Mediencommuniqué

Agrarpolitik 2014-2017: Ökologische Fortschritte für das Berggebiet – Erstarrung im Talgebiet

22.03.2013

Der Landwirtschaftssektor produziert nicht standortgerecht und verursacht ökologische Schäden. Mit der heute verabschiedeten neuen Landwirtschaftspolitik für die Jahre 2014 bis 2017 wird dieser Entwicklung vor allem im Berggebiet Gegensteuer gegeben. Grund zum Jubeln gibt es dennoch wenig: Mit insgesamt elf Milliarden Franken Steuergeldern wäre eine konsumenten- und naturfreundlichere Landwirtschaft möglich gewesen.

 

Heute hat das Parlament die neue Agrarpolitik für die Jahre 2014 bis 2017 (AP14-17) besiegelt. Der grösste Fortschritt gegenüber der aktuellen Agrarpolitik ist aus ökologischer Betrachtung der Wegfall der pauschalen Tierhaltungsbeiträge. Diese hohen Bundessubventionen waren im letzten Jahrzehnt zu einem grossen Teil mitverantwortlich für eine ökologisch nachteilige Intensivierungswelle im Berggebiet. Die Entscheide des Parlamentes korrigieren diese Entwicklung und sind ein wichtiger Schritt in eine zukunftsfähige Schweizer Berglandwirtschaft. Weitere positive Elemente der Parlamentsbeschlüsse sind die Verankerung der Qualitätsstrategie im Landwirtschaftsgesetz, die Verlängerung des Gentechfrei-Moratoriums bis Ende 2017 sowie die Stärkung der marktnahen Label-Programme Biolandbau und Extensoproduktion.

 

Kein Grund zum Jubeln

Trotzdem besteht weder aus ökologischer noch aus ökonomischer Sicht Grund zum Jubeln: Im Schweizer Mittelland wird die Landwirtschaft mit den Parlamentsbeschlüssen auch künftig eine Importlandwirtschaft bleiben, welche ihre Kalorienproduktion mit massiven Importen an Kraftfutter, Heu, Dünger und Pestiziden aufrechterhält. Diese hohe Bewirtschaftungsintensität ist nicht standortgerecht und wird weiterhin die bekannten negativen Auswirkungen auf Boden, Wasser, Luft und Biodiversität haben. 

 

Internet:

www.pronatura.ch/landwirtschaft

 

Weitere Auskünfte:

Marcel Liner, Pro Natura Landwirtschaftsexperte, Tel. 061 317 92 40, marcel.liner@pronatura.ch

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