Mediencommuniqué

«Ja, aber» zu Konzept Wolf und Luchs

02.09.2014

Am Freitag läuft die Konsultationsfrist des BAFU zu den Konzepten Wolf und Luchs ab. Pro Natura und der WWF akzeptieren die  Konzepte mit Vorbehalt. Erfreulich ist, dass diese erstmals den positiven Einfluss von Wolf und Luchs auf Wildbestand und Ökosystem anerkennen. Regulierungsabschüsse kommen für WWF und Pro Natura aber nur in Frage, wenn es überlebensfähige Bestände gibt, was heute noch nicht der Fall ist.

 

Am Freitag endet die Konsultation zu den überarbeiteten nationalen Konzepten Wolf und Luchs. Pro Natura und der WWF haben ihre Stellungnahme eingereicht. Die wichtigsten Punkte sind:

 

  • Wir begrüssen, dass die Konzepte den positiven Einfluss von Wolf und Luchs auf den Wildbestand anerkennen. Als Teil der einheimischen Biodiversität tragen sie zur natürlichen Regulation der Wildtiere bei. Wildtierbestände sind bei Grossraubtierpräsenz nachweislich gesünder.
  • Pro Natura und WWF akzeptieren weiterhin Einzelabschüsse bei grossen Nutztierschäden. Es zeigt sich jedoch, dass mit einem guten Herdenschutz ein grosser Teil der Angriffe verhindert werden kann. Ein Nebeneinander von Menschen und Grossraubtieren ist möglich.
  • Die Naturschutzorganisationen Pro Natura und WWF akzeptieren, dass der Wolfsbestand in der Schweiz künftig reguliert werden kann. Aber nur unter der Bedingung, dass es überlebensfähige Bestände gibt, was heute noch nicht der Fall ist. Diesem Grundsatz haben sich auch der Schweizerische Schafzuchtverband und JagdSchweiz verpflichtet. Die neuen Konzepte lassen diesbezüglich eindeutig zu viel Interpretationsspielraum offen.
  • Abschüsse von Wölfen und Luchsen, weil sie Wildtiere reissen, sind für beide Organisationen weiterhin inakzeptabel. Es besteht weder ein Anspruch des Jägers auf Beute, noch der Kantone auf einen bestimmten Jagdertrag, denn gemäss Schweizer Recht gehören Wildtiere niemandem.

 

Konstruktive Verhandlungen gefordert

Statt emotionaler Debatten und Parlamentsvorstössen mit radikalen Forderungen sind praktikable und zielführende Lösungen gefragt. Pro Natura und WWF erwarten, dass die Grossraubtierpolitik am Verhandlungstisch mit den Interessensvertretern ausgestaltet wird. So können die direkt Betroffenen besser unterstützt und das langfristige Überleben von Grossraubtieren in der Schweiz gesichert werden.

 

Kontaktpersonen:

 

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