Mediencommuniqué

Waldreservat Fosenacker bei Marthalen: Biber-Stauwerk in der Schweiz erstmals unter Schutz

06.06.2013

Gemeinsame Medienmitteilung des Forstkreises 5 der Baudirektion des Kantons Zürich, der Gemeinde Marthalen und von Pro Natura

 

Vor fünf Jahren ist der Biber ins Waldstück Niederholz bei Marthalen eingezogen. Schon bald staute er geschickt den Mederbach, der damals schnurgerade durch den Wald zog. Das Resultat: Ein Schweiz weit einmaliger Bibersee und eine märchenhafte Auenlandschaft sind entstanden. Dieses Waldstück steht seit Anfang 2013 als Waldreservat unter Schutz. Inklusive Umgebungszone wird sich in den nächsten 50 Jahren auf einer Fläche von rund zehn Fussballfeldern die Natur frei entfalten können. Pro Natura mit ihrem regionalen Biber-Programm «Hallo Biber! Ostschweiz», die Gemeinde Marthalen und der Kanton Zürich stellten das Ingenieurs-Meisterwerk des Bibers vor, präsentierten die Besucherinformation und laden zu öffentlichen Führungen.

 

Nachdem sich eine Biberfamilie vor rund fünf Jahren den Wald «Niederholz» bei Marthalen im Zürcher Weinland als Habitat ausgesucht hatte, entstand schon bald eine einmalige Auenlandschaft. Sie stauten den kleinen Mederbach so geschickt, dass auf natürliche Art und Weise ein faszinierendes Kleinod entstand. Stehende Wasserstellen im Wechsel mit langsam fliessenden, durchstochen von einem Biberdamm, gerahmt von umgestürztem Totholz, Schilf und Birken lassen ein Urwald-Gefühl entstehen, wie man es hierzulande nur noch aus TV-Naturdokumentationen kennt.

 

Für 50 Jahre unter Schutz

Dieses Biber-Stauwerk haben der Kanton Zürich, die Gemeinde Marthalen und Pro Natura mit einem Waldreservatsvertrag für 50 Jahre der menschlichen Nutzung entzogen. In der Kernzone ist seit Anfang 2013 jegliche forstwirtschaftliche Nutzung für 50 Jahre untersagt. In der Umgebungszone sind Eingriffe weiterhin möglich, zum Beispiel zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit. Insgesamt misst das neue Waldreservat rund zehn Hektaren. Die Gemeinde Marthalen, der Kanton Zürich und Pro Natura mit ihrem regionalen «Hallo Biber! Ostschweiz»-Programm haben in den vergangenen Monaten ein Besucherlenkungskonzept erstellt. Dabei geht es um die Information von Besuchenden über die Leistungen und den Wert des Bibers für die Artenvielfalt und über Erlaubtes und Unerlaubtes im neuen Waldreservat. Denn der Mensch soll sich diese Naturperle ansehen, dies aber mit der nötigen Rücksicht.

 

Staumeister, Landschaftsgärtner und Ökologe

Binsenjungfer, Pirol, Gelbbauchunke, Grauspecht und Dornschrecke. Dies sind einige Beispiele der Tierarten, die sich alleine in den vergangenen Jahren im neuen Bibersee bei Marthalen wieder zeigten. Sie sind Zeichen einer in der Tierwelt einzigartigen Eigenschaft des Bibers: Er gestaltet seinen Lebensraum, auch zum Wohl vieler anderer, oft bedrohter Tiere oder Pflanzen. Wo er wirken kann, bringt er die Natur am Wasser zum Erblühen. (2674 Zeichen)

 

 

Öffentliche Führungen um den Bibersee in Marthalen:

 

Datum: Donnerstag, 13.6.2013

Zeit: 18.15 Uhr

Dauer: rund 2 Stunden

Treffpunkt: Schützenhaus, Niederholz, Gemeinde Marthalen

Anmeldung: Tel. 071 422 48 23 oder ostschweiz@hallobiber.ch

 

Datum: Donnerstag, 10.10.2013

Zeit: 16.15 Uhr

Dauer:  rund 2 Stunden

Treffpunkt: Schützenhaus, Niederholz, Gemeinde Marthalen

Anmeldung: Tel. 071 422 48 23 oder ostschweiz@hallobiber.ch

 

 
   

Bemerkungen: Dem Wetter angepasste Kleidung und festes Schuhwerk

ÖV: S33: Winterthur ab 17:06 Marthalen an 17:25

S33: Schaffhausen ab 17:21 Marthalen an 17:33

 

Dann Fussweg rund 3 km. Oder vom Bahnhof den Bus zum Dorfplatz nehmen, so halbiert sich die Strecke.

Karten und Wegbeschreibung finden Sie auch auf: www.hallobiber.ch/hbo-marthalen

 

Internet:

www.marthalen.ch

www.hallobiber.ch

www.aln.zh.ch/internet/baudirektion/aln/de/home.html

 

Weitere Auskünfte:

 

Philip Taxböck, Pro Natura, Leiter «Hallo Biber! Ostschweiz, Tel. 079 754 76 20, ostschweiz@hallobiber.ch

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