Mediencommuniqué

WWF und Pro Natura verurteilen geplanten Wolf-Abschuss

29.08.2013

Gemeinsame Medienmitteilung zum Entscheid der Walliser Behörden

 

Der Kanton Wallis hat heute das Todesurteil gegen einen Wolf im Goms gefällt. WWF und Pro Natura kritisieren den kurzsichtigen Entscheid scharf. Mit der Flinte werden die Probleme im Goms nicht gelöst, sondern nur vertagt. Denn der nächste Wolf kommt bestimmt.


Das Problem ist im Wallis grösstenteils hausgemacht: Weil der Herdenschutz auch 18 Jahre nach der Rückeinwanderung des ersten Wolfs kaum umgesetzt wurde. „Hätte man seitens Kanton von Beginn weg in den Herdenschutz investiert, statt in Polemik und Verhinderungspolitik, stünde der Gommer Wolf heute nicht zum Abschuss frei“, kritisiert Kurt Eichenberger, Grossraubtier-Experte des WWF Schweiz. So bestehen für die fragliche Alp, wo der Wolf Schafe gerissen hat, bereits seit letztem Jahr Empfehlungen, wie diese Alp geschützt werden könnte. Doch die Massnahmen wurden nicht umgesetzt. WWF und Pro Natura kritisieren den heutigen Abschuss-Entscheid umso mehr, als es auf den beiden durch Herdenschutzmassnahmen geschützten Alpen im Goms keinen einzigen Riss zu beklagen gab.

 

Der Bund hatte die vorhandenen Herdenschutzmassnahmen bei der letzten Beurteilung in diesem Fall als ungenügend taxiert. Das BAFU hatte sich deshalb im Juni gegen eine Abschussgenehmigung ausgesprochen. Doch die Behörden im Wallis kümmert dies offensichtlich wenig: „Anstatt die Schafhalter zu motivieren und zu unterstützen, Herdenschutzmassnahmen umzusetzen, wird einfach zugewartet“, bedauert Eichenberger.

 

Die Ausdehnung des Abschussperimeters kritisieren die Verbände: „Es ist für uns inakzeptabel, dass der Wolf auch in der landwirtschaftlichen Nutzfläche, wo die Schafe mit einem einfache Zaun geschützt werden könnten, geschossen werden darf“, kritisiert Mirjam Ballmer, Projektleiterin Naturschutzpolitik bei Pro Natura.

 

Scharfmacher am Werk

Der Kanton Wallis unter der Ägide von Staatsrat Jacques Melly ist aufgefordert, eine neue Wolfspolitik zu fördern. Sonst drohen die Fortschritte von den Scharfmachern zunichte gemacht zu werden. Die Umweltverbände werden nun die Fakten sorgfältig prüfen und dann entscheiden, ob Rekurs gegen die Abschussgenehmigung eingelegt wird.

 

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