Mediencommuniqué

Wandersaison der Amphibien: Lotsen gesucht

25.02.2014

Bei nächtlichen Temperaturen um rund 5° Celsius und feuchter Witterung spüren Frösche und Kröten den Frühling. Dann machen sie sich wieder auf den Weg zu ihrem Fortpflanzungsgewässer. Doch viele Strassen versperren den in der Schweiz stark gefährdeten Tieren den Weg zu ihrem Fortpflanzungserfolg. Zahlreiche Gemeinden, Vereine und Privatpersonen bewahren die Tiere vor dem Tod auf der Strasse. Sie suchen noch Helferinnen und Helfer. Pro Natura sagt, wo Freiwillige aktiv werden können.

 

In Afrika wandern Gnu- und Elefantenherden. In der Schweiz sind es Frösche, Kröten und Molche, die bald wieder in feuchten, frostfreien Nächten zu ihren Wanderungen aufbrechen. Sie tun es unauffällig: Bei Dunkelheit und bei Temperaturen um die 5° Celsius verlassen sie ihre Winterverstecke und machen sich auf den Weg an ihre Laichgewässer. Das sind keine Spaziergänge: Bis zu fünf Kilometer weit wandern die kleinen Tiere. Sie finden dabei zuverlässig an ihr Fortpflanzungsgewässer, wären da nicht die vielen Strassen, welche die Land- und Wasserlebensräume der Amphibien trennten. Viele der rund 5 Millionen wandernden Amphibien überleben ihre nächtliche Hochzeitsreise nicht. Sie fallen dem Strassenverkehr zum Opfer. Und damit auch ihr Fortpflanzungserfolg.

 

Helfende Hände sind nötig
Zahlreiche Gemeinden, Vereine und Privatpersonen werden auch dieses Jahr Frosch und Co. helfen, lebendig in ihr Fortpflanzungsgewässer zu gelangen. Sie stellen Zäune auf und versenken Kübel, in welche die wandernden Amphibien fallen, und tragen Frosch und Co. sicher auf die andere Strassenseite. Weitere helfende Hände sind nötig. Pro Natura hat herausgefunden, in welchen Gemeinden der Deutsch- und Westschweiz sich Froschfreundinnen und –freunde für nächtliche Hilfseinsätze melden können. Unter www.pronatura.ch/amphibienwanderung sind die Gemeinden aufgelistet. 

 

Box:

Mit Tümpelbau-Offensive gegen das Verschwinden von Frosch und Co.
Auf der Roten Liste stehen 14 der 20 einheimischen Amphibien, also Frösche, Kröten, Molche und Salamander. Das macht die Amphibien zu einer der am stärksten gefährdeten Tiergruppen in der Schweiz. Schuld daran ist das weitherum fehlende Nass in unserer Landschaft. Flüsse sind begradigt, Auen verschwinden, Moore vertrocknen, feuchtes Landwirtschaftsland wird trockengelegt. Tümpel, Teiche, Weiher und vernässte Landstriche wurden und werden immer weniger. Diese sind für Frosch und Co. besonders wichtig als Fortpflanzungsgewässer. Weitere Ursachen für die Gefährdung der Amphibien sind die Zerschneidung der Landschaft durch Strassen, Umweltgifte und die Pilzkrankheit Chytridiomykose. Pro Natura setzt sich mit zahlreichen Projekten für die kleinen Tiere ein. So baute die Naturschutzorganisation im vergangenen Jahr nicht weniger als 25 neue Tümpel. Mehr als 100 weitere sind in Planung. 


Internet:
www.pronatura.ch/amphibienwanderung
www.pronatura.ch/froesche

 

Pressebild:

www.pronatura.ch/bilder-amphibienwanderung


Weitere Auskünfte:

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