwertung können in den nächsten Jahren beobachtet werden.
Dettagli sulla riserva naturale
Accesso
Mit dem Postauto ab Chur, Tiefencastel oder St. Moritz nach Bivio (oder Sur).
Servizi sul luogo
- Weglänge Wanderung: 12 km; Höhenunterschied: 430 m
- (Variante: ab Alp Natons über Kanonensattel nach Salategnas, Höhenunterschied: 610 m)
Naturschutzgebiet Schwäntlen
So wird das Urnerland früher grossflächig ausgesehen haben. In zeitintensiver Handarbeit wurden die Wiesen damals dem Wald abgetrotzt. Heute hilft der Balkenmäher bei der Arbeit. In der Schwäntlen aber scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Die Liegenschaft ist nur zu Fuss oder über den Seeweg erreichbar. Die Pflege der Liegenschaft besteht deshalb heute noch aus viel Handarbeit. Ohne die Pflege durch die Besitzer, Heidi und Max Meier, den Pächter und Bewirtschafter, den Kanton und Pro Natura Uri würden die Bäume die Fläche rasch zurückerobern. Das wäre schade, denn die Wiesen bieten eine botanische Besonderheit: Der Einfluss des Föhns und die ausgleichende Wirkung des Sees bewirken, dass sich in den Wiesen sowohl wärmeliebende Orchideen wie auch Gebirgspflanzen wohl fühlen. Rund 50 verschiedene Schmetterlingsarten konnten bisher beobachtet werden. Einer davon ist der stark gefährdete Gelbringfalter. Auch der seltene Alpenbock, ein wunderschöner Totholzkäfer, schlägt sich hier den Bauch mit Nektar voll. Seine Larven entwickeln sich im Wald, wo absterbende Buchen bis zu ihrem Zerfall stehen bleiben können.
Wer einen Einblick in das Schutzgebiet haben möchte, kann sich an einem der regelmässig stattfindenden Pflegeeinsätzen beteiligen.