Mediencommuniqué

Aktionsplan Biodiversität ist dringend

18.02.2015

Die Umweltorganisationen SVS/BirdLife Schweiz, Pro Natura und WWF Schweiz begrüssen den heutigen Beschluss des Bundesrates zu den Grundzügen des Aktionsplans Biodiversität. Angesichts des kritischen Zustandes der biologischen Vielfalt unseres Landes ist das ein längst fälliger Schritt. Ob die vorgesehenen Massnahmen und Mittel ausreichen, um die Biodiversität mit ihren vielfältigen Leistungen langfristig zu sichern, wird sich erst aufgrund des gesamten Aktionsplans beurteilen lassen.

 

Der Aktionsplan Biodiversität ist für die Schweiz von grösster Bedeutung. Ein Drittel der Moore der Schweiz ist in einem schlechten Zustand, obwohl die Verfassung ihren Schutz garantieren müsste. Die Naturlandschaften der Schweiz sind unter starkem Druck; ihre Bedeutung ist für den Tourismus jedoch zentral. Zwischen einem Drittel und der Hälfte der Tier- und Pflanzenarten sind schweizweit bedroht. Die im Januar publizierte neuste Rote Liste der gefährdeten Arten, jene der Fledermäuse, zeigt sogar, dass 58 Prozent bedroht und weitere 27 Prozent potenziell bedroht sind. Die Wissenschaft hat gezeigt, dass die Biodiversität in unserem Land weiterhin stark abnimmt und noch nicht einmal die Talsohle erreicht ist. Es braucht deshalb einen griffigen Aktionsplan Biodiversität, der den negativen Trend endlich umkehrt.

 

Vor bald drei Jahren hat der Bundesrat zehn strategische Ziele zum Schutz und zur Förderung der Biodiversität in der Schweiz beschlossen. "Die bundesrätlichen Biodiversitätsziele lassen sich nur erreichen, wenn nun rasch der Aktionsplan Biodiversität mit den nötigen griffigen Massnahmen und ausreichenden Mitteln beschlossen wird", betont Werner Müller, Geschäftsführer des SVS/BirdLife Schweiz. Die Umweltorganisationen Pro Natura, SVS/BirdLife Schweiz und WWF Schweiz kritisieren denn auch, dass nun der Start der Umsetzung nochmals um mindestens ein Jahr verzögert wird.

 

Die enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen befürworten die Umweltorganisationen hingegen ausdrücklich. "Der Bund muss die Kantone in die Lage versetzen, ihre Aufgaben des Erhalts und der Verbesserung der ökologischen Infrastruktur erfüllen zu können," fordert Mirjam Ballmer, Projektleiterin  Naturschutzpolitik bei Pro Natura.

 

Der Aktionsplan Biodiversität ist nicht nur im ureigensten Interesse der Schweiz, sondern er entspricht auch einer internationalen Verpflichtung unseres Landes aus der weltweiten Biodiversitätskonvention. Diese trat am 19. Februar 1995 für die Schweiz in Kraft. "Die Verpflichtung, eine Biodiversitätsstrategie und den Aktionsplan zu verabschieden, besteht seit genau 20 Jahren", hält Walter Wagner, Abteilungsleiter Biodiversität beim WWF Schweiz, fest. Die Umweltorganisationen fordern deshalb von Bund und Kantonen, mit dem Aktionsplan Biodiversität nun endlich vorwärts zu machen.

 

 

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