Mediencommuniqué

25 Jahre Rothenthurm-Initiative: Ferien im Moor – und andere alltägliche Illegalitäten

03.12.2012

Am 6. Dezember 1987 hat die Schweizer Stimmbevölkerung Ja gesagt zum Moorschutzartikel. Die Schweizer Moore und Moorlandschaften sind seither von der Verfassung und vom Gesetz geschützt. Drainagen, fehlende Pufferzonen zur umgebenden Landwirtschaft und illegale Bauten wie Wege und Häuser sind allerdings nach wie vor Alltag in den geschützten Gebieten. Pro Natura fordert die Behörden auf, dem Moorschutz nach 25 Jahren nicht nur auf dem Papier zum Durchbruch zu verhelfen.

 

Es war ein historischer Moment: Am 6. Dezember 1987 resultierte an der Urne ein klares Ja zum Schutz der Schweizer Moore und Moorlandschaften. Der Abstimmung vorangegangen war ein zähes Ringen der Argumente. Seit genau 25 Jahren sind die spärlichen Reste der einst weitverbreiteten Moore und Moorlandschaften streng geschützt. Das hindert Behörden und Private allerdings nicht daran, weiterhin illegale Eingriffe in diese besonders schützenswerten Landschaften zu planen, zu bewilligen oder zu tolerieren. Für die Moorschutz-Expertin bei Pro Natura, Mirjam Ballmer, ist klar: «Entweder versagen die Kantone bei den Kontrollen oder sie dulden die Missstände aktiv. Beides sind keine schönen Perspektiven für die Zukunft der Moore in der Schweiz.» Pro Natura fordert, dass die Kantone ihre Moore endlich umfassend schützen und der Bund die Kantone besser kontrolliert. Nur so können die letzten Reste der ökologisch besonders wertvollen und landschaftlich eindrücklichen Moore und Moorlandschaften erhalten werden.

 

Drainagen entziehen den Mooren Wasser

Besonders gravierend für das Überleben der Moore sind Drainagen, welche die typischerweise feuchten Moorgebiete austrocknen lassen. Alte Drainage-Gräben werden nur zögerlich geschlossen, obwohl eine Verpflichtung dazu besteht. Es werden aber auch neue Narben in die Moore gezogen. In Damphreux im Jura wird ein Weg in die Pufferzone des Moors geplant, der dem Moor benötigtes Wasser entziehen würde.

 

Fehlende Pufferzonen

Die gesetzlichen Bestimmungen zum Abstand der Landwirtschaft von geschützten Mooren sind eindeutig: Es braucht so genannte Pufferzonen. Auch 25 Jahre nach Annahme des Moorschutzartikels fehlen vielerorts diese Pufferzonen. Besonders gravierend zeigt sich die Situation im Gebiet Les Ponts-de-Martel im Kanton Neuenburg. Dort sind die Pufferzonen auf dem Papier definiert. In der Realität fehlen sie aber praktisch noch vollständig.

 

Ferien im geschützten Moor

Moorlandschaften zählen zu den reizendsten Landschaftstypen der Schweiz. Doch sie sind extrem empfindlich auf menschliche Eingriffe und streng geschützt. Das kümmert oft wenig. Noch heute werden alte Holzunterstände nach und nach ausgebaut. Die Behörden bleiben oft untätig. So jahrelang geschehen in der Gemeinde Kriens LU. Erst der Ruf des Bundesgerichtes wurde gehört.

 

Internet: www.pronatura.ch/moore

 

Pressebild: www.pronatura.ch/pressebilder

 

Weitere Auskünfte:

Mirjam Ballmer, Pro Natura Projektleiterin Naturschutzpolitik, Tel. 061 317 92 08, mirjam.ballmer@pronatura.ch

 

Medienstelle:

Roland Schuler, Tel. 061 317 92 24, 079 826 69 47, roland.schuler@pronatura.ch

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