Mediencommuniqué

Grimsel: Berner Regierung führt Öffentlichkeit hinters Licht

12.06.2012

Hat der Kanton Bern bewusst falsche Informationen über das Grimsel-Projekt verbreitet? Oder hat die Regierung ihren Entscheid gar aufgrund falscher Informationen gefällt? Solche Fragen stellen sich zurzeit die Umweltverbände. Denn als die Regierung vor einer Woche ihr Ja zur Staumauer-Erhöhung kommunizierte, sprach sie von „zusätzlich erzeugten 240 Gigawattstunden“ Strom. Das ist grundfalsch: Die Erhöhung der Staumauer bringt keine Mehrproduktion an Strom. Die Umweltverbände fordern eine öffentliche Richtigstellung der Fakten.

 

„Für uns ist das ein Skandal: Dass die Regierung in einem derart wichtigen Dossier die Öffentlichkeit falsch informiert, ist absolut inakzeptabel“, ärgert sich Luca Vetterli, Gewässerschutz-Spezialist von Pro Natura. Dabei macht der technische Bericht zum Staumauer-Projekt deutlich, dass die Erhöhung der Staumauer eben gerade keine einzige Gigawattstunde Strom mehr ergibt. Auf Seite 21 des Berichts steht wörtlich: „[…] Die Menge der produzierten Energie bleibt zwar übers ganze Jahr betrachtet unverändert, dank des grösseren Speichervolumens können Regel- und Reserveenergie aber viel flexibler übers ganze Jahr erzeugt werden […]“.

 

Offenbar hat die Regierung inzwischen die Falschinformation eingesehen: Auf der eigenen Website wurde der Satz, der in der ursprüngliche versendeten Mitteilung drin war und von den Medien auch breit verwendet wurde, klammheimlich entfernt. „Wir erwarten von der Berner Regierung, dass sie zum Fehler steht und nun offen kommuniziert, dass mit der höheren Staumauer nicht mehr Strom produziert wird“, fordert Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie beim WWF Schweiz.


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