Mediencommuniqué

Rettung des Flusses Doubs: Berner Konvention empfiehlt entschlossenes Vorgehen

05.12.2013

Die Berner Konvention hat gestern Abend Empfehlungen beschlossen, wie die Schweiz und Frankreich den einzigartigen Fluss Doubs retten sollen. Pro Natura, der Schweizerische Fischerei-Verband und der WWF pochen gemeinsam auf eine baldige Umsetzung dieser Experten-Empfehlungen. Für sie ist das Fernziel ein umfassender gesetzlicher Sonderstatus für den französisch-schweizerischen Grenzfluss, der zu den wertvollsten Gewässerabschnitten der Schweiz zählt. Nur so können der vom Aussterben bedrohte Fisch «Roi du Doubs» und die landschaftliche Einzigartigkeit des Flusses der Nachwelt erhalten bleiben.

 

Der Doubs soll besser geschützt werden. Den Weg dazu haben gestern Experten in Strassburg vorgezeichnet: An der Sitzung des Ständigen Ausschusses der Berner Konvention haben die Vertragsländer Empfehlungen zur Rettung des schweizerisch-französischen Grenzflusses Doubs beschlossen. Diese sind das Resultat der Klage von Pro Natura, des WWF Schweiz und des Schweizerischen Fischerei-Verbandes, welche die Organisationen 2011 bei der Berner Konvention eingereicht hatten.

 

Umsetzung ambitioniert vorantreiben

Die Verbände sind froh über diesen Ausgang, geben aber kritisch zu bedenken, dass nur umgesetzte Empfehlungen auch wirklich Wirkung zeigen können. «Empfehlungen alleine reichen nicht, um den ‚Roi du Doubs’ und andere bedrohte Fischarten vor dem Aussterben zu bewahren sowie die einzigartige Flusslandschaft für die Generationen nach uns zu erhalten», macht Roland Seiler, Zentralpräsident des Schweizerischen Fischerei-Verbandes, deutlich. Friedrich Wulf, Projektleiter Politik und Internationales bei Pro Natura, sieht denn nun auch die Behörden der Schweiz und Frankreichs in der Pflicht: «Wir erwarten von den Schweizer und den Französischen Behörden, dass sie die Experten-Empfehlungen nun rasch und entschlossen umsetzen. Und wir werden mit Argus-Augen über deren Einhaltung wachen.»

 

Von der Willensbekundung zu überprüfbaren Zielvorgaben

Von den Experten der Berner Konvention wurde empfohlen, bereits bis 2016 alle nötigen Massnahmen umzusetzen, um den Lebensraum und die Populationen des «Roi du Doubs» in einen günstigen Erhaltungszustand zurückzuversetzen. Dazu werden unter anderen folgende Punkte empfohlen: Die Fisch-Durchgängigkeit des Flusses sei zu verbessern, alte Wehre seien möglichst abzureissen, der schädliche Schwall-Sunk-Betrieb der Wasserkraftwerke im oberen Flussabschnitt abzuschaffen, die Kläranlagen entlang des Flusses rasch zu modernisieren sowie die Düngerbelastung durch die landwirtschaftliche Nutzung im Einzugsgebiet zu reduzieren. In den Augen der Naturschutz- und Fischerei-Verbände sind das wichtige und richtige Empfehlungen an die Schweiz und Frankreich. Bis zur nächsten Sitzung der Berner Konvention im Jahr 2014 muss die Schweiz nun einen umfassenden Aktionsplan für den «Roi du Doubs» vorlegen, der einen straffen Zeitplan mit allen nötigen Massnahmen zu seiner Rettung enthält.

 

Besserer Schutz für den Doubs

Langfristiges Ziel der Naturschutz- und Fischerei-Verbände ist ein besserer Schutz-Status für den Fluss. «Die Natur muss am Doubs Vorrang haben, damit der akut bedrohte ‚Roi du Doubs’ eine Chance zum Überleben hat», sagt Thomas Ammann vom WWF Schweiz. Die für die Schweiz einzigartige Flusslandschaft im Nordwesten der Schweiz braucht einen besseren Schutz. Das wollen die Organisationen mit einem gesetzlichen Sonderstatus erreichen.

 

 

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