Mediencommuniqué

Verordnungspaket zur Agrarpolitik 2014-17: Zwischenschritt in die richtige Richtung

27.06.2013

Pro Natura würdigt das Verordnungspaket als Zwischenschritt in Richtung einer ökologischer produzierenden Schweizer Landwirtschaft. Es gilt, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu gehen. Das bringt nicht nur mehr Natur ins Feld, sondern auch mehr Nährwert auf den Teller. Deswegen lehnt Pro Natura das Referendum gegen die Agrarpolitik 2014-17 (AP 14-17) als kontraproduktiv ab.

 

Aus ökologischer Sicht besonders bedeutsam ist die Direktzahlungsverordnung (DZV). Sie regelt, wie viele öffentliche Gelder die Betriebe für welche gesellschaftlichen Leistungen erhalten. Die Verordnung bringt voraussichtlich einen leicht stärkeren Anreiz in Richtung einer umweltfreundlicheren Produktion. So wollten es Parlament und Bundesrat mit der Verabschiedung der AP 14-17. Diese Marschrichtung unterstützt Pro Natura.

 

Referendum ist kontraproduktiv

Die Verordnung wird insbesondere für Bäuerinnen und Bauern in Berglagen mehr Geld zur Verfügung stellen, wenn sie ökologischer und weniger tierintensiv produzieren. «Eine weniger tierintensive Produktion bringt nicht nur mehr Natur auf die Felder, sondern auch mehr Nährwert auf den Teller», sagt Marcel Liner, Pro Natura Landwirtschaftsexperte. Daher lehnt Pro Natura das Referendum gegen die AP 14/17 als kontraproduktiv ab. Leider hat das Parlament für die Talgebiete nicht dieselben starken Anreize geschaffen wie für das Berggebiet. Hier dominieren weiterhin Giesskannenbeiträge. Dieses Ungleichgewicht schafft auch die Verordnung nicht aus der Welt.

 

Anreize schaffen und Grenzen setzen

Pro Natura fordert, dass die weiterhin bestehenden, kostspieligen Fehlanreize im nächsten Reformschritt (AP 18-21) korrigiert werden. Insbesondere fehlen weiterhin angemessene Grenzwerte für die Intensität der landwirtschaftlichen Nutzung unserer Böden. «Eine wirkliche Ökologisierung der Schweizer Landwirtschaft braucht beides: klare Grenzen bei Pestizid- und Düngereinsatz und starke finanzielle Anreize für eine ökologischere Produktion von Lebensmitteln», erklärt Marcel Liner.

 

 

Internet:

www.pronatura.ch/landwirtschaft

 

Weitere Auskünfte:

Marcel Liner, Pro Natura Projektleiter Landwirtschaftspolitik, Tel. 061 317 92 40, marcel.liner@pronatura.ch

Medienstelle: Roland Schuler, Tel. 061 317 92 24, 079 826 69 47, roland.schuler@pronatura.ch

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