Mediencommuniqué

WWF und Pro Natura erstatten Anzeige gegen Wilderer

29.04.2013

In einem Interview in der Zeitschrift L’Illustré hat ein Walliser Jäger erzählt, er wildere regelmässig Tiere. Nun haben der WWF und Pro Natura Anzeige gegen den Wilderer erstattet.


In seiner Ausgabe vom 26. März 2013 hat das Magazin «L’Illustré» einen Artikel über den Walliser Jäger Lini Paccolat veröffentlicht, in dem dieser offen zugibt, dass er schon oft gewildert habe. Nach seiner eigenen Schätzung erlegte er im Verlauf der Jahre 350 Gämsen, davon rund 100 widerrechtlich. Gemäss seinen Angaben hat er auch mehrere Luchse getötet: «Ich habe etwa zehn Luchse mit einer Falle gefangen. Dazu lege ich Schlingen aus, in denen sie sich mit dem Kopf verfangen und dann ersticken.» Ausserdem sagt er gegenüber dem Magazin, er habe Jugendlichen das Wildern beigebracht und er kenne Personen, die im Wallis Wölfe geschossen hätten. Der Luchs und der Wolf gehören jedoch in der Schweiz zu den geschützten Tierarten. Es ist strengstens verboten, sie zu jagen.

 

Deshalb haben der WWF und Pro Natura heute bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis Anzeige gegen Lini Paccolat und alle weiteren Personen erstattet, die im Verlauf der Untersuchung wegen Gesetzesverstössen ausfindig gemacht werden, insbesondere gegen das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel sowie gegen das Walliser Jagdgesetz. Der WWF hatte sich bereits 1996 an das Strafuntersuchungsgericht gewandt, da sich derselbe Wilderer schon damals in der Lokalpresse damit gebrüstet hatte, mehrere Luchse getötet zu haben. «Unseres Wissens wurde nie eine Strafe gegen Lini Paccolat ausgesprochen. Dabei ist die Wilderei eine der grössten Gefahren für die Grossraubtiere in der Schweiz», erklärt Marie-Thérèse Sangra, Regionalsekretärin des WWF im Wallis. Der Verdacht, dass in der Schweiz Wölfe gewildert werden, steht schon lange im Raum. Denn in den Nachbarregionen Italiens und Frankreichs sind die dortigen Populationen sehr viel rascher gewachsen.


Die Populationen der Grossraubtiere in der Schweiz haben noch nicht die Grösse erreicht, mit der das Überleben dieser Arten langfristig gesichert ist. «Wir können die Wilderei in unserem Land nicht einfach hinnehmen. Es liegt auch im Interesse aller seriösen Jäger, dass die wenigen Wilderer bestraft werden», betont Mirjam Ballmer, Projektleiterin Naturschutzpolitik bei Pro Natura.

 

Kontaktpersonen:



Stefan Inderbitzin, Mediensprecher WWF Schweiz, Mobil 079 720 50 92
Marie-Thérèse Sangra, Regionalsekretärin, WWF Wallis, Mobile: 079 378 48 22
Roland Schuler, Pro Natura Medienverantwortlicher, Tel. 061 317 92 24, 079 826 69 47

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