Mediencommuniqué

Torffreie Gartenerden: Pro Natura präsentiert Einkaufshilfe

23.04.2013

Torf hat in der Gartenerde nichts verloren. Diese Einsicht setzt sich erfreulicherweise mehr und mehr durch. Kein Wunder: Er bringt dem Pflanzenwachstum auch nichts. Leider gleicht es einem Kunststück, in Gartencentern zu den tatsächlich torffreien Erden vorzudringen. Zum Start der Gartensaison hat Pro Natura ihre praktische Einkaufshilfe für Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtner aktualisiert. Sie enthält weitgehend alle in der Schweiz erhältlichen torffreien Erde-Produkte.

 

Hunderttausende Tonnen Torf werden in Europas Mooren jährlich abgebaut – vorwiegend im Baltikum. Ein bedeutender Anteil landet unauffällig verpackt in Schweizer Gartenerden. In der Schweiz ist der Torfabbau seit der Rothenthurm-Initiative im Jahr 1987 verboten. Nicht verboten hingegen sind der Import und der Verkauf. So kommt es, dass in die Schweiz jährlich rund 150'000 Tonnen Torf eingeführt werden. Das entspricht einer 40-Tönner-Lastwagenkolonne von Zürich bis nach Kreuzlingen am Bodensee. Dieser Torfhunger verwüstet wertvolle Landschaften und Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen und setzt grosse Mengen an klimaschädlichem CO2 frei. Das ist völlig unnötig: Die heute erhältlichen torffreien Erden sind ihren torfhaltigen Konkurrenzprodukten absolut ebenbürtig.

 

Mit Einkaufshilfe gegen den Label-«Salat»

Inzwischen haben zwar fast alle Gartenerde-Anbieter in der Schweiz torffreie Gartenerden im Angebot. Doch problematisch ist nach wie vor, dass die Konsumentin und der Konsument oft mit der Lupe im Kleingedruckten die Inhaltsstoffe nach Torf absuchen müssen, damit sie garantiert keinen Torf kaufen. Nicht genug der Verwirrung: Gewisse «grüne» Labels einiger Hersteller verleiten schnelle Einkäufer dazu, vermeintlich torffreie Erde zu kaufen. Dem will Pro Natura Abhilfe schaffen. Auf der aktualisierten Einkaufshilfe für Hobby-Gärtnerinnen und –Gärtner finden sich alle im Handel erhältlichen torffreien Gartenerden nach Anbieter geordnet.

 

Ob freiwillig oder nicht: Torffreie Gärten bis 2020

Im Dezember 2012 hatte der Bundesrat seinen vorgeschlagenen Pfad zu einem Import-Stopp für Torf präsentiert. Darin setzt er vorwiegend auf Freiwilligkeit der Anbieter und eine lange Frist für den Torf-Stopp bis ins Jahr 2030. Pro Natura geht das entschieden zu langsam. Sie will bis spätestens 2020 die Schweizer Gärten frei von Torf haben. Sollte die Freiwilligkeit bis im Jahr 2017 keine deutliche Reduktion des Torfverbrauchs bringen, soll der Bund den Torfimport verbieten.

 

 

Fakten zu Torf, Auswirkungen des Abbaus auf die Moore, einen Gartenratgeber sowie die Einkaufshilfe:

www.pronatura.ch/troffrei

 

Pressebilder:

www.pronatura.ch/torfabbau-in-litauen

www.pronatura.ch/torffrei-einkaufen

 

Weitere Auskünfte:

Beat Hauenstein, Pro Natura Kampagnen-Koordinator, Tel. 061 317 92 36, beat.hauenstein@pronatura.ch

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