Mediencommuniqué

Neues Jagdgesetz schiesst Artenschutz ab

23.08.2017

Pro Natura, WWF Schweiz und BirdLife Schweiz lehnen das neue Jagdgesetz des Bundesrates ab. Der Artenschutz würde arg unter den neuen Bestimmungen leiden. Die Organisationen werden die Vorlage im Detail analysieren und über ihr weiteres Vorgehen entscheiden.

 

Die Naturschutzorganisationen stellen sich gegen die heute vorgelegte Teilrevision des Jagdgesetzes. Die Version des Bundesrates sieht vor, die Abschussmöglichkeiten gegen den Wolf zu erweitern und Konflikte mit geschützten Arten wie Luchs, Biber oder Höckerschwan künftig vermehrt mit der Flinte zu regeln. Aus Sicht von Pro Natura, WWF und BirdLife darf es bei geschützten Arten nur Eingriffe geben, wenn der geplante Abschuss nachweislich zur Verhütung grosser Schäden beiträgt. Dass die Dezimierung von Beständen geschützter Arten auch ohne konkrete Schäden möglich sein soll, ist ein Rückschritt.

 

Zudem plant der Bundesrat die Abschusskompetenzen für national geschützte Arten an die Kantone zu delegieren. Das ist gefährlich und unzweckmässig, denn grosse kantonale Diskrepanzen beim Umgang mit geschützten Arten sind vorprogrammiert. Für raumgreifende Arten, die sich nicht an Landes- und schon gar nicht an Kantonsgrenzen orientieren, wie beispielsweise der Luchs, wäre dies verheerend.

 

Politisch auf der Strecke bleiben die positiven Einflüsse von Wolf sowie Luchs auf die Gesundheit von Wald und Wild oder des Bibers auf die Biodiversität. Es sind nur wenige Wochen vergangen, seitdem der Bund auf den dramatischen Schwund der Biodiversität in der Schweiz aufmerksam gemacht hat. Mit dem heute verabschiedeten Jagdgesetzentwurf wird die Artenvielfalt in der Schweiz nicht geschützt, sondern vermindert. Deshalb werden die Naturschutzorganisationen den politischen Prozess der JSG-Revision eng begleiten, analysieren und das weitere Vorgehen festlegen.

 

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