Mediencommuniqué

Anhörung Strategie invasive gebietsfremde Arten: Schäden verhindern – aber nicht auf Kosten des Naturschutzes

13.10.2015

Pro Natura begrüsst, dass der Bund eine Strategie zu invasiven gebietsfremden Arten erarbeitet hat. Die Naturschutzorganisation fordert in ihrer Anhörungsantwort, dass die Mittel zur Bekämpfung dieser schädlichen Arten nicht aus dem bisherigen Naturschutzbudget stammen dürfen und warnt vor falschem Aktionismus.

 

Invasive gebietsfremde Arten sind Arten, die nur mithilfe des Menschen einwandern können und hier einen Schaden an der Biodiversität verursachen. Ein Beispiel ist der Amerikanische Kamberkrebs, der einheimische Arten verdrängt. Solche invasiven Arten sind nicht zu verwechseln mit einheimischen Arten, welche nach ihrer Ausrottung auf natürlichem Weg wieder einwandern (z.B. Wolf) oder solchen, die durch Umweltveränderungen ihren Lebensraum (wieder) ausweiten können (z.B. Goldschakal).


Doppelspurigkeiten verhindern
Pro Natura begrüsst, dass nun eine Strategie vorliegt, die die Verantwortlichkeiten und Massnahmen im Umgang mit den invasiven Tier- und Pflanzenarten koordinieren soll. Heute ist dies noch nicht der Fall: Jeder Kanton setzt selbst Prioritäten und organisiert sein Vorgehen oft ohne Absprache. Dies führt dazu, dass beispielsweise die an einem Flussunterlauf vom Kanton A gegen eine invasive Pflanzenart ergriffenen Massnahmen wirkungslos bleiben, weil sich die Pflanzenart ständig unbehelligt vom Oberlauf her (liegt im Kanton B) flussabwärts wieder ausbreiten kann. Solche Doppelspurigkeiten müssen in Zukunft vermieden werden.


Zusätzliche Mittel für die Umsetzung
Die Strategie soll nun Abläufe, Koordination und Verantwortlichkeiten regeln. Die strategischen Ziele und ein Set von Massnahmen sind ein guter Ansatz dafür. Es bleiben jedoch Mängel in der Vorlage, die es zu beheben gilt: Es bleibt unklar, wie die Koordination gewährleistet werden kann. Eine Priorisierung der Lebensräume, in denen Massnahmen ergriffen werden sollen, ist noch nicht erfolgt, und es fehlt ein Verkaufsverbot von Arten, bei denen bekannt ist, dass sie Schaden anrichten.


Ausserdem macht die Strategie keine klaren Aussagen, woher die zusätzlich benötigten Mittel stammen sollen. Pro Natura fordert, dass dies nicht auf Kosten des bisherigen, bereits für die bestehenden Aufgaben viel zu knapp bemessenen Naturschutzbudgets geschehen darf.

 

 

Internet:
Anhörungsunterlagen: https://www.admin.ch/ch/d/gg/pc/documents/2697/Strategie-zu-invasiven-gebietsfremden-Arten_Entwurf-Strategie_de.pdf

Pro Natura Stellungnahme: www.pronatura.ch/vernehmlassungen

 

Weitere Auskünfte:
Mirjam Ballmer, Pro Natura Projektleiterin Naturschutzpolitik, Tel. 079 416 65 94, mirjam.ballmer@pronatura.ch
Medienstelle: Roland Schuler, Tel. 079 826 69 47

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