Mediencommuniqué

Raumplanung: Weniger Bauten in der freien Landschaft!

05.12.2014

Rund 3000 neue Gebäude ausserhalb der Bauzone pro Jahr sind zu viele.

 

Pro Natura verlangt, dass die zweite Revisionsetappe des Raumplanungsgesetzes unsere Landschaften von überflüssigen Altbauten befreit und von Neubauten verschont. Die Bevölkerung will weniger Zersiedelung und mehr Landschaftsschutz. Für Pro Natura ist daher klar: Wenn die heute gestartete Revision dies nicht erreichen kann, lohnt sie sich nicht.

 

Die Schweizer Bevölkerung hat bei der Abstimmung über die erste Teilrevision des Raumplanungsgesetzes im März 2013 klar zum Ausdruck gebracht, dass sie keine weitere Zersiedelung der Landschaft will. Das revidierte Gesetz ist seit Mai 2014 in Kraft und regelt die Frage der Grösse und der Lage von Bauzonen. Mit der heute gestarteten zweiten Etappe der Raumplanungsrevision werden die Regeln überprüft, die das Bauen ausserhalb von Bauzonen betreffen. Pro Natura macht zum Start der Vernehmlassung deutlich: Diese zweite Revision muss dem Willen der Stimmbevölkerung zur Eindämmung der Zersiedelung zwingend Rechnung tragen.

 

Konkret erwartet Pro Natura von der Revision:

  • Das Bauen ausserhalb der Bauzonen muss stark eingeschränkt werden.
  • Gebäude in der freien Landschaft müssen wieder entfernt werden, wenn ihr ursprünglicher Zweck nicht mehr gegeben ist. 
  • Bodenunabhängige landwirtschaftliche Produktion und gewerblich-industrielle Anlagen zur Energieproduktion gehören in die Gewerbezone.

Diese Punkte wird Pro Natura in der Vernehmlassung mit Vehemenz einfordern. Sollte die Revision diese Ziele nicht erreichen, ist gemäss Pro Natura der Aufwand dafür nicht zu rechtfertigen. Statt einer schlechten Revision des Raumplanungsgesetzes will Pro Natura andere Wege prüfen, um der Natur und dem Willen der Bevölkerung Gehör zu verschaffen.

 

 

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Rund 3000 neue Gebäude in der freien Landschaft – pro Jahr
Die Zahl der Gebäude ausserhalb der Bauzonen nimmt kontinuierlich zu. Jedes Jahr werden gemäss der Bundesämter für Raumentwicklung ARE und Umwelt BAFU rund 3’000 neue Gebäude errichtet. Diese Entwicklung verwischt den Unterschied zwischen dem Baugebiet und der freien Landschaft zusehends und ist mitverantwortlich für die schleichende Zersiedelung der Landschaft. Heute steht gemäss ARE ein Viertel aller Gebäude ausserhalb der Bauzone. Das sind rund 600'000 Gebäude. Freie Landschaftskammern haben in vielen Regionen der Schweiz inzwischen Seltenheitswert. Die Begrenzung des Bauzonenwachstums, die im neuen Raumplanungsgesetz festgelegt ist, darf deswegen keinesfalls dazu führen, dass ausserhalb der Bauzonen noch mehr gebaut wird.


Internet:
www.pronatura.ch/raumplanung


Weitere Auskünfte:
Marcus Ulber, Pro Natura Raumplanungsexperte, Tel. 061 317 91 35, 079 860 21 69, marcus.ulber@pronatura.ch

Medienstelle: Roland Schuler, Tel. 061 317 92 24, 079 826 69 47, roland.schuler@pronatura.ch

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