Mediencommuniqué

«Regio Flora»: Empfängerfläche sucht Spenderwiese

24.04.2015

Aus der Region für die Region: «Regio Flora» unterstützt Fachleute aus Gartenbau, Naturschutz und Landwirtschaft bei der Verwendung von regionalem Saatgut mittels Direktbegrünung bei Begrünungen von Böschungen, bei der Biodiversitätsförderung in der Landwirtschaft oder bei Ersatzmassnahmen im Rahmen von Bauvorhaben. Damit wird nicht nur die regionale Vielfalt in Blumenwiesen gefördert, sondern auch die Möglichkeit geboten, Biodiversität ökonomisch in Wert zu setzen.


Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind viele artenreiche Wiesen aus unserer Landschaft verschwunden. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurden in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene Anstrengungen unternommen. So werden heute jährlich hunderte Hektaren extensiv bewirtschafteten Wieslands neu angesät. Dies geschieht vor allem im Rahmen der Biodiversitätsförderung in der Landwirtschaft, bei Böschungsbegrünungen im Strassenbau oder als Ersatzmassnahmen bei grösseren Bauvorhaben. 


Mit der Verwendung der im Handel erhältlichen Saatmischungen besteht das Risiko der grossräumigen Florenverfälschung. Unerwünschte Nebenwirkungen können z.B. der Verlust regional angepasster Ökotypen oder die Einführung standortfremder Arten sein. Es sind zwar Anstrengungen im Gange, die Mischungen diesbezüglich zu verbessern. Doch um den Ansprüchen der Regionalität zu genügen, reichen sie noch nicht.


Hier setzt das Projekt «Regio Flora» an. Es will die regionale Artenvielfalt im Wiesland durch vermehrte Anwendung von Direktbegrünungen fördern. Mit der Übertragung von Saatgut einer Spenderfläche auf eine möglichst nahe gelegene Empfängerfläche kann die typische Artenvielfalt einer Region gefördert und können zugleich die regional angepassten Ökotypen erhalten werden. Das Prinzip ist simpel, die praktische Umsetzung allerdings nicht ganz so einfach. Deshalb stellt «Regio Flora» praxisbezogene Hilfsmittel zur Verfügung. Diese vereinfachen es Fachleuten in Naturschutz, Gartenbau und Landwirtschaft, regionales Blumenwiesen-Saatgut bei der Anlage von Grünflächen zu verwenden.


Folgende vier Instrumente werden eingesetzt:

 

  • Das Webportal www.regioflora.ch bietet als Herzstück des Projekts umfangreiche Informationen zum Thema Direktbegrünung.
  • Eine Spenderflächendatenbank dient als Markplatz für Saatgut-Spenderflächen. Sie bringt Anbieter und Nachfragende zusammen.
  • Ein Leitfaden für die Praxis hilft bei praktischen Fragen in der Anwendung von regionalem Blumenwiesen-Saatgut weiter. Die landwirtschaftliche Beratungszentrale AGRIDEA hat diesen erarbeitet.
  • Kurse und Tagungen zum Thema Direktbegrünung werden wertvolle Gelegenheiten für theoretischen und praktischen Austausch bieten. Diese Weiterbildungsanlässe werden von der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaues AGFF und der AGRIDEA durchgeführt.


Das Projekt wurde von Pro Natura initiiert und in Zusammenarbeit mit den Partnern Bundesamt für Umwelt BAFU, Bundesamt für Landwirtschaft BLW, AGRIDEA, Info Flora, Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaues AGFF sowie 15 Kantonen entwickelt.

 


Internet: 
www.regioflora.ch


Weitere Auskünfte: 
Andrea Lips, Pro Natura, Leiterin des Projekts «Regio Flora», Tel. 061 317 91 30, andrea.lips@pronatura.ch


Kontaktpersonen der Partner:
BAFU: Gabriella Sivestri, +41 (0)58 462 99 80, gabriella.silvestri@bafu.admin.ch

BLW: Samuel Vogel, +41 (0)58 464 33 37, samuel.vogel@blw.admin.ch

AGRIDEA: Regula Benz, +41 (0)32 724 47 92, regula.benz@agridea.ch

Info Flora: Sibyl Rometsch, +41 (0)31 631 39 20, sibyl.rometsch@infoflora.ch

AGFF: Willy Kessler, +41 (0)58 468 72 76, willy.kessler@agroscope.admin.ch

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