Mediencommuniqué

20 Jahre Verfassungsgrundlage für die Landwirtschaft: Das Ja von 1996 als Ja für die Zukunft

01.07.2016

Im Jahr 1996 sagten 78 Prozent der Stimmenden und alle Stände Ja zum neuen Verfassungsartikel zur Landwirtschaft. Für die Agrarallianz hat der Verfassungsartikel den Charakter eines Gesellschaftsvertrags und ist auch am 20. Geburtstag exakt und umfassend. Änderungen drängen sich nicht auf. Die Agrarpolitik der Zukunft kombiniert Produktion, Konsumenten- und Marktorientierung sowie Leistungen für die Gesellschaft (Landschaft, Tierwohl, Umwelt etc.) noch stärker als heute. Die Agrarallianz ruft auf, an der Geschichte hin zur weltweiten Nummer 1 in Sachen Nachhaltigkeit, gemeinsam weiter zu schreiben.

 

Die Agrarallianz mit den ihr angeschlossenen 16 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Konsumenten, Tierwohl und Umwelt steht ohne Wenn und Aber zum aktuell gültigen Verfassungstext. Das 20-Jahr-Jubiläum ist für die Agrarallianz eine Motivation, das Gemeinsame, Umfassende der Landwirtschaft wieder besser sichtbar zu machen. „Die Agrarpolitik ist keine Politik für die Bauern alleine, sondern ebenso eine Politik für die Natur, das Tierwohl und die Konsumenten“ zieht Urs Brändli, Präsident der Bio Suisse, ein Fazit aus den letzten beiden Jahrzehnten. Und sein Kollege, IP-SUISSE Präsident Res Stalder, ebenfalls Bauer, doppelte an der Medienkonferenz der Agrarallianz nach: „Vom Denken für die Landwirtschaft alleine bis hin zur Integration in die Gesellschaft und den Markt: das hat uns gestärkt und ist der Weg der Zukunft“.

 

1996-2016ff: Dranbleiben!
Die Erfolge seit dem Start der Reformen ab 1990 und mit der Verabschiedung der Verfassungsgrundlage 1996 lassen sich sehen. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz meint dazu: „Die deutlich gesteigerte Vielfalt und Qualität des Angebots an Lebensmitteln in den letzten 20 Jahren ist aus Konsumentensicht erfreulich“. Stalder fordert jedoch angesichts der Agrarstützung von aktuell über 7 Milliarden Franken pro Jahr durch die Steuerzahler (Agrarbudget) und die Konsumenten (Grenzschutz) verbesserte ökologische Leistungen, denn das würden die Konsumenten von der heimischen Landwirtschaft gemäss Studien erwarten. Im diesem Sinne gilt für die Agrarallianz: dranbleiben!

 

„Die Ökologie hat vor 20 Jahren der Agrarpolitik die Einbettung in die Gesellschaft gebracht, hat die Position der Bäuerinnen und Bauern gestärkt. Im Gegenzug hat Ökologie noch nicht gleich stark von der Agrarpolitik profitiert“, begründet Sophie Michaud, Geschäftsleitungsmitglied von Pro Natura, das Dranbleiben. Wie vor 20 Jahren gilt: Markteilnehmer, Bauern, Konsumenten und Umweltkreise können auf Basis des Gesellschaftsvertrages nur gemeinsam erfolgreich sein.

 

 

Weitere Zitate:
Auf der Grundlage der Verfassung haben die Förderprogramme BTS und RAUS zusammen mit dem Markt tierfreundliche Ställe und die Auslauf- und Weidehaltung verbreitet. Dies ist ein schöner Erfolg. Allerdings leben in der Schweiz noch Millionen von Nutztiere ohne Auslauf ins Freie, und die Hochleistungszucht generiert Tierschutzprobleme.
Hansuli Huber, Schweizer Tierschutz, Geschäftsführer Fachbereich

 

Wir starteten um 1990 mit 90% Zwangskonsum von Schweizer Weisswein. Heute stammen 60% der ]Weissweine „freiwillig“ aus der Schweiz. Schweizer Weine sind heute qualitativ massiv besser, sortenmässig vielfältiger und viel ökologischer geworden. Daher: auf keinen Fall agrarpolitisch zurückrudern und billigere Importweine durch Agrarschutz bekämpfen.
Felix Wehrle, von 1984-2015 COOP, u.a. Wirtschaftspolitik, Naturplan und Kommunikation

 

Die Nähe zur Produktion bringt Frische und Innovation. Das festigt eine effiziente kundenorientierte Zusammenarbeit mit den Schweizer Bäuerinnen und Bauern – gestern, heute und morgen.
Rolf Bernhard, Leiter Agrarbeziehungen und Labels, Migros Aare

 

 

Für Fragen:
Daniela Hoffmann, WWF, Co-Präsidentin Agrarallianz, 076 552 18 01; Martin Bossard, BIO SUISSE, Co-Präsident Agrarallianz, 076 389 73 70; Christof Dietler, Geschäftsführer Agrarallianz, 081 257 12 21; Sophie Michaud, Pro Natura, 077 434 64 08 (Romandie); Marcel Liner, Pro Natura, 061 317 92 40; Fritz Rothen, IP SUISSE, 079 444 72 62; Barbara Küttel, Kleinbauern, 031 312 64 00; Hansuli Huber, STS, 052 338 10 73; Sara Stalder, Stiftung für Konsumentenschutz, 031 370 24 20; Pascal König, BirdLife Schweiz, 044 457 70 26; Andreas Bosshard, Vision Landwirtschaft, 056 641 11 55.

 

Kontakt: Agrarallianz / Alliance Agraire | Kornplatz 2 | CH-7000 Chur
Tel +41 (0)81 257 12 21 | Fax +41 (0)81 257 12 29 | info@agrarallianz.ch

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